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Die Nacht, als sich die Welt auflöste Erotische Erzälungen von Munson, Peggy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2012
  • Verlag: Konkursbuchverlag
eBook (ePUB)
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Die Nacht, als sich die Welt auflöste

Eine erotisches Roadmovie aus Amerika. Genderübergreifende Sex-Geschichten. Daddy-Butches, die ihre Girls in Truck-Stops nehmen, feurige Rendez-Vous mit College-Professorinnen u.v.a. Doch diese Erzählungen gehen aus den 'klassisch'-amerikanischen Erotik-Settings hinaus in die Tiefe ... "... Sie schreibt ungeheuer stark und phantasievoll, rau, explizit, auf wunderbare Weise irritierend und beunruhigend." Rezensenten in den USA verglichen sie mit Djuna Barnes, Jeanette Winterson und William S. Burroughs oder nannten ihre Geschichten einen "wet-dream" und "multidimensional" (Susie Bright).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 01.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783887698348
    Verlag: Konkursbuchverlag
    Größe: 319kBytes
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Die Nacht, als sich die Welt auflöste

Rummelplatz

"In der Liebe und bei den Huren ist alles erlaubt", sagte Daddy Billy, als er sich nach dem Sex an mich löffelte. "Also ist morgen auf dem Rummelplatz alles erlaubt", antwortete ich und küsste ihn auf die Nase.

Ich war gerade aus meinen Fohlenbeinen herausgewachsen – meinen wackligen Mädchenknien, die sich immer für Daddy Billy spreizten –, als die langen, dünnen Metallbeine der Kirmes zu einem surrenden Haufen anwuchsen und den Mason-County-Rummelplatz eroberten. Es war eine Zeit lang etwas schwierig zwischen uns gewesen, aber heute war jene Art makelloser Sommertag, den die Leute vor lauter Begeisterung fast zertrampeln. Wir benahmen uns wie frisch verliebt. Daddy Billy weckte mich früh mit Küssen. "Der Tag der Freaks ist da!", rief er gellend. Er war schon angezogen. Ich schlief nackt, weil Daddy nachts gern unter meine Decke schlüpfte. "Ich brauche meinen Lieblingsmitternachtssnack", sagte er, wenn seine suchenden Finger in mich drängten.

Auf dem Rummel hing die Sonne in ihrem klebrigen, künstlichen Orange aus Fliegenfängersaft, als wir uns zwischen Kids mit tropfenden Eistüten hindurchschlängelten. Ich war geil und lustlos, wie immer, wenn Daddy Billy mich nicht fickte. Aber er war durch andere kreisrunde Öffnungen abgelenkt – ausnahmsweise welche ohne Lippenstift. Er warf Tischtennisbälle auf kleine Goldfischgläser und versuchte, einen Preis zu gewinnen, den ich gar nicht wollte. Es schien ihm nichts auszumachen, dass meine Oberschenkel in der Hitze zusammenschmelzen könnten; aber sein gewisses Selbstvertrauen, sogar der Sonne gegenüber, machte mich nass. Ich wickelte mir meine Haarsträhnen um die Finger, trat auf dem durch wochenlanges Footballspiel plattgebügelten Rasen von einem Fuß auf den anderen. "Sei lieb, damit Daddy dich nicht auf dem Rummel verkaufen muss", sagte er mit einem großen Grinsen. Wenn ich ihn schon nicht reiten durfte, wollte ich zumindest einen Ritt auf dem Karussell. Ich hatte die Tasche voller Eintrittskarten und da oben wartete ein mit Edelsteinen geschmückter, auf Kumuluswolken schlafender Himmel auf meine ungeduldigen Hände. Ich versuchte, mich von Daddy zu lösen, aber er fasste mein Handgelenk. "Das ist keine dieser postmodernen, kanadischen Tingeltangel-Shows", warnte er mich. "Mit anbetungswürdigen Akrobaten-Zwillingen. Die Inzucht hier macht sie hässlich und gemein. Also bleib nah bei Daddy und bleib weg vom Oktopus-Mann."

In den letzten drei Wochen war der Oktopus-Mann meine Nemesis gewesen. Ich war die einsame Reiterin, die in der Finsternis eines elektrischen Unwetters schrie, weil er das Oktopus-Karussell nicht anhielt, um mich aussteigen zu lassen. Mit seinem echsenartigen Hinken und seiner Haut, bedeckt mit mehr Tinte als eine Druckerpresse, war der Oktopus-Mann ein griesgrämiger Sadist mit einer geölten Maschine. "Sein Oktopus ist sein Dreschflegel", höhnte Daddy. Und in der Finsternis des Gewitters war er am Drücker und lachte, als der Blitz die rußige Dunkelheit aufriss wie einen Reißverschluss. Er drosch mit Furcht auf mich ein. Er war nicht so nett wie Daddy Billy, obwohl Daddy dafür bekannt war, immer zu lachen, wenn ich schrie. Daddy war für eine Menge Sachen bekannt.

Daddy Billy – auch als Hochwürden Billy, Outlaw Billy und, zu seltenen Gelegenheiten, als Billy Boi bekannt – hatte mich gelehrt, wie es sich anfühlte, einen Liebhaber "Daddy" zu nennen und das Wort mit glutvoller Gewalt in mich eingeträufelt. Seine unanständige Erziehung hatte mich von einer erwachsenen Frau zu einer halbwüchsigen Nymphomanin gemacht. Er lehrte mich Verlangen, das sich wie Asphalt in der Somme

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