text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Maske des Dimitrios von Ambler, Eric (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2016
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Maske des Dimitrios

Istanbul in den 1930ern: Auf seiner Reise sucht der englische Kriminalschriftsteller Charles Latimer nach Inspiration. Als er von der Polizei erfährt, dass gerade eine Leiche aus dem Bosporus gefischt wurde ? entstellt bis zur Unkenntlichkeit ?, wittert er den Stoff für sein nächstes Buch. Doch wie nah darf er dem Verbrechen kommen?
Bei dem Toten handelt es sich um niemand geringeren als Dimitrios, den berüchtigten und seit langem gesuchten Betrüger und Mörder. Latimer ist fasziniert und macht sich daran, Dimitios' Spuren zu folgen. Es beginnt eine Jagd durch ganz Europa, bei der er sich mit jedem Hinweis, dem er nachgeht, tiefer in Gefahr begibt. Als Latimer schließlich erkennt, mit welchen Mächten er sich angelegt hat, steht sein eigenes Leben bereits auf dem Spiel.

Eric Ambler, geboren 1909, gehört zu den Begründern des klassischen Noir- und Spionagethrillers und wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Order of the British Empire, der ihm 1981 von Königin Elisabeth II. verliehen wurde. Eric Ambler starb 1998 in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 16.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455813906
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 781 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Maske des Dimitrios

1 Ursprung einer Obsession

E in Franzose namens Chamfort, der es hätte besser wissen müssen, hat einmal gesagt, dass Zufall ein Spitzname für Vorsehung sei.

Dies ist einer jener bequemen, fragwürdigen Aphorismen, die geprägt wurden, um die unangenehme Wahrheit zu verschleiern, dass der Zufall eine wichtige, wenn nicht die Hauptrolle im Leben der Menschen spielt. Ganz abwegig ist Chamforts Gedanke jedoch nicht. Der Zufall kommt manchmal so unsicher daher, dass man ihn leicht mit dem Ergebnis bewusster Vorsehung verwechseln kann.

Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von Dimitrios Makropoulos.

Dass jemand wie Latimer von der Existenz eines Mannes wie Dimitrios erfährt, ist an sich schon grotesk. Dass er die Leiche dieses Dimitrios zu sehen bekommt, kostbare Wochen darauf verwendet, Licht in die dunkle Geschichte dieses Mannes zu bringen, und sein Leben schließlich der eigenwilligen Wohnungseinrichtung eines Verbrechers verdankt - das alles ist von atemberaubender Absurdität.

Gleichwohl, wenn man diese Umstände zusammen mit den anderen Fakten dieses Falles betrachtet, ist es schwer, nicht in abergläubischer Ehrfurcht zu versinken. Angesichts der ganzen Absurdität scheint sich der Gebrauch des Wortes 'Zufall' zu verbieten. Für den Skeptiker bleibt nur ein Trost: Sollte es so etwas wie ein übernatürliches Gesetz geben, so wird es außerordentlich stümperhaft angewendet. Die Entscheidung, Latimer zu seinem Instrument zu machen, konnte nur ein Idiot getroffen haben.

Charles Latimer hatte die ersten fünfzehn Jahre seines Erwachsenenlebens als Dozent für Volkswirtschaft an einer kleineren englischen Universität verbracht. Mit fünfunddreißig hatte er außerdem drei Bücher geschrieben. Das erste war eine Arbeit über den Einfluss Proudhons auf die politischen Theorien im Italien des neunzehnten Jahrhunderts. Das zweite trug den Titel Das Gothaer Programm von 1875 . Das dritte war eine Untersuchung über die wirtschaftspolitischen Implikationen von Rosenbergs Buch Der Mythus des 20 . Jahrhunderts .

In der Hoffnung, die schwarzen Gedanken zu vertreiben, die sich im Gefolge seiner zeitweiligen Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Philosophie und ihrem Propheten, Dr. Rosenberg, bei ihm eingestellt hatten, schrieb Latimer, unmittelbar nachdem er den Stapel Fahnen zu seinem dritten Werk korrigiert hatte, seinen ersten Kriminalroman.

Eine blutige Schaufel fand sofort großen Anklang. Es folgte "Ich", sagte die Fliege und Tödliche Waffen . Aus der großen Schar von Professoren, die in ihrer Freizeit Detektivgeschichten schreiben, trat Latimer bald als einer der wenigen Verschämten hervor, die mit ihrem Hobby Geld verdienen konnten. Es war wohl unausweichlich, dass er die Schriftstellerei früher oder später zu seinem Hauptberuf machte. Drei Dinge beschleunigten diese Entwicklung. Erstens eine Meinungsverschiedenheit mit der Universitätsverwaltung in einer für ihn grundsätzlichen Frage. Zweitens eine Erkrankung, drittens der Umstand, dass er Junggeselle war. Wenig später veröffentlichte er Eine böse Überraschung , und nach seiner Krankheit, die seine Konstitution sehr geschwächt hatte, reichte er ohne großes Bedauern seine Kündigung ein und beschloss, seinen fünften Kriminalroman in einem wärmeren Klima zu beenden.

Sobald sein sechstes Buch fertig war, fuhr er in die Türkei. Er hatte ein Jahr in Athen und Umgebung verbracht und sehnte sich nach einer Ortsveränderung. Gesundheitlich ging es ihm schon viel besser, aber die Aussicht auf einen englischen Herbst erschien ihm nicht verlockend. Auf Vorschlag eines griechischen Freunds fuhr er mit dem Schiff von Piräus nach Istanbul.

Dort hörte er durch Oberst Hakki zum ersten Mal von Dimitrios.

Empfehlungsbriefe sind eine heikle Sache. Meist kennt der Schreib

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen