text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Morde von Kinloch Kriminalroman von Meyrick, Denzil (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.06.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Morde von Kinloch

Ein Mann schwingt sich mit einem Kanister in der Hand über die Reling einer Motorjacht und geht einige Schritte das hölzerne Pier des beschaulichen schottischen Küstenortes Kinloch hinunter. Er stoppt, setzt sich auf den Boden und gießt den Kanisterinhalt über sich aus. Im nächsten Moment endet sein Leben in einer Stichflamme, die gen Himmel schießt. DCI Jim Daley steht vor einem Rätsel: Wer oder was trieb den Mann zu einem derart grausamen Selbstmord? Viel Zeit zum Rätseln bleibt Daley allerdings nicht. Kurz darauf werden zwei weitere Leichen in Kinloch gefunden. Eindeutig ermordet ... "Wer bleireiche Action und bissige Dialoge mag, sollte der Serie eine Chance geben ..." Krimicouch.de Denzil Meyrick wurde in Glasgow geboren und wuchs an der schottischen Küste in Campbeltown auf. Nach einem Politikstudium arbeitete er als Polizist, freier Journalist und Geschäftsführer einer Whisky-Destille.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 03.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678391
    Verlag: HarperCollins
    Serie: DCI Jim Daley 3
    Originaltitel: Dark Suits and Sad Songs
    Größe: 2440 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Morde von Kinloch

3

Sie hatte sich nie mit Kirkintilloch anfreunden können. Ein Teil von ihr sehnte sich immer noch nach dem East End von Glasgow zurück. Ihre Freunde, ihre Familie - oder was davon übrig war, eben einfach jeder, an dem ihr etwas lag - lebte irgendwo in diesem übel beleumundeten Teil der Stadt. Der Umzug nach Kirky, wie der Ort vom Großteil der hiesigen Bevölkerung genannt wurde, war ein Kompromiss gewesen.

Solange die Kinder im Haus gewesen waren, hatte sie nicht viel Zeit gehabt, sich über ihre Umgebung Gedanken zu machen. Aber nun, da beide flügge waren, blieb ihr viel mehr Zeit für sich - nach allem, was passiert war.

Ihr Blick fiel auf eine Fotografie auf dem Kaminsims. Es zeigte einen in strammer Haltung dastehenden Mann. Er hatte die Arme dicht an den Körper gelegt, und die Daumen seiner geballten Fäuste, die in weißen Handschuhen steckten, wiesen zu Boden. Sie lächelte, während sie seine kantigen Gesichtszüge betrachtete, die man unter der schwarz-weiß karierten Mütze mit der hohen Krempe und dem glänzenden schwarzen Schirm gerade so eben erkennen konnte. Selbst von hier aus sah sie die scharfen Bügelfalten in der Hose und den Ärmeln des Uniformrocks. Sie lächelte dem ernsthaften jungen Gesicht zu, das so wenig zu dem Mann zu gehören schien, den sie heute kannte. Die Aufnahme war vor vielen Jahren entstanden, genau gesagt kurz nach ihrer Hochzeit. Ihr Herz war von Stolz erfüllt gewesen, als sie ihrem Mann, Brian Scott, bei der Abschlussparade der Polizeischule zugesehen hatte. Eine Träne schlängelte sich an ihrer Wange herab.

In ihre liebevollen Erinnerungen brach ein lautes Klopfen an der Tür ein. Hinter der Glasscheibe zeichnete sich eine Gestalt in Uniform ab, und die goldene Tresse an der Mütze deutete darauf hin, dass es sich nicht um irgendeinen Polizeibeamten handelte.

"Willie!" Sie bat den Mann in der makellosen Uniform herein. "Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich dich das letzte Mal gesehen habe. Wie geht's Sheila und den Kleinen?"

"Aye, gut, gut. Sind alle erwachsen, genau wie deine. Und selber, Ella, wie kommst du zurecht?" Der Mann war groß und füllig. Mit der fleischigen Hand schob er sich die Mütze in den Nacken und zog die Frau an sich wie ein Bär.

"Lass mich runter, du großer Mistkerl", kreischte sie. "Komm schon rein und setz dich, sonst kriegst du noch Plattfüße. Und nimm um Himmels willen den Deckel da ab, du siehst ja aus wie der Herzog von Edinburgh."

"Aye, die Uniformen werden jeden Tag ausgefallener. Kann man sich das vorstellen?", sagte er und deutete auf den Rollkragenpullover, den er anstelle des Uniformrocks trug, den sie gerade auf dem Foto ihres Ehemanns betrachtet hatte. "Scheiße, demnächst lassen sie uns noch Baseballkappen tragen - vor allem seit dem ganzen Palaver über unsere eigene schottische Polizei."

"Aber was soll das Lametta auf deiner Schulter? Ich hab ja jetzt schon ein paar Jährchen mit euch Polis zu tun, aber so was hab ich noch nicht gesehen." Ella trat einen Schritt zurück, um ihren alten Freund zu bewundern, während sie auf den großen Ledersessel deutete.

"Och, ich bin jetzt Deputy Assistant Chief Constable, ist das zu glauben? Kriegt man einen Kieferkrampf, wenn man's ausspricht. Chief Superintendent war mir ganz recht. Und jetzt muss ich jeden verdammten Tag nach Kincardine rüber. Tulliallan hat mir schon nicht gefallen, als ich und dein Brian noch auf Probe waren, und in den letzten paar Wochen hab ich nichts gesehen, was das ändern könnte. Ist sowieso alles Unsinn - jeder Trottel weiß doch, dass die neue Truppe am Ende ihr Hauptquartier in Glasgow kriegt, oder nicht weit weg davon. Alles andere macht keinen Sinn. Wirst schon sehen", sagte er, "wir beziehen von der Bande aus Edinburgh wieder die übliche Prügel."

"Ich fürchte, ich hab ein bisschen den Kontakt verloren, seit - na ja, du weißt schon", sagte sie mit einem tiefen Seufzer. "Die Dinge haben

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen