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Die Nacht des Zorns Kriminalroman von Vargas, Fred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2020
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Nacht des Zorns

Wen das "Wütende Heer" mit sich reißt, für den gibt es keine Hoffnung mehr ...
Es ist Hochsommer in Paris, als eine verängstigte alte Dame Kommissar Adamsberg um Hilfe bittet. Ihre Tochter Lina will in der Normandie das "Wütende Heer" gesehen haben. Vier Menschen seien in der Gewalt der geisterhaften Reiter gewesen - der Legende nach sind sie dem Tode geweiht. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis das erste Opfer des Wütenden Heeres stirbt. Adamsberg bricht sofort in Richtung Norden auf, denn er ist sich sicher: Jemand macht sich die mittelalterliche Sage zunutze, um ungestört zu morden. Und Adamsberg bleibt nicht mehr viel Zeit, denn das nächste Opfer wird gefunden ...
Alle unabhängig voneinander lesbaren Bände der Kommissar Adamsberg-Reihe:
1. Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord
2. Bei Einbruch der Nacht
3. Fliehe weit und schnell
4. Der vierzehnte Stein
5. Die dritte Jungfrau
6. Der verbotene Ort
7. Die Nacht des Zorns
8. Das barmherzige Fallbeil
9. Der Zorn der Einsiedlerin

Fred Vargas, geboren 1957, ist ausgebildete Archäologin und hat Geschichte studiert. Sie ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin mit internationalem Renommee. 2004 erhielt sie für "Fliehe weit und schnell" den Deutschen Krimipreis, 2012 den Europäischen Krimipreis für ihr Gesamtwerk und 2016 den Deutschen Krimipreis in der Kategorie International für "Das barmherzige Fallbeil".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 21.12.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641269302
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: L'Armée furieuse
    Größe: 2393 kBytes
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Die Nacht des Zorns

1

Eine Spur kleiner Brotkrumen lief von der Küche zum Zimmer bis auf die sauberen Laken, in denen die alte Frau ruhte, tot und mit offenem Mund. Kommissar Adamsberg ging mit langsamen Schritten die Krümelspur entlang, schweigend betrachtete er die Bröckchen und fragte sich, welcher kleine Däumling oder in diesem Fall auch welcher Oger sie hier verstreut hatte. Die Wohnung bestand aus drei dunklen kleinen Zimmern im Erdgeschoss eines Hauses im 18. Pariser Arrondissement.

Im Schlafzimmer die alte Frau auf dem Bett. Im Esszimmer der Ehemann. Geduldig und ohne jede Gefühlsregung wartete er, allein auf seine Zeitung sah er begehrlich, sie lag auf der Seite mit den Kreuzworträtseln aufgeschlagen, doch er traute sich nicht weiterzuraten, solange die Bullen da waren. Seine kurze Geschichte hatte er schon erzählt: Er und seine Frau hatten sich in einer Versicherungsgesellschaft kennengelernt, sie war dort Sekretärin, er Buchhalter, im Überschwang hatten sie geheiratet, ohne zu ahnen, dass das neunundfünfzig Jahre dauern sollte. Und nun war die Frau in der Nacht gestorben. An Herzstillstand, wie der Kommissar des 18. Arrondissements am Telefon präzisiert hatte. Da er ans Bett gefesselt war, hatte er Adamsberg angerufen mit der Bitte, ihn zu vertreten. Tu mir den Gefallen, es kostet dich nicht mal eine Stunde, reine morgendliche Routine.

Noch einmal ging Adamsberg die Krümelspur entlang. Die Wohnung war in makellosem Zustand, die Sessel zierten Schonbezüge für den Kopf, alle Kunststoffoberflächen waren blankpoliert, die Fenster geputzt, der Abwasch erledigt. Er ging bis zum Brotkasten zurück, in dem noch ein halbes Baguette lag und, eingeschlagen in ein sauberes Geschirrtuch, ein großer Kanten, dessen Inneres ausgehöhlt war. Dann kam er zu dem Mann zurück und zog sich einen Stuhl zu dessen Sessel heran.

»Keine guten Nachrichten heute Morgen«, meinte der Alte und sah von seiner Zeitung auf. »Diese Hitze aber auch, da kocht einem das Gemüt. Hier im Erdgeschoss kann man die Kühle wenigstens halten. Darum lasse ich auch die Fensterläden zu. Und viel trinken muss man, sagen sie.«

»Sie haben nichts bemerkt?«

»Als ich mich hinlegte, war sie ganz normal. Ich sah nämlich immer noch mal nach ihr, weil sie herzkrank war. Erst heute Morgen habe ich bemerkt, dass sie gestorben ist.«

»In ihrem Bett sind Brotkrümel.«

»Ja, das mochte sie. Im Liegen noch was knabbern. Ein Stückchen Brot oder einen Zwieback vorm Einschlafen.«

»Ich könnte mir eher vorstellen, dass sie danach alle Krümel beseitigt hätte.«

»Aber sicher. Sie putzte von früh bis abends, als wenn das ihr Lebenszweck wäre. Am Anfang war es gar nicht so schlimm. Aber mit den Jahren wurde es geradezu eine Besessenheit. Sie hätte etwas schmutzig gemacht, nur um es sauber machen zu können. Das hätten Sie mal sehen müssen. Und gleichzeitig war sie dadurch auch beschäftigt, die Gute.«

»Aber das Brot? Hat sie gestern Abend nicht sauber gemacht?«

»Natürlich nicht, denn da hab ich es ihr ja gebracht. Sie war zu schwach, um aufzustehen. Klar hat sie mir befohlen, die Krümel wegzunehmen, aber mir ist das doch so was von egal. Sie hätte es am nächsten Tag ohnehin gemacht. Jeden Tag hat sie das Bettzeug ausgeschüttelt. Keine Ahnung, was das soll.«

»Sie haben ihr also Brot ans Bett gebracht und haben es dann in den Kasten zurückgelegt.«

»Nein, ich habe es in den Mülleimer geworfen. Es war viel zu hart, das Brot, sie konnte es schon nicht mehr essen. Ich habe ihr einen Zwieback gebracht.«

»Es liegt aber nicht im Mülleimer, es liegt im Brotkasten.«

»Ja, ich weiß.«

»Und die Krume ist rausgepult. Hat sie die ganze Krume gegessen?«

»Aber nicht doch, Kommissar. Warum sollte sie sich mit Brotkrume vollstopfen? Noch dazu von altbackenem Brot? Sie sind doch Kommissar, oder?«

»Ja. Jean-Baptiste Adamsberg, Brigade criminelle.«

»Und warum kom

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