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Die Maske des Bösen Javier Falcón 3 - Roman von Wilson, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2014
  • Verlag: Page & Turner
eBook (ePUB)
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Die Maske des Bösen

Der 3. Fall für Inspektor Javier Falcón
Eine Bombenexplosion erschüttert Sevilla. Der Verdacht fällt sofort auf islamistische Fanatiker. Doch Inspektor Javier Falcón ist anderer Meinung: Ihn beschäftigt eine grausam verstümmelte Leiche, die am Tag vor der Explosion auf einer Mülldeponie gefunden wurde. Die zeitliche Nähe des augenscheinlichen Ritualmords und des Anschlags ist für Falcón kein Zufall. Als er den Toten endlich identifizieren kann, führt ihn die Spur zu den Drahtziehern eines infamen Komplotts, die nur ein Ziel kennen: ungeteilte Macht um jeden Preis ...
Das Böse trägt viele Masken.

Robert Wilson, 1957 in England geboren, lebt abwechselnd in England, Spanien und Portugal. Spätestens seit dem Roman "Tod in Lissabon", für den er den Gold Dagger Award und den Deutschen Krimi-Preis erhielt, wird er als "einer der besten Thrillerautoren der Welt" (The New York Times) gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 31.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641141592
    Verlag: Page & Turner
    Serie: Javier Falcón 3
    Originaltitel: The Hidden Assassins
    Größe: 1458kBytes
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Die Maske des Bösen

EINS

Sevilla – Montag, 5. Juni 2006, 16.00 Uhr

E in toter Körper ist nie hübsch. Selbst der talentierteste Bestatter und genialste Maquillage-Künstler kann einer Leiche kein Leben einhauchen. Aber manche Leichen sind hässlicher als andere. Sie sind von anderen Lebensformen übernommen worden. Bakterien haben ihre inneren Säfte und Ausscheidungen in schädliche Gase verwandelt, die sich in den Höhlungen des Körpers sammeln und unter der Haut ausbreiten, bis sie sich straff wie ein Trommelfell über die darunter fortschreitende Verwesung spannt. Der Gestank ist so übermächtig, dass er in das zentrale Nervensystem der Lebenden eindringt, bis er die Ekelgrenze übersteigt. Sie werden reizbar. Am besten meidet man die Nähe von Menschen, die zu dicht um eine Blähleiche stehen.

Für gewöhnlich hatte Inspector Jefe Javier Falcó;n ein Mantra, das in seinem Hinterkopf ablief, wenn er mit dieser Art Leiche konfrontiert war. Er konnte die Spuren aller möglichen Arten von Gewaltanwendung verkraften – Krater von Schusswunden, tiefe Messerstiche, Beulen von stumpfer Gewalt, Würgemale, Vergiftungsblässe –, aber diese Verwandlung durch Verwesung, die Aufblähung und der Gestank verstörten ihn in letzter Zeit. Er dachte, dass es nur die Psychologie des Verfalls sei, der Verstand war beunruhigt von der Aussicht auf das einzig mögliche Ende des Alters, aber dies war nicht die übliche Fäulnis des Todes. Es hatte etwas mit der Verwesung der Leiche zu tun – der Art und Weise, wie die Hitze ein schlankes Mädchen rasend schnell in eine kräftige Matrone verwandeln oder, wie im Fall dieser Leiche, die sie auf der Müllkippe außerhalb der Stadt ausgruben, einen normalen Mann wie einen Sumoringer aussehen lassen konnte.

Die Totenstarre war voll ausgeprägt, und die Leiche in einer höchst entwürdigenden Position zur Ruhe gekommen. Schlimmer noch als ein geschlagener Sumoringer, der aus dem Ring gestoßen kopfüber in der ersten Reihe der johlenden Zuschauer landet. Aber anders als der in seiner Scham durch das dicke Band seines mawashi geschützte Ringer, war dieser Mann nackt. Wäre er bekleidet gewesen, hätte er ein kniender, muslimischer Betender sein können (sogar sein Kopf wies gen Osten), doch das war er nicht. Und deshalb wirkte er wie jemand, der sich auf bestialische Gewalt gefasst macht, das Gesicht in das Kissen aus Verfall unter sich gedrückt, als könnte er die Schmach seiner ultimativen Schändung nicht ertragen.

Während Falcó;n die Szene betrachtete, fiel ihm auf, dass er nicht sein übliches Mantra abspulte, sondern abgelenkt war von etwas, das geschehen war, als man ihn wegen der Entdeckung der Leiche alarmiert hatte. Um dem Lärm des Cafés zu entkommen, in dem er seinen café solo getrunken hatte, war er rückwärts aus der Tür getreten und mit einer Frau zusammengestoßen. Sie hatten " Perdó;n " gesagt, einen erstaunten Blick gewechselt und waren dann beide erstarrt. Die Frau war Consuelo Jiménez. Seit dem Ende ihrer Affäre vor vier Jahren hatte Falcó;n sie nur vier- oder fünfmal kurz von weitem auf einer belebten Straße oder in einem Laden gesehen, und nun waren sie buchstäblich aufeinandergeprallt. Sie sagten nichts. Sie betrat das Café schließlich doch nicht, sondern verschwand schnell wieder im Strom der Einkaufenden. Aber sie hatte ihren Abdruck in ihm hinterlassen und den ihr gewidmeten, fest geschlossenen Schrein in seinem Herzen unvermittelt wieder geöffnet.

Zuvor war der Gerichtsmediziner behutsam durch den Müll gestapft, um zu

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