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Die Katze lässt das Mausen nicht Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Katze lässt das Mausen nicht

Endlich ist der Frühling eingezogen in Crozet, Virginia,und alle Bewohner des kleinen Städtchens atmen auf nach der langen dunklen Jahreszeit. So auch Mrs. Murphy, die samtpfötige Detektivin. Doch die friedliche Idylle währt nicht lange, denn kurz darauf werden von Miranda Hogendobbers altem Ford die Radkappen gestohlen und der Tod eines jungen Mechanikers folgt auf dem Fuße...

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843714679
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3978kBytes
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Die Katze lässt das Mausen nicht

1

L ange silbrige Nebelschwaden drangen in die grünen Höhlen und Schluchten des Blue-Ridge-Gebirges. Fedrig strichen die Dunstschleier über Bäche und Flüsse. Es war morgens halb sieben. Die Judasbäume blühten, die Tulpen hatten sich geöffnet. Noch eine Woche, dann würde der weiße und rosa Hartriegel aufbrechen.

Mrs. Murphy, die seit halb sechs wach war, kuschelte sich an Pewter, deren leises Schnarchen sich anhörte wie eine Grabwespe bei der Arbeit, ein tiefes Summen. Die zwei Katzen ruhten in der Kuhle von Mary Minor Haristeens Rücken, während Tucker, der Corgi, sich der äußerst eindrucksvollen Länge nach auf dem bestickten Bettvorleger ausgestreckt hatte. Auch sie schnarchte leicht.

Murphy liebte den Frühling. Ihr Unterfell haarte aus, so dass sie geschmeidiger aussah und sich leichter fühlte. Die Rotkehlchen kehrten zurück, Indigofinken und Hüttensänger tummelten sich am Himmel. Unten am Bach schnappten die Sumpfhordenvögel nach Insekten und verschlangen sie mit einem Haps. Die Scharlachtangare flogen zu ihren Beutezügen in die Obstgärten. Das Ansteigen der Vogelpopulation erregte die Tigerkatze, wenngleich sie selten einen fing. Sie und Pewter träumten davon, den Blauhäher zu töten, der ihnen das Leben vermieste. Hasserfüllt und angriffslustig pflegte er im Sturzflug auf sie zu zu schießen, kreischend näher zu kommen, um dann in letzter Sekunde nach oben zu ziehen, gerade außer Krallenreichweite. Dieser spezielle Blauhäher machte sich zudem einen Spaß daraus, auf die saubere Wäsche zu kacken, die zum Trocknen auf der Leine hing. Auch Harry hasste ihn. Harry war Mary Minors Spitzname, und die Leute waren oft erstaunt, wenn ihnen eine junge, gut aussehende Frau vorgestellt wurde.

Die Leute vermuteten, ihr Spitzname rührte von ihrem Ehenamen her, dabei hatte sie ihn in der Grundschule erworben, weil ihre Kleidung großzügig mit Katzen- und Hundehaaren verziert war. Ihre kleinen Mitschülerinnen und Schulkameraden hatten das Buchstabieren noch nicht beherrscht, weshalb aus hairy - haarig - Harry wurde. Bis zum heutigen Tag hatten einige von denen, die mit ihr zur Schule gegangen waren, Probleme mit dem Buchstabieren, aber selten mit Harry.

Durch das geöffnete Fenster hörte die Katze das laute Pochpochpoch der Spechte. Sie konnte sich an keinen Frühling mit so vielen Spechten oder so vielen gelben Schwalbenschwanz-Schmetterlingen erinnern.

Der riesige, gut sechzig Zentimeter große Helmspecht bot einen furchterregenden Anblick. Dieser Vogel, der in den Hickory- und Eichenwäldern von Mittelvirginia zu Hause ist, war eine primitive Lebensform, und in Ruhestellung konnte man fast seine fliegenden Reptilien-Vorfahren in seinem Gesicht gespiegelt sehen.

Die kleineren Spechte, obwohl noch groß genug, waren weniger furchterregend. Mrs. Murphy sah den Spechten gerne zu, wenn sie einen Baum umkreisten, verhielten, nach Insekten pickten, dann wieder kreisten. Sie beobachtete, dass manche Vögel hoch kreisten und manche niedrig, und sie hätte gern gewusst warum. Sie konnte nicht nahe genug an einen heran, um zu fragen, denn sobald sie ihrer ansichtig wurden, flogen sie zu einem anderen ergiebigen Baum davon.

In der Regel hielten Vögel Gespräche mit Katzen für unter ihrer Würde. Die Mäuse, Maulwürfe und Spitzmäuse plapperten munter aus ihren sicheren Löchern heraus. "Plapperten" ist höflich ausgedrückt; denn sie verspotteten die Katzen. Die Stallmäuse sangen sogar, weil sie wussten, dass sie Mrs. Murphy mit ihren Piepsstimmen zum Wahnsinn trieben.

Die Tigerkatze schaute auf die Uhr. Harry, die gewöhnlich um halb sechs aufstand, hatte verschlafen. Zum Glück war heute Samstag, und sie musste sich nicht sputen, um zur Arbeit im Postamt von Crozet zu kommen. Eine Teilzeitkraft nahm sich der Samstagspost an. Aber die gut durchorganisierte Harry mochte kein Tageslicht vergeuden. Murphy wusste, sie würde sich ärgern, wenn sie aufwacht

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