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Die Legende der Dunkelheit Thriller von Doetsch, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.04.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Legende der Dunkelheit

Meisterdieb Michael St. Pierre wollte sein Handwerk nie wieder ausüben. Doch eine perfide Erpressung zwingt ihn dazu, sein Versprechen zu brechen. Er und seine Exfreundin KC Ryan sollen ein Tagebuch stehlen, dessen Inhalt eines der größten Geheimnisse der Geschichte birgt. Versagt einer von ihnen, muss der andere sterben. Der Weg führt Michael St. Pierre in die Unterwelt der chinesischen Triaden und zu einem Gegner, der alles daran setzt, Michaels Plan zu sabotieren ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 575
    Erscheinungsdatum: 19.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838718941
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Thieves of Legend
    Größe: 1317 kBytes
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Die Legende der Dunkelheit

Prolog
Italien

D as Schloss stand am Rand einer Klippe über dem Tyrrhenischen Meer, dessen dunkle Wasser mit dem Nachthimmel am Horizont zu verschmelzen schienen. Das Haus aus Steinquadern, Ziegeln und Granit war so in die Klippenwand gebaut worden, dass es aussah, als wüchse es aus der Erde heraus und existierte bereits seit Anbeginn der Zeit.

Wenn man vom Meer her darauf zufuhr, erweckte das alte Gebäude den Eindruck, als wäre es eins mit den Felsen, doch jetzt, im Dunkel der Nacht, wirkte es durch die glitzernden Fenster eher so, als gehöre es zu den Sternen am Himmelszelt. Im Zuge der wechselhaften Geschichte der Region hatte das Schloss, das 1650 für den Herzog von Faronte erbaut worden war, im Laufe der Jahrhunderte mehrmals den Besitzer gewechselt und war zuletzt von einem Mann gekauft worden, der über ein gewaltiges Vermögen verfügte, das er, Gerüchten zufolge, mit skrupellosen Geschäften im Fernen Osten gescheffelt hatte.

Michael St. Pierre stand auf dem Dach des Schlosses, ganz am Rand. Mit der Hand stützte er sich auf eine der Zinnen und fühlte sich dabei wie ein Kreuzritter, der die Mauern von Jerusalem überwunden hatte. Er betrachtete die Sterne, die den Nachthimmel zierten, den Mond, der gerade erst aufgegangen war, und die ungewöhnlich hohe Brandung - die Nachwehen eines Sturms, der sich längst verzogen hatte -, die fünfundsechzig Meter unter ihm, am Fuß der Klippe, donnernd gegen die Felsen schlug.

Gut dreißig Meter vor der Küste lag ein imposantes Schiff vor Anker, eine fünfzig Meter lange Luxusjacht. Die weiße Sunseeker gehörte dem Mann, auf dessen Haus Michael gerade stand. Er beobachtete das Boot schon seit gut einer Stunde. Vor ungefähr fünfzehn Minuten war etwa zweihundert Meter weiter südlich von der Jacht ein kleineres Schiff angekommen und hatte ein kleines Begleitboot zu Wasser gelassen. Michael sah dabei zu, wie sich das Begleitboot dem Kai näherte, der sich direkt unter ihm befand, und, nachdem es sich durch den schweren Wellengang gekämpft hatte, schließlich erfolgreich dort anlegte. Jetzt kletterten im Gänsemarsch sechs gut gekleidete Männer die schmalen, steilen Treppenstufen hinauf, die Jahrhunderte zuvor in den Fels gehauen worden waren. Sie blieben mehrmals stehen, um wieder zu Atem zu kommen.

Michael klemmte sein Gurtzeug an das Seil, das er am Fallrohr der Dachrinne befestigt hatte, und warf es nach unten. Er hatte fast eine Viertelstunde gebraucht, um auf die fünfunddreißig Meter hohe Nordfassade des Gebäudes zu klettern, die im Schatten der Wälder lag, die sich an der Küste entlangzogen. Da die Fassade aus grob behauenem Granit und aus Steinquadern bestand, war es so gewesen, als würde man einen Berg erklimmen, der mit Haltegriffen und Fußstützen durchsetzt war. Er war acht Kilometer durch den italienischen Wald gewandert mit einem Seil über der einen und einem kleinen Rucksack mit Gerätschaften über der anderen Schulter, was ihm das Aussehen eines Wanderers verliehen hatte. Sein Telefon hatte er ausgeschaltet. Seine Freundin und Busch würden zwar sauer sein, wenn sie versuchten, ihn zu erreichen, doch die Vorstellung, bei dem, was er hier trieb, entweder von den Leuten erwischt zu werden, die im Moment gerade zum Haus kamen, oder von den beiden Menschen, denen er am nächsten stand, war zu schrecklich, als dass er noch weiter darüber hätte nachdenken wollen. Erklären zu müssen, dass er in Wahrheit nicht nach Chicago geflogen war, konnte problematisch werden. Ungewohnte Schuldgefühle überkamen ihn, doch die hatten nichts mit dem zu tun, was er hier gleich tun würde, sondern mit dem Täuschungsmanöver, das er inszeniert, mit dem Versprechen, das er gebrochen hatte.

Fakt war, dass es auf der ganzen Welt nur einen einzigen Menschen gab, der wusste, wo er in diesem Moment war: sein alter Freund Simon, der ihn angeheuert hatte. Der saß jetzt wahrscheinlich über einem leckeren Abendessen in der kleinen Gemeinde T

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