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Die Gnadenlosen Ein Isaac-Bell-Roman von Cussler, Clive (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Gnadenlosen

Gleasonburg, Virginia, 1902. Isaac Bell von der Van-Dorn-Detektei jagt einen Saboteur in eine Kohlemine. Doch statt dort endlich seine Beute zu stellen, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Bell ist sich sicher, dass es kein Zufall war, dass ausgerechnet der Mann dabei ums Leben gekommen ist, der die Minenarbeiter zum Streik aufgerufen hat - und das will er beweisen! Doch dahinter steckt weit mehr als er ahnt, und seine Gegner sind gnadenlos. Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein "New York Times"-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebt in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 14.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641151850
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Isaac Bell 6
    Originaltitel: The Striker
    Größe: 1267 kBytes
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Die Gnadenlosen

1

Sein Gesicht war jugendlich frisch, und er hatte goldblondes Haar. Aber irgendetwas an ihm erschien verdächtig. Ein Firmencop, der die Bergarbeiter beobachtete, die auf den Schienen der Grubenbahn in die Einfahrt zur Gleason Mine No. 1 trotteten, machte seinen Boss, einen Pinkerton-Detektiv, auf ihn aufmerksam.

Der junge Bergmann überragte die Fremdarbeiter, die die Firma aus Italien und Slowenien ins Land geholt hatte, und war sogar größer als die einheimischen West-Virginier. Aber es war nicht seine Körpergröße, die hier fehl am Platze schien. Auch seine hagere Gestalt war nicht ungewöhnlich. Die Arbeit war hart, außerdem war es mit hohen Kosten verbunden, Lebensmittel zu den abgelegenen Steinkohlegruben zu schaffen. In den Saloons, die die morastige Main Street säumten, gab es keine Gratismahlzeiten.

Ein Bergarbeiter, der mit einem Holzbein über das Gleis humpelte, stolperte über eine Schwelle und rempelte einen anderen Bergarbeiter an, der auf Krücken angewiesen war. Der blonde junge Mann machte ein paar schnelle Schritte, um beide Männer zu stützen, und bewegte sich dabei so mühelos, als schwebte er. Das Graben nach Steinkohle hatte viele verstümmelt. Er hingegen stand auf beiden Beinen und besaß noch sämtliche Finger.

"Der sieht mir nicht wie ein armseliger Malocher aus", meinte der Kohlencop mit einem verächtlichen Grinsen.

"Er kommt mir wie eine Katze vor, achtet auf alles, was sich bewegt", sagte der Pinkerton, eine Melone auf dem Kopf, einen Sechsschüsser in der Jacke und einen Totschläger ums Handgelenk geschnallt.

"Meinen Sie, er ist ein Streiker?"

"Wenn ja, wird er sich bald wünschen, er wäre es nicht."

" Achtung! "

Eine elektrische Winde spannte ein schlaffes Kabel zwischen den Schienen. Bergleute, Arbeiter und halbwüchsige Türschließer sprangen zur Seite. Das Kabel zog einen Zug Kohleloren aus dem Bergwerk und eine Steilstrecke zu einer Kippstelle hinauf, wo die Steinkohle sortiert und in Flussleichter gefüllt wurde, die von Schleppern den Monongahela nach Pittsburgh hinuntergeschoben wurden.

Der auffällige junge Bergarbeiter wechselte einen kurzen Gruß mit dem Mann an der Gleissperre. Falls das Kabel, das mit einer Kettenleine am ersten Wagen befestigt war, riss, sollte Jim Higgins den Hebel umlegen, damit der Zug aus den Schienen sprang, ehe die einhundert Tonnen herrenlose Masse zurück ins Bergwerk donnerten.

"Die Cops haben dich auf dem Kieker", warnte ihn Higgins.

"Ich bin kein Streiker."

"Alles, was wir verlangen", erwiderte Higgins friedfertig, "ist ein menschenwürdiges Leben, ausreichend Nahrung für unsere Familien und anständige Schulen für unsere Kinder."

"Sie werden Sie feuern."

"Sie können uns schließlich nicht alle hinauswerfen. Das Steinkohlegeschäft erlebt zurzeit einen großen Aufschwung, und Arbeitskräfte sind knapp."

Higgins war ein mutiger Mann. Das musste er auch sein, um zu ignorieren, dass die Minenbesitzer vor nichts zurückschrecken würden, um die Gewerkschaften aus West-Virginia herauszuhalten. Männer, die gefeuert wurden, weil sie für die Gewerkschaft warben - und noch nicht einmal einen Streik ausriefen -, mussten erleben, wieihre Frauen und Kinder aus den Baracken vertrieben wurden, die sie von der Gleason Consolidated Coal & Coke Company gemietet hatten. Und wenn Gleason Gewerkschaftsfunktionäre ausräucherte, dann kamen die Pinkertons, verprügelten sie und jagten sie mit blutigen Köpfen nach Pennsylvania zurück.

"Higgins!", rief ein Vorarbeiter. "Ich hatte Ihnen doch befohlen, die Winde zu schmieren."

"Ich soll an der Gleissperre stehen, wenn die Loren hochgezogen werden."

"Tun Sie, was ich Ihnen sage. Die Winde muss stündlich geschmiert werden."

"Und wer stoppt den Zug, wenn das Kabel reißt?"

" Steigen Sie jetzt endlich rauf und schmieren Sie die Winde, verdammt noch mal! "

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