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Die rote Katze von Brack, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.01.2015
  • Verlag: Midnight
eBook (ePUB)
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Die rote Katze

Mord in St. Pauli 1903: Aus dem verruchten Hafenviertel St. Pauli ist eine Vergnügungsmeile erster Güte geworden. Besucher aus allen Volksschichten amüsieren sich in Volkstheatern, Operettenhäusern, Varietés, riesigen Bierhallen und mondänen Cafés. Der Mord an einer Tänzerin der Revue "Die rote Katze" ist der erste Fall für den jungen Polizisten Heinrich Hansen, der nach Jahren auf See an seinen Geburtsort St. Pauli zurückkehrt. Als so genannter "Vigilant", als verdeckter Ermittler, macht sich Hansen in den Straßen seiner alten Heimat auf die Suche nach dem Mörder. Für alle Leser von Volker Kutscher und Susanne Goga: der erste Krimi der St.-Pauli-Trilogie mit dem Ermittler Heinrich Hansen. Von Robert Brack sind bei Midnight in der 'Heinrich-Hansen-Krimi'-Reihe erschienen: Die rote Katze Der gestreifte Affe Die schwarze Schlange Robert Brack, geboren 1959, lebt seit 1981 in Hamburg. Er arbeitet als Übersetzer und freier Schriftsteller. Für seine historischen und politischen Kriminalromane wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 07.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958190221
    Verlag: Midnight
    Größe: 2554 kBytes
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Die rote Katze

ZWEITES KAPITEL

Kriminalschutzmann-Anwärter

Zwei Tage später stand Heinrich Hansen pünktlich um zwei Minuten vor zehn vor dem Eingang des Polizeigebäudes in der Wilhelminenstraße an.

"Hein, min Jung, jetzt wird's aber ernst", sagte er leise. "Nu glotz man bloß nicht allzu scheel drein."

Der Backsteinkasten mit den hohen Fenstern sah nicht sehr einladend aus. Auf der rechten Seite war die Polizeiwache 14 untergebracht, auf der linken das Bezirksbüro.

Hansen stieg die sechs Stufen zum Eingang hinauf und trat durch den Windfang in einen halbdunklen Korridor.

Vor der Tür mit der Aufschrift "Dienstzimmer" zögerte er kurz, dann hob er die Hand und klopfte an. Eine schneidige Stimme rief "Herein", und er drückte die Klinke herunter.

Der rechtwinklige Raum wurde auf der linken Seite durch eine Trennwand geteilt. Dahinter standen zwei Schreibpulte, eines in der Mitte, eines vor der Wand, an denen Beamte in Zivil mit langstieligen Federhaltern konzentriert in dicke Bücher schrieben. Ein weiteres Schreibpult diesseits der Barriere, ein Aktenschrank und mehrere Stühle, eine Garderobe mit schweren Mänteln und Polizeihelmen sowie ein Kanonenofen ergänzten die Einrichtung. Ein uniformierter Beamter stand von seinem Hocker auf und trat zu ihm.

"Bootsmann Heinrich Hansen?", fragte er.

Hansen widerstand der Versuchung, ein Auge zuzukneifen, und nahm Haltung an. "Jawohl."

"Dachte ich es mir doch." Der Beamte strich sich über den Schnurrbart und blickte ihm dabei ins Gesicht. Offenbar wollte

er deutlich machen, dass er sich seinem militärischen Rang ebenbürtig fühlte. Er warf einen Blick auf die Standuhr neben seinem Pult und nickte befriedigt, als der Zeiger auf eine Minute vor zehn rückte: "Sie sind gerade noch pünktlich. Ich werde Sie melden."

"Danke."

Der Polizist drehte sich um und marschierte zur gegenüberliegenden Tür mit der Aufschrift "Kommissariat", klopfte an, trat ein und schob die Tür hinter sich zu. Hansen blickte zu den beiden Pulten hinter der Trennwand. Der junge Bürobedienstete, der in der Mitte des Zimmers saß, blickte ihn freundlich an, der ältere Schnauzbärtige neben dem Aktenschrank drehte sich behäbig um und grüßte lässig, indem er sich mit dem Zeigefinger an die Schläfe tippte.

Die Tür zum Kommissariat öffnete sich erneut, der zackige Beamte trat heraus und winkte ihn hinein. "Der Herr Bezirkskommissar wünscht Sie zu sprechen."

Hansen schob sich an dem Uniformierten vorbei ins Büro des diensthabenden Bezirkskommissars und wurde als "Bootsmann Hansen, Kriminalschutzmann-Anwärter in spe" angekündigt. Er nahm seine Mütze ab und blieb stehen. Hinter ihm wurde die Tür so heftig zugezogen, dass er einen kühlen Windhauch im Nacken verspürte.

Der Mann hinter dem breiten Eichenschreibtisch machte einen sehr bürgerlichen Eindruck. Er war groß und dünn, trug einen gepflegten Schnurrbart, ein gut sitzendes zweireihiges Jackett im amerikanischen Stil und eine Lesebrille. Er blätterte in der vor ihm liegenden Akte, schaut auf und sagte: "Bootsmann Heinrich Hansen, zuletzt auf dem Kreuzer 'Weißenburg', wenn ich das richtig sehe. Haben Sie Ihre Entlassungspapiere dabei?"

Hansen setzte die Mütze wieder auf, zog einen Umschlag aus der Innentasche seines Überziehers, trat vor, reichte sie seinem Vorgesetzten und trat zwei Schritte zurück.

Kommissar Kiebert nahm die Papiere aus dem Umschlag, faltete sie auseinander, strich sie glatt und legte sie auf die Aktenmappe. Dann erhob er sich und streckte die Hand aus. "Kiebert,

Ihr Dienstherr sozusagen, Kommissar für Sie. Freut mich, Herr Hansen."

"Jawohl, Herr Kommissar."

Hansen trat einen Schritt vor und beugte sich ein wenig. Für einen kurzen Moment ruhte seine Hand in der kalten des Bezirkskommissars. Er fühlte sich seltsam an. Noch nie hatte Hansen einem Vorgesetzten die Hand gegeben. Er richtete sich sofo

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