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Die Lebenden und die Toten von Neuhaus, Nele (eBook)

  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Lebenden und die Toten

Die Idylle täuscht: Hinter jeder Ecke lauert der Tod.
Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will gerade in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird durch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet - und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.
Atemberaubend spannend - der neue Bestseller von Nele Neuhaus!
Entdecken Sie auch SOMMER DER WAHRHEIT, einen fesselnden Roman, den Nele Neuhaus unter dem Namen Nele Löwenberg geschrieben hat!

Nele Neuhaus, geboren in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843709620
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3263 kBytes
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Die Lebenden und die Toten

Zur gleichen Zeit ...

Kriminalhauptkommissarin Pia Kirchhoff hatte Urlaub. Seit letzter Woche Donnerstag, bis zum 16 . Januar 2013 . Vier ganze Wochen! Ihr letzter richtig langer Urlaub lag fast vier Jahre zurück: 2009 waren Christoph und sie in Südafrika gewesen, danach hatten sie es nur noch zu Kurzreisen geschafft, aber diesmal würde es fast auf die andere Seite des Globus gehen, nach Ecuador und von dort aus mit einem Schiff zu den Galapagosinseln. Christoph war schonöfter vom Veranstalter der exklusiven Kreuzfahrtreisen als Reiseleiter engagiert worden, und sie reiste zum ersten Mal mit – als seine Ehefrau.

Pia setzte sich auf die Bettkante und betrachtete versonnen den schmalen goldenen Ring an ihrer Hand. Der Standesbeamte war etwas irritiert gewesen, als Christoph ihr den Ring an die linke Hand gesteckt hatte, doch sie hatte ihm erklärt, dass sich links schließlich das Herz befände und sie deshalb beschlossen hätten, ihre Eheringe an der linken Hand zu tragen. Das war nur die halbe Wahrheit, denn dieser Entschluss hatte auch mehrere ganz pragmatische Gründe. Zum einen hatte Pia in ihrer ersten Ehe mit Henning den Ehering, wie es in Deutschland üblich war, rechts getragen. Zwar war sie nicht übermäßig abergläubisch und wusste, dass das Scheitern dieser Ehe nichts damit zu tun gehabt hatte, aber sie wollte das Schicksal nicht unnötig herausfordern. Zum anderen – und das war der Hauptgrund für ihre Entscheidung – war es äußerst schmerzhaft, wenn ihr jemand mit festem Händedruck die Hand gab und dabei beinahe mit dem Ring ihren Finger zerquetschte.

Christoph und sie hatten am Freitag im Standesamt in Höchst, das sich im Gartenpavillon des Bolongaropalastes befand, heimlich, still und leise geheiratet. Ohne Freunde, Familie oder Trauzeugen und ohne es jemandem zu sagen. Erst nach ihrer Rückkehr aus Südamerika würden sie es bekanntgeben und dann im nächsten Sommer ein großes Fest auf dem Birkenhof feiern.

Pia riss sich vom Anblick des Rings los und fuhr damit fort, die auf dem Bett gestapelte Wäsche möglichst platzsparend in zwei Koffern zu verstauen. Dicke Pullover und Jacken würden sie nicht brauchen. Stattdessen Sommerklamotten. T-Shirts. Shorts. Badeanzug. Sie freute sich darauf, dem Winter und dem Weihnachtsfest, dem sie nicht sonderlich viel abgewinnen konnte, zu entrinnen und stattdessen an Deck eines Kreuzfahrtschiffs in der Sonne zu dösen, zu lesen und einfach mal richtig zu faulenzen. Christoph würde zwar viel zu tun haben, aber er hatte auch Freizeit, und die Nächte gehörten ihnen allein. Vielleicht würde sie ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Bruder – ja, vor allem ihm und seiner arroganten Frau – Postkarten schicken und ihnen darauf mitteilen, dass sie geheiratet hatte. Noch immer hatte sie den missbilligenden Kommentar ihrer Schwägerin Sylvia im Ohr, als diese von ihrer Trennung von Henning erfahren hatte. "Eine Frau über dreißig wird eher vom Blitz getroffen, als dass sie noch einen Mann findet", hatte Sylvia pessimistisch geunkt. Tatsächlich war Pia vom Blitz getroffen worden, an einem sonnigen Junimorgen vor sechs Jahren im Elefantengehege des Opel-Zoos. Denn dort waren sie und Dr. Christoph Sander, der Direktor des Zoos, sich zum ersten Mal begegnet und hatten sich auf Anhieb ineinander verliebt. Seit vier Jahren lebten sie nun gemeinsam auf dem Birkenhof in Unterliederbach und waren recht bald zu dem Schluss gekommen, dass sie dies bis zum Ende ihres Lebens tun wollten.

Das Handy, das unten auf dem Küchentisch lag, fing an zu trillern. Pia lief die Treppe hinunter, ging in die Küche und warf einen Blick auf das Display, bevor sie das Gespräch entgegennahm.

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