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Die Sünden der Väter - Inspector Rebus 9 Kriminalroman von Rankin, Ian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Sünden der Väter - Inspector Rebus 9

Es sind zwei Fälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben: Ein alter Mann wird eines Naziverbrechens bezichtigt, leugnet aber vehement jede Schuld. Und die zur Prostitution gezwungene Candice weigert sich, die Namen ihrer Zuhälter preiszugeben. Noch bevor Rebus erste Beweise sammeln kann, überschlagen sich die Ereignisse: der alte Mann wird erhängt aufgefunden, Candice entführt und Rebus Tochter Sammy liegt nach einem offenbar gezielt verursachten Unfall im Koma. Die Fäden scheinen beim Unterweltneuling Tommy Telford zusammenzulaufen - und Rebus sinnt auf persönliche Rache an dem Fahrer des Unfallwagens ...

Ian Rankin, geboren 1960, ist Großbritanniens führender Krimiautor, seine Romane sind aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Ian Rankin wurde unter anderem mit dem Gold Dagger für 'Das Souvenir des Mörders', dem Edgar Allan Poe Award für 'Tore der Finsternis' und dem Deutschen Krimipreis für 'Die Kinder des Todes' ausgezeichnet. 'So soll er sterben' und 'Im Namen der Toten' erhielten jeweils als bester Spannungsroman des Jahres den renommierten British Book Award. Für seine Verdienste um die Literatur wurde Ian Rankin mit dem 'Order of the British Empire' ausgezeichnet.
Mit 'Ein Rest von Schuld' hatte Ian Rankin seinen Ermittler John Rebus nach 17 Fällen in den Ruhestand geschickt und ließ Inspector Malcolm Fox die Bühne betreten. Doch mit 'Mädchengrab' kehrte Rebus wieder zurück.
Ian Rankin lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Edinburgh.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641160555
    Verlag: Goldmann
    Serie: Inspector Rebus Bd.9
    Originaltitel: The Hanging Garden
    Größe: 726kBytes
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Die Sünden der Väter - Inspector Rebus 9

1

John Rebus küsste seine Tochter.

"Soll ich dich bestimmt nicht fahren?"

Samantha schüttelte den Kopf. "Nach der Pizza brauch ich dringend etwas Bewegung."

Rebus steckte die Hände in die Taschen, spürte unter seinem Taschentuch zusammengefaltete Banknoten. Er spielte mit dem Gedanken, ihr etwas Geld anzubieten - das tat man doch als Vater so, nicht? -, aber sie hätte bloß gelacht. Sie war vierundzwanzig und unabhängig; sie brauchte diese Geste nicht und hätte das Geld ganz gewiss nicht angenommen. Sie wollte sogar die Pizza bezahlen, mit dem Argument, sie habe die Hälfte aufgegessen, während er nur an einem einzigen Stück geknabbert habe. Die Reste befanden sich in einer Pappschachtel unter ihrem Arm.

"Tschüs, Dad." Sie gab ihm ein Küsschen auf die Wange.

"Nächste Woche?"

"Ich ruf dich an. Vielleicht könnten wir mal zu dritt ...?" Der Dritte wäre Ned Farlowe gewesen, ihr Freund. Sie ging rückwärts, während sie sprach. Ein letztes Winken, dann wandte sie sich von ihm ab. Sie überquerte die Straße, ohne sich noch einmal umzusehen. Aber auf der anderen Seite angelangt, drehte sie sich halb um, sah, dass er sie beobachtete, und winkte ihm kurz zu. Ein junger Mann stieß um ein Haar mit ihr zusammen. Er starrte auf den Bürgersteig, um seinen Hals schlängelte sich das dünne schwarze Kabel eines Kopfhörers. Dreh dich um und sieh sie dir an, befahl Rebus. Ist sie nicht unglaublich? Aber der Jüngling schlurfte einfach weiter, ohne sie oder die Welt wahrzunehmen.

Und dann war sie um die Ecke verschwunden. Rebus konnte sie jetzt nur noch in seiner Vorstellung sehen: wie sie sich vergewisserte, dass ihr die Pizzaschachtel nicht unter dem Arm wegrutschte; beim Gehen stur geradeaus blickte; sich mit dem Daumen hinter dem rechten Ohr rieb, wo sie sich erst kürzlich zum dritten Mal hatte piercen lassen. Er wusste, dass ihre Nase sich kräuseln würde, wenn ihr etwas Komisches durch den Kopf ging. Er wusste, dass sie sich, wenn sie sich konzentrieren wollte, manchmal die eine Ecke des Revers ihrer Jacke in den Mund steckte. Er wusste, dass sie ein Armband aus geflochtenem Leder, drei Silberringe, eine billige Uhr mit schwarzem Plastikarmband und indigoblauem Ziffernblatt trug. Er wusste, dass ihre Haare naturbraun waren. Er wusste, dass sie auf dem Weg zu einer Guy-Fawkes-Party war, aber nicht vorhatte, lange zu bleiben.

Er wusste nicht annähernd genug über sie, was auch der Grund dafür war, dass er sich mit ihr zum Essen verabredet hatte. Es war eine komplizierte Angelegenheit gewesen: wiederholte Umdisponierungen, Absagen in letzter Minute. Manchmal hatte es an ihr gelegen, häufiger an ihm. An dem Abend hätte er eigentlich auch woanders sein müssen. Er strich mit den Händen vorn über das Jackett, spürte die Ausbeulung in seiner inneren Brusttasche, seine private kleine Zeitbombe. Er warf einen Blick auf die Uhr und stellte fest, dass es fast neun war. Er konnte fahren oder auch laufen - er hatte es nicht weit.

Er entschied sich fürs Fahren.

Feuerwerksnacht in Edinburgh, Wälle von zusammengewehtem Laub entlang der Bürgersteige. Nicht mehr lang, und er würde morgens den Raureif von seiner Windschutzscheibe kratzen müssen und dabei die Kälte wie Messerstiche in den Nieren spüren. Der Südteil der Stadt schien den ersten Frost eher abzubekommen als der Norden. Rebus wohnte und arbeitete natürlich im Südteil. Nach einem kurzen Auswärtsspiel in Craigmillar war er jetzt wieder im Revier St. Leonard's. Er hätte jetzt auf die Wache fahren können - schließlich war seine Schicht noch nicht zu Ende -, aber er hatte anderes vor. Auf dem Weg zu seinem Auto kam er an drei Pubs vorbei. Plaudereien am Tresen, Zigarettenrauch und Gelächter, eine Luft zum Schneiden, heiß und alkoholgeschwängert: Er kannte das alles besser als seine eigene Tochter. Zwei von den drei Bars verfügten über einen "Türsteher". Neuerdin

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