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Die kluge Katze baut vor Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die kluge Katze baut vor

Mrs. Murphy, die gewitzte Tigerkatze auf Samtpfoten, findet es zwar höchst rätselhaft, warum Menschen heiraten - aber keineswegs rätselhaft bleibt für sie der Grund, warum Professor Vincent Forland sein Leben lassen musste.
Liebe liegt in der Luft in Crozet, Virginia. Mary Minor "Harry" Haristeen hat lange gezaudert, doch nun ist es soweit: Sie heiratet ihren Exehemann Fair noch einmal. Aber die Feierlichkeiten überschattet ein grausiger Fund. Professor Vincent Forland, weltberühmter Experte für Weinbau, liegt tot zwischen den Rebstöcken - ohne Kopf. Zum Glück stehen Mrs. Murphy und ihre tierischen Freunde schon bereit, sich den aktuellen Fall zu krallen.

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710329
    Verlag: Ullstein
    Größe: 4995kBytes
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Die kluge Katze baut vor

1

M ary Minor, willst du diesen Mann zu deinem angetrauten Manne nehmen, um gemäß Gottes Sakrament im heiligen Stande der Ehe zu leben? Willst du ihn lieben, unterstützen, ehren, in Gesundheit und Krankheit zu ihm halten und, allen anderen entsagend, dich nur für ihn bewahren, bis dass der Tod euch scheidet?"

"Ja, das will ich", antwortete Harry mit klarer Stimme.

Darauf fragte Reverend Herbert Jones mit seiner sonoren Stimme: "Wer gibt diese Frau diesem Manne zur Ehe?"

Susan Tucker, die neben Harry stand, antwortete: "Ich."

Fair wiederholte lächelnd, was er auswendig gelernt hatte: "Ich, Pharamond Haristeen, nehme dich, Mary Minor, zu meinem angetrauten Weibe, um von diesem Tage an zu dir zu stehen, im Guten wie im Schlechten, in Reichtum und Armut, in Krankheit und Gesundheit, dich zu lieben und hochzuhalten, bis dass der Tod uns scheidet, gemäß Gottes heiligem Sakrament; und so gelobe ich dir ewige Treue."

Harrys Tigerkatze Mrs. Murphy und die pummelige graue Katze Pewter hockten auf dem Sims der Empore und hörten aufmerksam zu. Die Corgihündin Tucker saß neben Mildred, der Organistin, auf einer Bank.

"Endlich", seufzte der Hund.

"Sie sind füreinander bestimmt." Mrs. Murphy besaß Katzenintuition für derlei Angelegenheiten.

"Sie haben's schon ein Mal versucht, beim zweiten Mal sollte der Zauber greifen." Pewter wünschte, die Zeremonie ginge schneller vonstatten; denn sie wollte schleunigst auf den Empfang.

Sie fand ausgefallene Speisen viel aufregender als die Teilnahme an Menschenritualen.

"Wenn ihr denkt, die Farm läuft jetzt schon wie geschmiert, dann wartet erst, bis Fair sich ins Zeug legt. Er ist stark wie ein Ochse." Tucker hatte den eins neunzig großen Tierarzt immer geliebt. Diese Liebe beruhte auf Gegenseitigkeit.

"Können wir etwa jetzt nicht mehr mit im Bett schlafen? Müssen wir uns damit abfinden, dass sie sich dauernd hin und her werfen und ächzen und stöhnen?" Schlafen liebte Pewter fast so sehr wie essen.

"Warum sollte sich da was ändern, Pewts? Lass dich ans Fußende vom Bett fallen, und wenn sie fertig sind, gehst du hin und schläfst auf dem Kissen", entgegnete Mrs. Murphy.

"Na ja, wenn sie verheiratet sind, machen sie's vielleicht öfter, meinst du nicht?" Die körperlichen Intimitäten der Menschen verstörten Pewter. Dann kicherte sie. "Oder seltener."

"Nichts wird sich ändern, bloß, dass er entspannter sein wird. Er hat so hart gekämpft, um sie zurückzuerobern. Er wird glücklich sein. Harry ist nun mal seine große Leidenschaft." Mrs. Murphy sah zu, als Herb die Ringe segnete.

"Ist Fair ihre große Leidenschaft?" Pewter legte den Kopf schief.

Mrs. Murphy und Tucker sagten nichts. Nach langem Nachdenken meinte Tucker schließlich: "Die Frage ist schwer zu beantworten."

"Ich glaub nämlich nicht, dass er ihre große Leidenschaft ist, obwohl sie ihn heiratet", sagte Pewter unverblümt. "Guckt euch Miranda und Tracy an. Er ist verrückt nach ihr, und sie gerät jedes Mal in Verzückung, wenn sie ihn anguckt. Oder BoomBoom und Alicia, die sind voneinander betört. Kuhaugen, versteht ihr. Aber bei Harry hab ich so was nie gesehn."

"Zu vernünftig." Tucker verstand, was Pewter meinte.

"Oh, wir haben alle erlebt, wie Harry die Vernunft zum Teufel gejagt hat. Nicht oft, zugegeben, aber sie kann mal die Beherrschung verlieren oder sich von ihrer Neugierde mitreißen lassen. Dann fliegt ihre Urteilskraft zum Fenster raus." Auch Mrs. Murphy dachte über Pewters Bemerkung nach. "Sie liebt ihn. Sie würde nicht in dem hübschen Kleid da vorne stehen, wenn sie ihn nicht liebte. Sie ist", Mrs. Murphy hielt kurz inne, "gehemmt. Unsere liebe Mutter begeistert sich mehr für Ideen, für

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