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Die Rivalin Thriller von Robotham, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.12.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Rivalin

Agatha, Ende dreißig, Aushilfskraft in einem Supermarkt und aus ärmlichen Verhältnissen, weiß genau, wie ihr perfektes Leben aussieht. Es ist das einer anderen: das der attraktiven Meghan, deren Ehemann ein erfolgreicher Fernsehmoderator ist und die sich im Londoner Stadthaus um ihre zwei Kinder kümmert. Meghan, die jeden Tag grußlos an Agatha vorbeiläuft. Und die nichts spürt von ihren begehrlichen Blicken. Dabei verbindet die beiden Frauen mehr, als sie ahnen. Denn sie beide haben dunkle Geheimnisse, in beider Leben lauern Neid und Gewalt. Und als Agatha nicht mehr nur zuschauen will, gerät alles völlig außer Kontrolle ...

Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange als Journalist tätig, bevor er sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit seinen Romanen stürmt er regelmäßig die Bestsellerlisten und wurde bereits mit mehreren Preisen geehrt, unter anderem mit dem renommierten Gold Dagger. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 25.12.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641168889
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Secrets She Keeps -
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Die Rivalin

Meghan

Ein weiterer Freitag. Ich zähle sie runter, streiche sie im Kalender aus und mache Kerben in die Wand. Diese Schwangerschaft kommt mir länger vor als die anderen beiden. Beinahe scheint es, als würde mein Körper dagegen rebellieren und zu wissen verlangen, warum er nicht gefragt wurde.

Gestern Nacht dachte ich, ich hätte einen Herzinfarkt, aber es war nur Sodbrennen. Chicken Madras war ein großer Fehler. Ich habe eine ganze Flasche Gaviscon getrunken, das nach flüssiger Kreide schmeckt, und musste danach rülpsen wie ein Fernfahrer. Wenn das Baby rauskommt, sieht es wahrscheinlich aus wie Andy Warhol.

Jetzt muss ich pinkeln. Ich hätte im Café gehen sollen, aber da musste ich noch nicht. Meine Beckenbodenmuskeln leisten Schwerstarbeit, wie ich so durch den Park haste und jedes Mal fluche, wenn Lachlans Dreirad gegen meine Schienbeine stößt.

Bitte nicht pinkeln. Bitte nicht pinkeln.

Eine Turngruppe hat eine Ecke des Parks übernommen. An anderer Stelle stehen Personal Trainer neben ihren Kunden und feuern sie an, Liegestützen oder Sit-ups zu machen. Vielleicht sollte ich einen von ihnen engagieren, wenn alles vorbei ist. Jack hat angefangen, Bemerkungen über meinen Umfang zu machen. Er weiß, dass ich diesmal dicker bin, weil ich die Babypfunde nach Lachlans Geburt noch nicht wieder losgeworden war.

Man sollte mir keine Schuldgefühle machen. Schwangere Frauen sollten Schokolade essen, praktische Pyjamas tragen und Sex im Dunkeln haben dürfen. Nicht dass es davon dieser Tage allzu viel geben würde. Jack hat mich seit Wochen nicht angerührt. Ich glaube, er hat eine seltsame Aversion dagegen, mit einer Frau zu schlafen, die sein Kind in sich trägt; er sieht mich als eine Art jungfräuliche Madonnengestalt, die nicht befleckt werden darf.

"Es ist nicht, weil du fett bist", hat er neulich abends gesagt.

"Ich bin nicht fett, ich bin schwanger."

"Natürlich, das meinte ich auch."

Ich habe ihn Arschloch genannt. Er hat Meghan zu mir gesagt. Das macht er, wenn wir uns streiten. Ich hasse die lange Form meines Namens. Meg mag ich, weil es mich an Muskatnuss erinnert - ein exotisches Gewürz, um das Männer und ganze Länder Kriege geführt haben.

Jack und ich führen eher Scharmützel als Schlachten. Wir sind wie Diplomaten im Kalten Krieg, die sich mit Nettigkeiten bedenken, während sie heimlich Munitionslager bilden. Wann geht Paaren der Gesprächsstoff aus, frage ich mich. Wann lässt die Leidenschaft nach? Wann werden die Unterhaltungen geistlos und öde? Wann schaffen es die iPhones auf den Abendbrottisch? Wann gehen Müttergruppen dazu über, statt über Babys zu reden, über Männer zu lästern? Wann wird es zum Liebesbeweis, einen Mann stubenrein abzurichten? Wann wird die Kluft zwischen dem Traummann jeder Frau und der Traumfrau jedes Mannes eine Reise von einem Pol zum anderen?

Oh, das ist gut. Ich sollte es für meinen Blog notieren.

Nein, geht nicht. Als wir geheiratet haben, habe ich Jack versprochen, keine von diesen Ehefrauen zu werden, die versuchen würde, ihn zu etwas zu machen, was er nicht ist. Ich habe mich in ihn verliebt, "wie gesehen" und geliefert, von der Stange, kein individueller Zuschnitt nötig. Ich bin glücklich mit meiner Entscheidung und weigere mich, Zeit damit zu verschwenden, über alternative Leben nachzudenken.

Unsere Ehe ist gar nicht so schlecht. Sie ist eine wahre Partnerschaft, eine Begegnung verwandter Geister und Seelen. Nur von Nahem sind die Risse erkennbar, wie bei einer zierlichen Vase, die nach einem Bruch wieder zusammengeklebt wurde. Offenbar fällt es niemandem auf, aber ich hätschele diese Vase in meinen Gedanken, hoffe, dass sie das Wasser noch hält, und sage mir, dass das Geholper in der Lebensmitte wie diese Rüttelschwellen ist, die uns dazu bringen, das Tempo zu drosseln und den Duft der Rosen zu riechen.

Jack und ich hatten kein weiteres Kind vorgesehen. D

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