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Die pragmatische Jean von Cole, Trevor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2012
  • Verlag: Haffmans Tolkemitt Verlag
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die pragmatische Jean

Jean Vale Horemarsh ist mit ihrem Leben in Kotemee, einer netten kleinen Stadt in der Nähe von New York, soweit ganz zufrieden; mit ihrem Job als halberfolgreiche Keramik-Künstlerin mit eigenem Laden, ihren engen und treuen Freundinnen (wenn da nur nicht vor Jahren dieses schreckliche Zerwürfnis mit Cheryl gewesen wäre!) und mit ihrer Ehe mit dem eher langweiligen Milt. Aber der qualvolle Tod ihrer Mutter zeigt ihr, was ihre eigentliche Berufung ist: das Leiden derjenigen zu verhindern, die sie liebt. Jeder, der das Gleiche wie sie erlebt hätte, würde sicher ähnlich handeln, jeder pragmatische, praktisch veranlagte Mensch. Oder nicht? Und so bringt Jean eine ihrer besten Freundinnen nach der anderen um die Ecke. Aus Nächstenliebe. Als Gesellschaftssatire und Krimi in einem dreht sich 'Die pragmatische Jean' doch um ein ernstes Thema: das Altern und was wir dagegen tun können. Ein feinhumoriges Buch, das extrem unterhält. Ein Diamant, sowohl für Krimiliebhaber als auch für Freunde der literarischen Hochkomik. Der in Kanada als einer der vielversprechendsten jungen Autoren gefeierte Trevor Cole wurde 1960 in Toronto geboren. Nach 15 Jahren bei der Globe and Mail, in denen er neun nationale Journalistenpreise gewann, wandte er sich ab 2000 ganz dem Schreiben zu. Seine ersten beiden Romane Norman Bray (2004) und The Fearsome Practicles (2006) waren beide für den Governor General's Award nominiert. Heute lebt Cole in Hamilton, Ontario, wo er auch seinen dritten Roman Practical Jean schrieb, der 2011 in Kanada die Leacock Medal for Humour gewonnen hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 02.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942989268
    Verlag: Haffmans Tolkemitt Verlag
    Originaltitel: Practical Jean
    Größe: 4772 kBytes
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Die pragmatische Jean

PROLOG

W omöglich werden Sie unsere Geschichte für grauenhaft und pervers halten. Aber das liegt nur daran, dass Sie ein netter Mensch sind. Die Dinge, die in unserer Geschichte passieren, würden netten Menschen nicht mal im Traum einfallen. Aber das ist nur so allgemein dahergesagt und letztlich konventioneller Mist, da in unserer Story jede Menge netter Leute vorkommen; und trotzdem könnte das, was passiert ist, nicht schauderhafter sein. Aber unsere heutige Zeit ist ja fürwahr nicht arm an absurden Phänomenen.

Alles begann, als Jean Vale Horemarsh sich um ihre Mutter Marjorie kümmern musste, die unheilbar erkrankt war. Eins ihrer inneren Organe war von einem schrecklichen Krebs befallen, möglicherweise Bauchspeicheldrüse oder Leber. Gebärmutter, Lunge, Knochen oder Brust waren jedenfalls nicht betroffen. Jean hat die Krebsart nie genau benannt, doch wenn sie über den Zustand ihrer Mutter und ihre Schmerzen sprach, bewegte sie die Hand stets ein wenig seitlich von ihrer Körpermitte. Und wenn die Leute sahen, wie sie vage die Bauchgegend beschrieb, wussten sie im Großen und Ganzen ja auch schon Bescheid.

Sie hätten Jean gemocht. Daran besteht kein Zweifel, da alle Jean mochten. Sie war wirklich eine ungemein sympathische Frau, die stets lächelte, einem in die Augen sah und sich danach erkundigte, wie es denn der Familie und den Kindern ging. Ihr Lieblingsadjektiv war "goldig" – à la "Das ist aber goldig!" oder "Wie goldig von Ihnen!". Auch benutzte sie gern das Wörtchen "köstlich", wenn es um leckere Speisen oder eine besonders angenehme Situation ging. "Die Party war einfach köstlich", pflegte Jean beispielsweise zu sagen. Die Leute fanden sie reizend.

Wegen der Vergangenheitsform denken Sie vielleicht, Jean wäre tot. Aber das stimmt nicht. Tatsächlich sind die Menschen hier in Kotemee bloß auf Distanz zu ihr gegangen.

Übrigens, die Aussprache lautet Ko- teh -me, nicht Ko -teh-me oder Ko-teh- meee . Viele Ausflügler und TV -Reporter aus der Stadt kriegen es einfach nicht hin. Letzten Mai hätte der Gemeinderat um ein Haar beschlossen, die Aussprache auf unserem "Willkommen-in-Kotemee"-Schild am Highway 18 zu verewigen. Aber der Antrag wurde mit gerade mal zwei Stimmen Mehrheit abgelehnt. Manche Menschen tun sich eben schwer mit Veränderungen.

Jean hatte – hat – rötlichblondes Haar, das sie wegen ihrer Töpfer- und Porzellanarbeiten stets kurz geschnitten trug, und jenen schönen blassen, sommersprossigen Teint, der Menschen mit rötlichem Haar häufig eigen ist. Viele Hollywood-Schauspielerinnen haben so eine Haut, was man jedoch nur auf Fotos in Zeitschriften erkennt, aber nie im Film, wo die Sommersprossen entweder überschminkt oder im Scheinwerferlicht nicht zu sehen sind. Was eigentlich schade ist. Außerdem bekam sie mit zunehmendem Alter leichte Gewichtsprobleme. Trotzdem konnte man sie nicht als dick bezeichnen; sie war einfach nur ein bisschen dicker, als ihr lieb war. Gleichzeitig aber war sie knapp 1,80 Meter groß, so dass sich alles gut verteilte. Sie hatte eine hübsche, feste Kinnpartie, und wenn sie unter Leute ging, trug sie schmal geschnittene Pullover oder Leinenjacken, die ihre Proportionen besser hervorhoben. Und wenn man mit ihr plauderte, hielt sie den Arm beiläufig vor die Bauchgegend, als hätte sie ein Glas Weißwein in der Hand, obwohl sie für gewöhnlich gar nichts zwischen den Fingern hielt. Es war einfach so eine Angewohnheit. Wäre man böswillig gewesen, hätte man es als affektiertes Getue gezeichnet.

Jean pflegte ihre Mutter, die unhei

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