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Die grausamen Sterne der Nacht Roman von Eriksson, Kjell (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die grausamen Sterne der Nacht

Ein älterer Herr, Petrarca Forscher und recht eigenwilliger Charakter, ist verschwunden. Seine Tochter Laura meldet ihn als vermisst. Zwei Bauern werden auf dem Land tot aufgefunden. Beide wurden erschlagen und ein Motiv ist nirgendwo erkennbar. Kommissarin Ann Lindell und die Kriminalpolizei von Uppsala sind ratlos. Erst der eigentlich nicht in den Fall eingebundene Kommissar Gusten Ander scheint Licht ins Dunkel bringen zu können. Ihn erinnern die Morde an eine berühmte Schachpartie... Kjell Eriksson, geboren 1953, hat Erfahrungen in mehreren Berufen gesammelt. Er lebt in der Nähe von Uppsala. Für seinen ersten Kriminalroman um die Ermittlerin Ann Lindell 'Den upplysta stigen' erhielt er 1999 den schwedischen 'Krimipreis für Debütanten'. Sein Roman 'Der Tote im Schnee' wurde zum 'Kriminalroman des Jahres 2002' gekürt, eine Ehrung, die bereits Autoren wie Liza Marklund, Henning Mankell und Håkan Nesser bekommen hatten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 03.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216601
    Verlag: Aufbau Verlag
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Die grausamen Sterne der Nacht

1

" M anfred Olsson."

"Guten Morgen, hier spricht Ann Lindell von der Kriminalpolizei Uppsala. Entschuldigen Sie bitte die frühe Störung."

Sie nahm das Telefon in die rechte Hand und schob die ausgekühlte linke in die Jackentasche.

"Aha, worum geht's?"

Manfred Olssons Stimme klang etwas reserviert.

"Wir müssen Sie in einer bestimmten Angelegenheit sprechen", begann Lindell ungewöhnlich vage.

"Geht es um den Wagen?"

"Nein, wieso, haben Sie ..."

"Vor vierzehn Tagen ist mein Auto gestohlen worden. Haben Sie es gefunden?"

"Es geht nicht um Ihr Auto."

Ann Lindell lehnte sich an die Wand. Die aufgehende Sonne wärmte ihren fröstelnden Körper. Schon beim Aufwachen hatte sie gefroren, und an einem kalten Morgen Ende Oktober auf einen zugigen Hof gerufen zu werden machte die Sache nicht besser.

Die Blätter eines Ahorns leuchteten in gelbroten Farbtönen. An manchen Stellen hatten kleine schwarze Pilzsporen sie verfärbt, so dass eine Verbindung entstanden war, die einem den unendlichen Reichtum der Vegetation, aber auch Wehmut und Vergänglichkeit vergegenwärtigte. Vereinzelte Schneeflecken zeigten, dass der Winter dieses Jahr früh gekommen war.

Ola Haver trat aus dem Haus, entdeckte Lindell und nickte ihr zu. Er sah müde aus. Vorhin hatte er kurz erwähnt, dass sowohl die Kinder als auch seine Frau schwer erkältet waren.

Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ihr Kollege den Anblick toter Menschen nur schwer ertragen konnte, weil er als Jugendlicher miterleben musste, wie sein Vater - von einer Wespe in den Hals gestochen - beim Abendessen zusammengebrochen und innerhalb weniger Minuten gestorben war.

"Kennen Sie einen gewissen Petrus Blomgren?" fuhr Lindell fort.

"Nein, nicht dass ich wüsste", sagte Manfred Olsson. "Sollte ich?"

Im Hintergrund waren Stimmen zu hören. Es klang, als liefe der Fernsehapparat.

"Was machen Sie beruflich?"

"Alarmanlagen", erklärte Olsson knapp. "Wieso?"

"Wir haben einen Zettel mit Ihrer Telefonnummer bei einem gewissen Petrus Blomgren gefunden. Er muss sie irgendwoher bekommen haben."

Manfred Olsson blieb stumm.

"Sie können sich das nicht erklären?"

"Nein, wie gesagt."

"Kennen Sie sich in Jumkil aus?"

"Nein, das kann ich nicht behaupten. Ich weiß, wo es liegt. Worum geht es denn eigentlich? Ich muss gleich los."

"Wo arbeiten Sie?"

"Ich bin selbständig. Ich will ... das spielt doch im Grunde keine Rolle."

Nein, dachte Lindell und lächelte mitten in all dem Elend, es spielt keine Rolle. Jetzt nicht und vielleicht auch später nicht.

"Sind Sie in letzter Zeit einmal in Jumkil gewesen?"

"Ich war dort mal auf einer Hochzeit, aber das ist jetzt bestimmt schon zehn Jahre her."

"Sie installieren Alarmanlagen, nicht wahr. Haben Sie vor kurzem eine Anfrage aus Jumkil bekommen?"

"Nein, daran kann ich mich nicht erinnern."

"Vielen Dank", sagte Lindell. "Wir werden uns möglicherweise noch einmal bei Ihnen melden und Sie bitten, sich ein Foto anzusehen."

"Er ist tot, was? Dieser Blomgren, meine ich."

"Ja."

Sie beendete das Gespräch. Ein plötzlicher Windstoß wirbelte die Blätter zu ihren Füßen auf.

"Nichts", sagte Lindell zu Haver, der zu ihr gekommen war. "Er wusste überhaupt nichts, weder über Jumkil noch über Blomgren."

"Wir haben einen Brief gefunden", sagte Ola Haver. "Einen Abschiedsbrief."

"Wie bitte? Den Blomgren geschrieben hat?"

"Sieht ganz so aus."

Lindell seufzte.

"Willst du mir etwa sagen, er hat vorgehabt, sich das Leben zu nehmen, ist aber nicht mehr dazu gekommen?"

Ola Haver fing plötzlich an zu lachen. Lindell sah ihn an. Ein Kollege von der Schutzpolizei blickte auf. Haver verstummte ebenso plötzlich wieder.

"Entschuldige bitte", sagte er, "aber manchmal ist das alles einf

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