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Die Katze im Sack Ein Fall für Mrs. Murphy von Brown, Rita Mae (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Katze im Sack

Sommer ist es in Crozet, Virginia, und bei einem Spaziergang stolpert Mary Minor "Harry" Haristeen buchstäblich über eine Leiche: Barry Monteith, Pferdezüchter und Frauenheld, ist ermordet worden. Die Trauer ist groß bei den Damen in Crozet. Sollte etwa eine ehemalige Geliebte für seinen Tod verantwortlich sein? Harry macht sich so ihre Gedanken, während sich ihre Tigerkatze Mrs. Murphy schon längst auf der Fährte des kaltblütigen Killers befindet - oder der Killerin...

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 10.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710060
    Verlag: Ullstein
    Originaltitel: Whisker of Evil
    Größe: 4638 kBytes
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Die Katze im Sack

2

C rozet war die letzte Station der Bahnstrecke, bevor die Lokomotive in dem ersten der vier Tunnel verschwand, die Claudius Crozet durch das Blue-Ridge-Gebirge getrieben hatte. Dieses Meisterwerk, ausgeführt, bevor das Dynamit erfunden wurde, galt Mitte des 19. Jahrhunderts als eines der sieben Weltwunder der Technik. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren die Tunnel immer noch ein Wunder, da zwei noch genutzt wurden; die anderen zwei waren geschlossen, aber nicht zugeschüttet worden.

Auf der anderen Seite des Blue-Ridge-Gebirges lag das fruchtbare, lang gestreckte Shenandoah-Tal, das sich von Winchester, Virginia, entlang der West-Virginia-Linie bis hin nach North Carolina zog. Das Allegheny-Gebirge begrenzte das große Tal im Westen.

Auf den Osthängen des Blue-Ridge-Gebirges war das Land, wenngleich nicht ganz so fruchtbar, strichweise recht gut.

Harrys schmucke Farm lag auf einem solchen Landstrich. Sie besaß zwar nicht Tausende von Morgen wie Tally Urquhart, nannte aber immerhin an die vierhundert Morgen ihr Eigen, außerdem nutzte sie ihre Tabakquotenzuteilung, die ihr Vater sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gesichert hatte. Dennoch warf Harrys Grundbesitz, wie bei so vielen Südstaatlern und besonders Virginiern, nicht gerade viel ab: gutes Land, wenig Bares.

Deputy Cynthia Cooper fuhr die lang gezogene Zufahrt hinauf, Harry saß auf dem Beifahrersitz, ihre Tiere auf der Rückbank des Steifenwagens; Steine knirschten unter den Reifen.

"Haus oder Stall?"

"Haus. Hab die Stallarbeit schon erledigt. Kaffee oder Tee?"

"Am liebsten Kaffee." Cooper hielt an, stellte den Motor ab, während Harry für Mrs. Murphy, Pewter und Tucker die Katzentürenöffnete. Die Tiere sausten voraus, duckten sich durch das Tiertürchen an der Seite der Fliegentür und dann durch das zweite Tiertürchen in der Küchentür.

Harry und Cooper folgten ihnen.

"Halb elf. Ich hab gar nicht gemerkt, dass es schon so spät ist." Harry mahlte Kaffeebohnen in der elektrischen Mühle und setzte Teewasser auf. Sie liebte den Duft von Kaffee, trank ihn aber nicht, weil sie davon zu kribbelig wurde. "Im Kühlschrank ist Maisbrot. Miranda hat gestern Unmengen gebacken."

Miranda Hogendobber, eine Dame in den Sechzigern, arbeitete mit Harry in dem kleinen Postamt von Crozet, wo Harry die Posthalterin war.

Das Licht im Kühlschrank erhellte Coopers Abzeichen. Sie nahm das Maisbrot und einen süßen Brei heraus.

"Apfelmus?"

Harry nickte. "Kirche zum Heiligen Licht."

Im Herbst hatten die Damen der kleinen Kirche, der Miranda angehörte, das vorzügliche Apfelmus gekocht. Harry besuchte die lutheranische St. Lukaskirche, wo ihr Freund Reverend Herbert Jones Pastor war. Sie saß im Pfarrbeirat, wo sie andere, ältere Mitglieder mit ihrem Organisationstalent beeindruckte.

"Hier." Harry füllte den Trockenfutternapf der Katzen, griff dann in eine große irdene Keksdose und gab Tucker ein geräuchertes Schweinsohr.

"Danke schön." Die Corgihündin nahm formvollendet das leckere Ohr entgegen und blieb in der Küche, weil sie nichts verpassen wollte.

"Geht's dir gut?"

"Wieso fragst du?"

"Du findest nicht alle Tage einen Toten."

"Einen Sterbenden. Er starb, als wir zu ihm kamen. Ja, mir geht's gut. Mir ist seinetwegen fürchterlich zumute, aber mir geht's gut."

"Einen Gurgelnden ", steuerte Pewter das anschauliche Detail bei.

"Umso besser." Cooper zog eine Schublade auf, entnahm ihr zwei blaugelbe Leinenserviett

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