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Die Nacht der schwarzen Rosen Ein Avvocato Scalzi Roman von Filasto, Nino (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.05.2017
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die Nacht der schwarzen Rosen

Der geniale Modigliani - Opfer einer skrupellosen Fälschergang? Zum dritten Mal ist Avvocato Scalzi einem finsteren Geheimnis der Toskana auf der Spur. Der Florentiner Anwalt Corrado Scalzi wird in das nahe Livorno gerufen. Im Hafenbecken der Stadt wurde die Leiche eines jungen amerikanischen Kunsthistorikers gefunden - ertrunken, so heißt es. James weilte zu Recherchen über die Echtheit einiger Modigliani-Skulpturen in der Geburtsstadt des Künstlers. Aber was hatte der Amerikaner bei seinen Studien noch herausgefunden, das ausreichte, ihn ums Leben zu bringen? Zum dritten Mal wird der bedächtige Scalzi, assistiert von seiner scharfzüngigen Olimpia und seinem abenteuerlichen Freund Guerracci, in eine dunkle Affäre hineingezogen, die sich bald zu einer geld- und drogenschweren Fälscherstory weitet. Nino Filastò, geb. 1938, lebt in Florenz als Rechtsanwalt. In der literarischen Tradition von Leonardo Sciascia schreibt er Romane um die Figur des Anwalts Corrado Scalzi, in denen eine kriminalistische Fabel immer auch zum Instrument der Gesellschaftskritik wird. Über den mit Donna Leon und Andrea Camilleri bekanntesten Autor italienischer Kriminalromane schreibt die FAZ: 'Filastò führt eine leichte, zeitweise elegante Feder; er ist ein überdurchschnittlicher Erzähler mit sicherem Instinkt für die Erwartungen des Lesers.'In der Aufbau Verlagsgruppe sind von ihm bisher erschienen: 'Der Irrtum des Dottore Gambassi'(OF 1995), 'Alptraum mit Signora'(OF 1990), 'Die Nacht der schwarzen Rosen'(OF 1997), 'Swifts Vorschlag'(OF 1991) und 'Forza Maggiore'(OF 2000).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 26.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841212580
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: La notte delle rose nere
    Größe: 2586 kBytes
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Die Nacht der schwarzen Rosen

1
Carrubbas Ärgernis

Das klagende Gurren einer Turteltaube, so hartnäckig wie eine Alarmanlage. Es war Montag, der 10. Dezember, zwei Uhr nachmittags an der Mündung des Arno; die Allee lag wie ausgestorben, nur ein gelbes Taxi stand zwischen zwei Platanen; fast leer auch das Restaurant, das sich zwischen der Straße und dem Deich erstreckte. Der Kellner lungerte am Bartresen, zwei Gäste saßen am letzten Tisch beim Fenster, das auf das Wasser hinausging. Breite Wellen hatten den Fluß vom Meer her gegen die Stromrichtung anschwellen lassen. Ein Schlauchboot mit zwei Männern an Bord kam den Fluß zur Mündung hinunter.

Scalzi betrachtete die schneebedeckten Apuanischen Alpen.

Eros wies auf das Panorama. "Was für ein Licht ..."

"Hmm."

"Die Berge scheinen zum Greifen nah."

"Hm ..."

Ein weiterer Versuch, ein Gespräch in Gang zu bringen. Avvocato Scalzi hatte schweigend gegessen, die Augen auf den Teller gerichtet. Eros zuckte mit den Schultern und blies die Backen auf.

"Entschuldigung", sagte Scalzi. "Es ist nur so ..."

"Ist schon in Ordnung, ich habe verstanden."

"Hierherzukommen war ein Fehler von mir. Dieses Arschloch: erst verabredet er sich mit mir in einem Lokal, in dem man schlecht ißt, und dann kommt er nicht mal."

Eros zeigte auf den Kellner im roten Jackett, der zu ihnen herüberblickte. Er hatte sich die Jacke zum Servieren des Hauptgangs angezogen. Die Langusten waren kümmerlich und leicht bitter und wohl absichtlich etwas angekokelt, um einen mindestens dreitägigen Aufenthalt im Kühlschrank zu kaschieren.

"Er wartet darauf, daß er uns die Rechnung bringen kann."

"Soll er ruhig warten. Noch zehn Minuten, dann gehen wir. Dieses Arschloch ..."

"Wer?"

"Mein Klient. Erst läßt er mich in dieses Kaff kommen, und dann läßt er sich nicht blicken. Es ist schließlich nicht das erste Mal, daß er solche Spielchen mit mir treibt. Ich hatte ihn vor einem Jahr zum Teufel geschickt, dann pfeift er, und ich renne los wie ein Hündchen. Ein verlorener Tag. Ganz abgesehen von den Kosten ... Verfluchtes Metier."

Scalzi setzte sich ungern hinter das Steuer eines Autos; wenn er sich an einen Ort begeben mußte, der schlecht ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden war, ließ er sich von Eros fahren, einem befreundeten Taxifahrer. Zur Zeit herrschte Auftragsflaute; sollte diese noch länger andauern, würde er wohl auf diesen Luxus verzichten müssen.

Der Kellner trat heran. Unter dem zu engen Smokingjackett schaute ein schmuddeliges weißes Hemd hervor, der Kragen stand offen. "Wünschen Sie noch ein Dessert?"

"Kaffee und Grappa", antwortete Eros. Er schaute zu Scalzi.

"Für mich keinen Kaffee", sagte Scalzi.

Er hoffte, auf der Rückfahrt ein Nickerchen machen zu können.

"Also zwei Grappa und einen Kaffee", faßte Eros zusammen.

Das Schlauchboot, das sich dem Ufer näherte, hielt auf das Fenster zu; an Bord waren zwei Männer in blauen Overalls, einer am Steuerruder, der andere balancierte stehend mit ausgebreiteten Armen. Das Boot stieß mit dem Bug gegen den Deich. Der stehende Mann machte einen Satz und landete sportlich abfedernd auf den Beinen. Er tat ein paar Schritte und stand nun unter dem Fenster. Das Gesicht an die Scheibe gepreßt, musterte er Scalzi. Dann kam er um die Ecke des Gebäudes. Er erreichte den Tisch kurz nach dem Kellner, der gerade die Rechnung überreichen wollte. Er nahm sie ihm aus der Hand.

"Das erledige ich", sagte er.

Er warf einen Blick auf die Summe und reichte dem Kellner einen Hundertausend-Lire-Schein.

"Der Rest ist für Sie."

Kein sonderlich üppiges Trinkgeld. Die Grillplatte mit den armseligen Langusten hatte die Rechnung in die Höhe getrieben. Der Mann verzog das Gesicht.

"Ganz schön happig. Sie sind der Anwalt?"

"Und wer sind Sie?"

"Der Commendatore erwartet Sie gleich hier in der Nähe. Allerdings nur Sie al

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