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Die Hölle erwartet dich von Kohl, Erwin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.12.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Die Hölle erwartet dich

Die Hölle erwartet dich... ....und andere Geschichten: Erwin Kohl lässt seine Verbrechen bevorzugt auf humorvolle Art ausüben. Die zwischenmenschliche Komponente kommt dabei nicht zu kurz. Schließlich ist der Mord, wie schon Horst Tappert zu sagen pflegte, die intimste Beziehung zwischen zwei Menschen. Seine skurrilen Figuren spannen einen weiten Bogen von der sinnlichen Verführerin bis zur alternden Auftragsmörderin. Und wenn es darum geht, sich der nörgelnden Schwiegermutter zu entledigen, muss auch mal ein pensioniertes Zirkusschwein namens Klaus-Dieter einspringen. Den Erben kann es egal sein, sie haben einfach 'Schwein gehabt'... Erwin Kohl wurde am Niederrhein geboren und hat diese herrliche Tiefebene seither nicht verlassen. Grundlage von bislang zehn Kriminalromanen und zahlreichen Kurzgeschichten sind oft reale Begebenheiten. Die Soziologie der Niederrheiner und ihre vielschichtigen Charaktere prägen seine Figuren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 78
    Erscheinungsdatum: 11.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958654280
    Verlag: 110th
    Größe: 153 kBytes
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Die Hölle erwartet dich

"Unser letztes Angebot: 450 000 Euro. Das übersteigt den Wert des alten Hofes und der Nutzflächen bei Weitem!" Zum vierten Mal hatte sie das Angebot erhöht.

Jakob Feldmann schüttelte langsam, mit bedauernd aufeinander gepressten Lippen den Kopf.

"Um Gottes Willen, was wollen Sie denn in Ihrem Alter mit dem riesigen Hof? Den können Sie doch alleine gar nicht bewirtschaften."

Der Senior stand auf. Mit einer Armbewegung bedeutete er seinen Besuchern, ihm zu folgen.

"Fünf Kühe?", überrascht wanderten die Augen seiner Nachbarin durch den Stall, der Platz für die zehnfache Menge bot. "Wo ist der Rest?"

Auf das Gesicht des alten Bauern legte sich ein mildes Lächeln. Jakob Feldmann zögerte die Antwort hinaus. Mit sonorem Brummen pumpte die Melkmaschine die weiße Flüssigkeit in den Tank neben ihnen. Feldmann genoss die Verwunderung der korpulenten Frau. Gemeinsam mit ihrem Sohn, dem frischgebackenen Agraringenieur Winfried Egelbach, betrieb sie den Nachbarhof. Feldmann war nicht verborgen geblieben, dass die Egelbachs im kommenden Frühjahr rund ein Drittel ihrer Ländereien zugunsten der neuen Umgehungstrasse an die Gemeinde würden abtreten müssen. Gerade jetzt, da der Junior den Betrieb übernehmen und wieder an die Blütezeit vergangener Jahre führen sollte.

"Bitte folgen Sie mir."

Über einen ausgetretenen Pfad um die Scheune herum erreichten sie den Weidezaun. Vor ihnen erstreckte sich eine vier Hektar große Wiese. Fünfzehn Schwarzbunte grasten gemütlich in der Frühlingssonne. Als sie ihren Bauer bemerkten, trotteten einige gemächlich in seine Richtung.

"Weshalb sind die nicht im Stall", wollte Winfried Egelbach wissen. Seine Mutter beschlich eine Ahnung. Sie bedachte Feldmann mit einem argwöhnischen Blick. Dieser lachte ausgelassen.

"Die Damen sind längst in Rente." Beiläufig streichelte er einen Kopf, der sich ihm neugierig entgegen streckte. "Das ist übrigens Johanna, ich habe sie nach meiner verstorbenen Frau benannt. Irgendwie erinnert sie mich an sie. Ob es die braunen Augen sind ...", der Bauer massierte nachdenklich sein Kinn. "Die Schwarze mit dem dicken Hintern heißt Angela und schauen Sie dahinten rechts", er deutete mit dem ausgestreckten Arm auf die Mitte der Weide, "das ist Lady Winter. Sie geht im Herbst immer als Letzte in den Stall."

Marga Egelbach schüttelte den Kopf.

"Das Vieh gehört doch längst in den Schlachthof. Kostet nur unnötig Geld und bringt nichts."

Jakob Feldmann zupfte ein Büschel Gras aus dem Boden und hielt es Johanna hin.

"Die Tiere haben mich jahrelang prächtig ernährt. Ich habe beizeiten an meine Altersabsicherung gedacht. Wozu sollte ich sie schlachten lassen? Da erfreue ich mich lieber jeden Tag an ihnen. Für das bisschen Winterfutter reichen die zwei Hektar Ackerland. Die Kühe im Stall stehen ebenfalls kurz vor der Rente. Für die Melkmaschine habe ich bereits einen Käufer. Ich werde mir noch Ziegen und Gänse anschaffen. Vielleicht auch einen oder zwei Kaltblüter, die mochte ich immer schon."

"Das ist aber romantisch. Ein Landwirt, der mit seinem Vieh gemeinsam in Rente ..."

"Du bist jetzt mal ruhig", fuhr die Frau ihrem Sohn über den Mund. "eine halbe Million Euro, mein allerletztes Angebot."

Feldmann schüttelte lächelnd den Kopf.

"Was soll ich mit dem Geld? Mir irgendwo eine Wohnung oder ein Häuschen kaufen? Nein, das hier ist mein Leben. Ich bin hier aufgewachsen. Das möchte ich für kein Geld hergeben."

Marga Egelbach überlegte angestrengt. Nach dem erzwungenen Verkauf der Nutzflächen an die Gemeinde wird ihr Betrieb mit einem Schlag unwirtschaftlich. Im Norden die geplante Umgehungsstraße, im Osten der Wald und im Süden der Ortsrand - die einzige Möglichkeit der Erweiterung bestand im Zukauf dieses Hofes. Sie startete einen letzten Versuch.

"Ich habe mit Ihrem Sohn gesprochen, er hat nicht das geringste Interesse an dem Hof.

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