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Die Nacht ist unser Haus Thriller von Grant, Jules (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Nacht ist unser Haus

Manchesters Unterwelt ist hart, unnachgiebig und wird seit jeher von Männern dominiert. In dieser feindseligen Umgebung muss Donna einen kühlen Kopf bewahren - für sich und für ihre Gang. Doch als ihre beste Freundin erschossen wird und eine kleine Tochter hinterlässt, steht Donna plötzlich vor der Entscheidung: Was wird sie geben, um Carlas Tod zu sühnen? Jules Grant lebt in Manchester. Sie hat in London Kreatives Schreiben studiert und als Rechtsanwältin gearbeitet, bevor sie mit 'Die Nacht ist unser Haus' ihren ersten Roman veröffentlichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 11.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641215347
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: We go around in the night and are consumed by fire
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Die Nacht ist unser Haus

1

November 2008

Ich komme gleich zur Sache, weil, wie heißt es so schön? Gibt nichts Erbärmlicheres als Abschiedssex. Und ganz ehrlich, irgendwie tut's mir immer noch leid; Louise kommt gerade erst schluchzend wieder runter, dabei bin ich schon halb zur Tür raus.

Als ich unten auf der Straße erleichtert ausatme, kommt aus der Gasse neben dem Haus plötzlich Mina angedackelt und steuert breit lächelnd auf mich zu.

He Donna, wie geht's?

Ich bin kurz angebunden, he Mina, alles klar?, und dann mache ich mich auf den Weg, vorbei an dem ausgebrannten Fiesta, doch Mina geht mir hinterher, und als ich gerade den Glasscherben ausweiche, hakt sie sich einfach bei mir unter. An sich habe ich nichts dagegen, insgeheim finde ich's sogar irgendwie süß, wie sie so zu mir hochschaut mit ihren großen, wilden Augen, aber sie geht mit Carla, zeitweise zumindest, und noch mehr Frauenstress kann ich momentan echt nicht gebrauchen.

Ich werfe extra keinen Blick über die Schulter, falls Louise uns beobachtet, aber ehrlich gesagt fühle ich mich schon wieder ganz gut - so, als würde gleich was passieren. Die kalte Luft brennt in meiner Lunge wie 'n Hustenbonbon. Mina lächelt, schöne Zähne hat sie, gerade und weiß. Ich greife nach ihrer Hand. Komm, sage ich, wir verschwinden.

Okay, geschickt ist das nicht, aber wir sind jetzt hinterm Fozzie's im Hof zwischen den Mülltonnen, unter dem eisblau leuchtenden EXIT-Schild, und ich drücke sie gegen die Wand und beiße ihr in die Lippe, als könnte ich gar nicht genug kriegen von ihrer glatten, zarten Haut. Gerade denke ich mir noch, hör lieber auf, bevor das Ding aus dem Ruder läuft, da schiebt sie meine Hand zwischen ihre weichen, warmen Schenkel, der Magen sackt mir in die Kniekehlen, und mein Verstand setzt aus.

Hinterher steckt sie sich 'ne Kippe an und lehnt sich zurück, ihre Bluse steht offen. Mein Arm ist ganz taub, weil ich sie festhalten musste, und alles schmeckt noch immer nach ihrem Salz. Kein Wort zu Carla, sagt sie.

Wo denkt die Kleine hin?

Und eigentlich schulde ich ihr keine Erklärung, aber irgendwie muss sich dieser Tag doch wieder auf Spur bringen lassen, also weiche ich ihrem Blick aus und starre auf den Boden. Keine Angst, Babygirl, war nur 'n Ausrutscher.

Dann hebe ich den Kopf, sie schaut mir in die Augen, und da hinten am Horizont braut sich ein Sturm zusammen, der geradewegs Kurs auf mich nimmt.

Ja genau, sagt sie. Und lächelt noch mal breit.

Erst später, als wir im Fozzie's Scotch trinken, Hähnchen futtern und kichernd dabei zusehen, wie Marta sich an eine Gooch-Schnitte ranmacht, schaut Carla mich an und fragt: Und?

Ich weiß, das heißt, komm erzähl, was war los - ich hoffe nur, sie meint mit Louise. Vorbei, sage ich, den Mund voller Dumplings.

O Mann, sagt Carla, war bestimmt 'n Drama.

Ich zucke mit den Schultern, aber dann muss ich wieder an Mina denken, wie glitschig sie war und wie lange sie gezittert hat und dass ich ihr den Mund zuhalten musste, damit sie nicht losschreit. Ich trete gegen die Fußleiste. Ich will nicht drüber reden, brumme ich.

Carla lächelt und zwinkert jemandem hinter mir zu. Ich drehe mich um. Marta lehnt sich gerade vor, mit dem Rücken zu uns, ein neues Opfer zwischen sich und der Bar. Das Mädel bemerkt Carlas Zwinkern und lächelt zurück.

Im selben Moment runzelt Carla die Stirn. Was 's denn los mit dir?

Doch bevor ich etwas erwidern kann, haut sie mir auf die Schulter, und ich folge ihrem Blick zum Eingang, wo auf einmal Fatboy und dieses fette Schwein Mouse im Türrahmen stehen. Instinktiv taste ich nach meinem Messer und weiß, dass Carla gerade dasselbe tut. Was soll der Scheiß?

Aber Carla hört gar nicht hin. Was will der Wichser hier, zischt sie kaum hörbar, ohne den Blick von der Tür abzuwenden.

Da kommt Fatboy mit großen Schritten auf uns zu, Hände in den Jackentaschen, und zie

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