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Die Richterin von Scott, Lisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.05.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Die Richterin

Cate Fante ist jung, ehrgeizig und sehr attraktiv. Sie steht am Anfang einer glänzenden Karriere als Richterin. Doch sie hat eine dunkle Seite, die sie um alles in der Welt geheim halten will ... Als jedoch ein Angeklagter nach Cates Freispruch ermordet wird, gerät ihr Leben aus den Fugen. Ein rachsüchtiger Polizist veröffentlicht indiskrete Details aus Cates erotischem Doppelleben, ihr Freund verlässt sie, und sie verliert ihre Stellung. Cate hat keine Wahl: Sie muss den Mörder finden - und ihren Ruf wiederherstellen ... 'Lisa Scott muss man einfach gelesen haben! Ihre Geschichten sind unglaublich spannend, ihre Figuren unverwechselbar, und ihr Witz trifft pfeilgenau ins Schwarze!' (Janet Evanovich, Autorin der Stephanie-Plum-Krimis)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 440
    Erscheinungsdatum: 30.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955304263
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2004 kBytes
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Die Richterin

Prolog

C ate Fante war der Ehrengast dieser Feier, die gerade ihrem feuchtfröhlichen Ende entgegenging. Zum letzten Mal erhob sie ihren Kognakschwenker, um mit den anderen Richtern auf ihre Berufung an das Bundesbezirksgericht zu trinken. Morgen würde alles etwas langsamer funktionieren als sonst. Die Räder der Justiz wurden nicht mit Remy Martin geschmiert.

"Auf Richterin Cate Fante, unsere neue Kollegin!", rief Sherman, der Gerichtspräsident, und als sie alle miteinander anstießen, klirrte es laut und kostbar. Runzlige Wangen legten sich beschwipst lächelnd in dekorative Falten, und dicke Brillengläser reflektierten das flackernde Kerzenlicht. Das Durchschnittsalter hier war zweiundsechzig, und wenn man an ein Bundesgericht berufen wurde, war es auf Lebenszeit. Mit neununddreißig Jahren fühlte sich Cate, als sei sie in das exklusivste Altersheim der Welt versetzt worden.

"Eine Rede! Eine Rede!", hieß es nun, und die anfeuernden Rufe der Richter hallten in dem abgetrennten Raum wider. Goldenes Licht glühte in bronzenen Wandleuchtern, und neben halbmondförmigen Schüsselchen mit Creme brûlée und Rosinenschnecken wurde der Kaffee kalt. "Eine Rede, Frau Richterin!"

"Ruhe im Gerichtssaal, ihr Kindsköpfe!", antwortete Cate, während sie, ihr Glas in der Hand und mit zur Schau getragenem Gleichmut, aufstand. Sie brachte ein Lächeln zustande, das ihre Panik maskierte. Sie hatte keine Ahnung, was sie sagen sollte. Die Wahrheit konnte sie nicht sagen: dass sie nämlich insgeheim Angst verspürte vor ihrem neuen Job, dessen Aufgaben in der Verfassung der Vereinigten Staaten beschrieben waren. Und dass sie sich diesem Job nur äußerlich gewachsen fühlte, in einem Chanelkostüm aus karamelfarbenem Tweed, das ihr vorkam wie die überteuerte Rüstung eines in die Schlacht ziehenden Ritters.

"Aber machen Sie's kurz, Cate." William Sasso formte ein Megafon mit seinen Händen. "Ich sollte nämlich schon längst im Bett sein."

Gloria Sullivan kicherte. "Lass sie in Ruhe, Bill. Wir haben Ihnen zugehört, und Gott weiß, was das für eine Prüfung sein kann."

"Nein, er hat recht." Cate sammelte sich. "Ich danke Ihnen allen für das wunderbare Essen. Sie haben heute Abend sehr viele freundliche Dinge über mich gesagt, und ich will Ihnen nur antworten – dass ich jedes Lob verdiene."

"Endlich einmal ein ehrliches Wort aus Richtermund!", rief Sherman und brach wie die anderen in lautes Lachen aus. Der junge Kellner, der zögernd an der Wand stand, lächelte. Die Richter applaudierten und schrien: "Richtig so!" und "Gut gemacht!"

"Danke und gute Nacht." Cate deutete eine Verbeugung an und fing den Blick des Kellners auf. Noch einmal wurde ihr gratuliert, dann standen alle auf, verabschiedeten sich und suchten nach Aktenkoffern und Taschen. Cate nahm ihre Handtasche und ging mit ihnen zusammen zur Tür des Restaurants Four Seasons. Auf dem Weg nach draußen spürte sie, dass jemand leicht ihren Arm berührte, und als sie sich umdrehte, stand Sherman, hochgewachsen und gebeugt, neben ihr. Sein silbergraues Haar war ein wenig zerzaust.

"Sie sollten nicht gar so glücklich aussehen, mein Kind. Schließlich werden Sie wesentlich weniger verdienen als früher."

Cate lachte. "Stimmt, Chief. Mit dem schönen Freiberuflerdasein ist es jetzt vorbei."

Sherman lachte ebenfalls, und Jonathan Meriden, der mit ihnen zum Ausgang strebte, fiel in sein Lachen ein. Meriden war zwischen fünfzig und sechzig; er sah nicht übel aus mit seinem

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