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Die großen Western 121 Kampf um die Range Mavericks von Juhnke, Joe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2015
  • Verlag: Kelter
eBook (ePUB)
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Die großen Western 121

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). Sie waren Brüder ... Als sie den Red River überquerten, fragte sich Jimmy Goodnight, wie es nun weitergehen sollte in ihrem Leben. Drei Jahre schon trugen sie die lumpige graue Uniform der Konföderierten, hatten Staub geschluckt und Schlamm gefressen, die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters erlebt. Sie hatten gekämpft und an den Sieg der Konföderation geglaubt, bis zu jenem Tage, als der Norden das Land überrannte und General Lee zur Kapitulation zwang. Und nun, da dieser Krieg beendet war, trugen sie noch immer diese verschlissene Uniform, ritten einen Präriebastard, wie sie ihr Rinderpony bezeichneten, besaßen einen Karabiner, ihren Armeecolt, eine Wolldecke und je dreihundert Dollar in Goldbucks in der Tasche. Der Ertrag dreier verlorener Jahre, und ein paar Yankeelöcher im Fell als Souvenir. Vor ihnen lag ein verwüstetes Land, und in den Städten und Settlements, wo sie auftauchten, wimmelte es von herumlungernden, arbeitslosen Cowboys und den verhassten Blauröcken. Das schlug aufs Gemüt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 08.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959796071
    Verlag: Kelter
    Größe: 333kBytes
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Die großen Western 121

Sie waren Brüder ...

Als sie den Red River überquerten, fragte sich Jimmy Goodnight, wie es nun weitergehen sollte in ihrem Leben. Drei Jahre schon trugen sie die lumpige graue Uniform der Konföderierten, hatten Staub geschluckt und Schlamm gefressen, die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters erlebt.

Sie hatten gekämpft und an den Sieg der Konföderation geglaubt, bis zu jenem Tage, als der Norden das Land überrannte und General Lee zur Kapitulation zwang.

Und nun, da dieser Krieg beendet war, trugen sie noch immer diese verschlissene Uniform, ritten einen Präriebastard, wie sie ihr Rinderpony bezeichneten, besaßen einen Karabiner, ihren Armeecolt, eine Wolldecke und je dreihundert Dollar in Goldbucks in der Tasche. Der Ertrag dreier verlorener Jahre, und ein paar Yankeelöcher im Fell als Souvenir.

Vor ihnen lag ein verwüstetes Land, und in den Städten und Settlements, wo sie auftauchten, wimmelte es von herumlungernden, arbeitslosen Cowboys und den verhassten Blauröcken. Das schlug aufs Gemüt.

Jimmy blickte recht hoffnungslos in die Zukunft.

Charles Goodnight war von anderem Schlage. Er sah sein Ziel vor Augen. Drei Jahre Krieg hatten das Land verwüstet. Die Rancher und ihre Leute kämpften in der Armee, das Vieh stand weit verstreut in der Range als halb verwilderte Herden.

Auch Charles trug seine verschlissene Uniform, einfach, weil er sonst nichts zum Anziehen hatte. Wie Jimmy stand er drei Jahre im Militärdienst der Konföderierten und hatte sich als Texas Ranger mit Comanchen und Kiowas herumgeschlagen. Als Scout war er mehrmals bis zu den Staket Plains vorgedrungen, und auf diesen einsamen Wegen wurde sein Gedanke geboren.

"In der offenen Range stehen Millionen Rinder, Jimmy", hatte Charles oft am Feuer erzählt und dabei stets glänzende Augen bekommen. "Halb verwildert und zum großen Teil ohne Brandzeichen. In Dallas werden wir die Grundrechte eintragen lassen und rauf zum Oberlauf des Brazos ziehen. Wir werden eine Herde Mavericks zusammentreiben und ihnen unser Zeichen ins Fell brennen. Goodnight-Brandzeichen."

Jimmy hatte dafür nur ein müdes Lächeln. "Für jedes Rind, das wir nehmen, wird der Besitzer uns an den nächsten Baum hängen."

Es hatte lange gedauert, bis Charles dem Bruder klarmachen konnte, dass Mavericks herrenlose Rinder waren, so lange sie keinen Brand in der Flanke trugen.

Sie zogen am Ufer des Red River westwärts nach Fort Sill und sahen auch hier viele junge Burschen, die der Krieg aus geordneten Bahnen gerissen hatte, bettelnd und lungernd auf den Straßen herumziehen.

"Sie haben kein Ziel vor Augen", meinte Charles, der wie sein Bruder Jim ein Rinderpony ritt. Ein Gemisch aus wilden Mustangs der offenen Mesa, die Händler für teures Geld der Armee verkauft hatten. "Die Jahre haben ihnen die Sicherheit genommen, weil die Armee das Denken für sie übernommen hatte. Sie sind heute hilflos wie kleine Kinder und sehen keinen Weg, sich auf die Gegenwart umzustellen."

Er sah ein paar junge Burschen, die wie sie die graue Uniform trugen und sich um die Kippe eines blauröckigen dunkelhäutigen Soldaten herumtollten, und er spürte, wie Jimmy das Blut in den Kopf schoss. Jimmy war ein Hitzkopf, und für ihn war ein Farbiger ein Nigger. Charles hatte diesen Rassenkomplex längst abgeschüttelt. Vielleicht, weil er die Zukunft voraussah oder die Entwicklung. Die Konföderation hatte einen Krieg verloren. Einen Krieg, in dem es um die Abschaffung der Sklaverei ging. Was sollte es also ...

"Halte dich raus aus der Sache", warnte Charles den Bruder, "sie sind es allesamt nicht wert."

Der dunkelhäutige Soldat trat die Stufen des Stepwalks herunter und verstellte den beiden Reitern den Weg. Er schien Jimmys Abneigung gegen seine Hautfarbe zu spüren.

"Gefällt dir etwas nicht an mir?", fragte er und blickte Jimmy herausfordernd entgegen, "du brauchst es nur zu sagen." Der Mann war ein Hüne,

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