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Die Rosenzüchterin Kriminalroman von Link, Charlotte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2011
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Rosenzüchterin

Ein dunkles Geheimnis umgibt das alte Rosenzüchterhaus von Le Variouf. Alle Spuren scheinen in die Vergangenheit seiner Bewohnerinnen zu weisen. Und eines Tages gibt es erneut eine Tote in Le Variouf ... Atemlose Gänsehaut bis zur letzten Seite!
Die junge Lehrerin Franca Palmer ist am Ende. Hals über Kopf verlässt sie ihr wohlsituiertes Zuhause in Berlin und flüchtet auf die Kanalinsel Guernsey. Dort mietet sie sich in einem alten Rosenzüchterhaus in Le Variouf ein, und innerhalb kurzer Zeit entwickelt sich zwischen ihr und ihrer Gastgeberin Beatrice Shaye eine seltsam distanzierte Freundschaft.
Die ältere Frau lebt auf dem Anwesen in einer undurchschaubaren Schicksalsgemeinschaft mit Helene Feldmann zusammen, die geprägt ist von Hass und Abneigung. Beide Frauen wirken auf geheimnisvolle Weise aneinander gekettet - seit dem Jahr 1945, als Beatrice während der Besetzung der Kanalinseln durch die deutschen Truppen von Helene und ihrem Mann Erich, einem hohen Offizier, wie ein eigenes Kind aufgenommen wurde und sich das Schicksal der beiden Frauen für immer wendete ...
Millionen Fans sind von den fesselnden Krimis von Charlotte Link begeistert. Dunkle Geheimnisse und spannende Mordfälle erwarten Sie. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch "Die Entscheidung" und zuletzt "Die Suche" eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 30 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 752
    Erscheinungsdatum: 20.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641051921
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 3608 kBytes
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Die Rosenzüchterin

" 8 (S. 514-515)

"Es tut mir wirklich leid, was mit Helene passiert ist", sagte Julien, "es muß entsetzlich für dich sein." Sie hatten kaum ein Wort gesprochen, seitdem Alan und Franca gegangen waren. Julien schien tief in eigene Gedanken versunken. Er hatte noch zweimal Kaffee nachbestellt, und Beatrice hatte gedacht, daß ihm langsam das Herz bis zum Hals schlagen mußte. Er trank seinen Kaffee schwarz und ohne Zucker. Hatte er das früher schon getan? Sie überlegte, aber dann fiel ihr ein, daß es im Krieg praktisch keinen Kaffee mehr gegeben hatte, Zucker und Milch schließlich auch nicht mehr, und die schreckliche Ersatzbrühe, die man trank, wäre geschmacklich ohnehin durch nichts zu retten gewesen. "Es war ein Schock", erwiderte sie nun auf Juliens Bemerkung hin.

"Es ist schon dann ein Schock, wenn ein Mensch überhaupt plötzlich stirbt, aber wenn es auch noch auf diese Weise geschieht ... man kann es nicht fassen. Manchmal wache ich nachts auf und denke, ich habe schlecht geträumt. Und dann begreife ich, daß es passiert ist. Daß es von jetzt an zu meinem Leben gehören wird." Sie zuckte mit den Schultern. "Zu dem kläglichen Rest meines Lebens jedenfalls. Allzuviel Zeit wird mir sicher nicht mehr bleiben."

"Du wirst hundert Jahre alt", prophezeite Julien, "das bedeutet, dreißig Jahre mußt du noch durchstehen." "Na ja", sagte sie gleichmütig, "die schaffe ich wohl auch noch. " Sie sahen einander an, und plötzlich streckte Julien die Hand über den Tisch, und Beatrice ergriff sie. Sie hielten sich fest und atmeten beide ganz ruhig und gleichmäßig. "Manchmal denke ich ... ", begann Julien, aber er unterbrach sich und sprach nicht weiter, und sie drängte nicht, weil sie wußte, was er hatte sagen wollen: Er hatte von dem Leben sprechen wollen, das sie beide hätten führen können und das sie sich nicht gegönnt hatten, das vielleicht ein besseres gewesen wäre als das, was jeder von ihnen nun gehabt hatte; ihm mochte die absolute Unwiederbringlichkeit dieser verpaßten Chance aufgegangen sein.

"Schön, hier mit dir am Meer in der Sonne zu sitzen", sagte er schließlich statt dessen, und dann schwiegen sie beide wieder, und Beatrice fragte sich, ob er auch befallen war von der Traurigkeit, die sie erfüllte. Verdammt, dachte sie, manches im Leben läuft einfach so schrecklich schief! Aber das gehörte dazu, und es hatte keinen Sinn, darüber zu verzweifeln. Sie versuchte, des Schmerzes Herr zu werden, blinzelte in die Sonne, hielt sich mit den Blicken an Castle Cornet fest, das so hoheitsvoll und unberührbar vor dem Hafen thronte und das ihr ganzes Leben begleitet hatte. Seine Massivität gab ihr ein wenig Ruhe zurück, ein Stück Gelassenheit. Julien sah auf seine Uhr. "Ich muß gehen", sagte er, "ich habe noch eine Verabredung. Tut mir leid, wenn ich so abrupt ... "

Die blonde Serviererin des Sea View hatte sich genähert, blieb an ihrem Tisch stehen. "Mrs. Shaye?" fragte sie. Beatrice blickte auf. "Ja?" "Telefon für Sie. Drinnen an der Theke." "Oh!" Sie war überrascht. Sie war noch nie in einem Cafe oder Restaurant angerufen worden. Sie stand auf. "Bitte, warte noch einen Moment, Julien, ja? Ich bin gleich wieder da." Sie hatte den Eindruck, daß er nervös war, es wirklich eilig hatte. Sie nahm sich vor, ihn gleich zu fragen, mit wem er verabredet war. Sie hatte die ganze Zeit gedacht, er sei einfach so nach Guernsey gekommen, aus irgendwelchen sentimentalen Erinnerungen heraus, aber offen

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