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Die Hure von Rom Roman von Walz, Eric (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.10.2009
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Hure von Rom

Historische Unterhaltung vom Feinsten!

Die lebenslustige Glasmalerin Antonia Bender und der junge Jesuit Sandro Carrissimi ermitteln im sündigen Rom.

Im Mai 1552 ist ganz Rom in Aufruhr: Die Geliebte des Papstes ist ermordet worden. Der junge Jesuit Sandro Carissimi, der im Auftrag des Papstes ermittelt, ahnt, dass sogar seine eigene, ihm seit langem entfremdete Familie die Hure des Papstes kannte. Dann aber erhält Sandro unerwünschte Hilfe: Ausgerechnet die lebenslustige Glasmalerin Antonia Bender - eine Frau, die Sandro seit ihrer ersten gefährlichen Begegnung in Trient unglücklich liebt - stellt für ihn in der Unterwelt der Huren und Verbrecher neugierige Fragen. Der Streit zwischen den Liebenden führt Antonia in die Arme eines Mannes, der sie Sandro und ihre Liebe vergessen lassen könnte - und der für Sandro und Antonia hoch gefährlich ist ...

Für alle Leser von Iny Lorentz!

Eric Walz wurde 1966 in Königstein im Taunus geboren. Im Jahr 2002 erfüllte er sich den Jugendtraum, Bücher zu schreiben. Sein Debütroman Die Herrin der Päpste wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Zuletzt erschien von ihm im Juni 2010 Die Sündenburg. Eric Walz lebt heute als Schriftsteller in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 09.10.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641030810
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 452kBytes
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Die Hure von Rom

1 Rom, einen Abend früher, 9. April 1552 Sie war die Hure von Rom. Sie war die Königin von Rom. Maddalena Nera war seit vierzehn Monaten die Geliebte des Papstes Julius III., eine lebende Legende, berühmt wie eine Heilige oder eine große Sünderin. Ihr Kleiderschrank hätte die Königin eines Kleinstaates erblassen lassen. Die Stadt, in der sie großgeworden und herumgestoßen worden war, in der sie gedarbt und gelitten hatte, lag ihr buchstäblich zu Füßen. Sie stand auf der Terrasse ihrer Villa auf dem Gianicolo, dem westlichen Hügel Roms, verschränkte die hellen, schlanken Arme im Nacken und blickte schweigend auf die Welt unter ihr, so als würde sie ihr gehören. Der Abend überzog die römischen Mauern und den Tiber mit dem Licht des Untergangs. Es waren kupferfarbene Augenblicke der Ewigen Stadt. Zur Linken leuchtete der Vatikan, die halbfertige Kuppel des Petersdoms fast zum Greifen nahe wie eine riesige, angebissene Feige, zur Rechten lagen die übrigen Villen des Gianicolo und die urwüchsigen Pinien. Von Maddalenas Terrasse aus konnte man ganz Rom überblicken, ein glühendes Meer von Dächern, in dem unter der Oberfläche das Leben und der Kampf tobten. Davon bekam man hier oben nichts mit. Maddalena jedoch kannte dieses Leben, diesen Kampf, und deswegen war es immer gegenwärtig für sie. Zu dieser Stunde schlurften Greisinnen mit ihren Einkäufen vom Markt nach Hause, junge Ragazzi sammelten sich wie Vogelschwärme auf Plätzen, um später von dort ins Dunkel zu ziehen, Wucherer schlossen ihre Geschäfte ab, reife Männer mit schmalen Gesichtern stellten sich an Straßenecken und kraulten sich im Schritt, Frauen holten die Wäsche von den Leinen, die über die Gassen gespannt waren, Mütter scheuchten schimpfend ihre Jungen und Mädchen von der Straße. Bettelndes Volk verschwand, Verbrecher trauten sich hervor. Es war die Stunde, in der sich das Licht des Tages mit der Nacht mischte. Gatten empfingen ihre Konkubinen, Gattinnen ihre Liebhaber, Fromme die Heilige Kommunion, gedungene Mörder ihre Aufträge, Familien das Abendbrot, Dichter ihre Inspiration, Töchter aus reichem Haus ein neues Kleid mit freizügigem Dekolletee. Ein ganzes Zeitalter, ein gewisses Lebensgefühl, fand seinen Ausdruck in dieser Stunde zwischen sechs und sieben Uhr, der Kupferstunde Roms, die vom Läuten der Kirchenglocken begleitet war. Ein sündiges, ruchloses Zeitalter, das seinen Ausdruck auch in ihr, in Maddalena, fand. Dessen war sie sich bewusst. Sie war der Inbegriff Roms. Sie war die Königin. Im Kupferlicht bekam ihr Gesicht etwas Sanftes, fast Demütiges, das es sonst nicht hatte. Maddalenas Gesicht war hell, ein schattenloses, klares Gesicht mit klugen, kühlen Augen und umrahmt von den blonden Haaren einer Venus. Sie bewegte sich stets langsam. Ihre Gesten waren gelassen und beinahe perfekt, da sie sie sorgfältig einstudiert hatte. Es gab Bildhauer, die marmorne Skulpturen schufen, die Maddalenas Züge trugen. Rom war voll von Statuen mit Antlitzen ihrer Vorgängerinnen, den Geliebten anderer Päpste, den Geliebten Alexanders VI., Clemens' VII. und Pauls III. Diese Gesichter versteckten sich meist in Bildnissen antiker Göttinnen, manchmal - und frevelhafterweise - aber auch in denen einer Madonna. Die meisten der Geliebten waren von edlem Geblüt. Maddalena jedoch war die Tochter eines Fischhändlers, und gerade das machte ihren Aufstieg zu einer Legende. Denn es gehörte weitaus weniger dazu, die Geliebte eines Papstes zu werden, wenn man einen großen Namen trug und von blauem Geblüt war, als wenn der Geruch der Armut einem anhing. Kaum jemand in Rom, der nicht ihren Namen kannte, und kaum ein Botschafter, der die Existenz einer gewissen Maddalena Nera noch nicht dem heimischen Hof mitgeteilt hatte. Die Königin von Rom. Ob in Westminster, in den Tuilerien, im Dogenpalast zu Venedig oder im allerkatholischsten El Escorial hallte ihr Name, der Name einer Fischhändlerstochter, wider und rief e

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