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Die Sünden von Natchez Thriller von Iles, Greg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die Sünden von Natchez

Das große Finale. Penn Cage, der Bürgermeister von Natchez, sieht sein Leben in Trümmern. Die Frau, die er liebte, ist tot - ermordet von Mitgliedern der Doppeladler, jener Organisation von rassistischen Weißen, die seit den sechziger Jahren in Natchez ihr Unwesen treibt. Nun steht auch noch sein Vater, der Arzt Tom Cage, vor Gericht, weil er Viola Turner, eine Schwarze, mit der er eine Affäre hatte, getötet haben soll. Snake Forrest, das Oberhaupt der Doppeladler, tut alles, um Penn und seinen Vater einzuschüchtern. Er lässt auf eine Journalistin, die über den Prozess schreiben will, ein Giftattentat verüben und bedroht Penns Tochter. Penn weiß, dass in seiner Stadt erst Frieden einziehen wird, wenn auch Snake aus dem Weg geräumt worden ist ... Spannend, voller Atmosphäre - ein Meisterwerk. Der große Abschluss der Natchez-Trilogie.

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren. Sein Vater leitete die medizinische Abteilung der US-Botschaft. Mit vier Jahren zog die Familie nach Natchez, Mississippi. Mit der »Frankly Scarlet Band«, bei der er Sänger und Gitarrist war, tourte er ein paar Jahre durch die USA. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in 25 Ländern. Greg Iles lebt heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Natchez, Mississippi. Fünf Jahre hat er kein Buch herausgebracht, da er einen schweren Unfall hatte, nun liegen im Aufbau Taschenbuch seine Thriller Natchez Burning , Die Toten von Natchez vor und 'Die Sünden von Natchez' vor.

Mehr zum Autor unter www.gregiles.com

 

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 912
    Erscheinungsdatum: 13.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214843
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Mississippi Blood
    Größe: 4935 kBytes
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Die Sünden von Natchez

Kapitel 2

Ich fahre mit Tempo hundertvierzig durch das Louisiana-Delta. Eine Urfinsternis liegt über dem Land wie ein Leichentuch. Meine Scheinwerfer bohren einen Tunnel in die Nacht, lösen einen Wirbel leuchtender Augen aus: aufgeschreckte Hirsche, Opossums, Füchse, Waschbären und die eine oder andere Kuh, die sich nah bei einem Zaun ausruht. Der gepanzerte Yukon unseres Leibwächters folgt uns im Abstand von hundertfünfzig Metern, weit genug weg, um mir während der hundert Meilen Heimfahrt vom Gefängnis, in dem mein Vater festgehalten wird, eine Migräne zu ersparen, aber so nah, dass Tim Weathers eingreifen könnte, falls es nötig sein sollte. Ab und zu gibt es einen donnernden Schlag, wenn ich um eine Kurve rase und über den zerbrochenen Panzer eines toten Gürteltiers fahre, und doch schläft meine Tochter Annie neben mir weiter, eine Hand leicht auf meinen Unterarm gelegt.

Im Rückspiegel schwebt ein weiteres Engelsgesicht in mein Blickfeld. Durch den verschwommenen Schleier meiner Müdigkeit nehme ich es erst als Caitlins Gesicht wahr, aber es gehört Mia Burke, Annies zwanzigjähriger Betreuerin. Mias Augen sind geschlossen, ihr Mund steht ein wenig offen, und säuselnde kleine Schnarcher dringen zwischen ihren Lippen hervor. Die Erschöpfung hat die beiden Mädchen ruhiggestellt, trotz Schlaglöchern und überfahrenen Tieren, die Erschöpfung, die durch das Brummen des Motors und das Zischen unserer Reifen verstärkt wird, dazu durch die Stimme von Levon Helm And The Band, die »The Weight« singen, die Live-Version aus dem Album The Last Waltz.

Während Pops und Mavis Staples in Harmonie zu singen beginnen wie dunkle Engel, die vom Himmel herabschweben, überkommt mich beinahe so etwas wie Friede. Wie viel Seele und Selbstbewusstsein muss ein Weißer haben, um vor solchen Engeln als Lead-Singer aufzutreten? Levon ist ein Junge vom Land, aus Arkansas, so klapperdürr und zäh wie die Schweinehunde, die Caitlin umgebracht haben, und doch singt er irgendwie mit der verletzten Menschlichkeit eines Mannes ohne Stammeszugehörigkeit, eines Mannes, der Liebe und Schmerz erfahren hat und begreift, dass das eine der Preis für das andere ist.

Ich wünschte, ich glaubte an Gott, dann könnte ich ihm die Schuld an Caitlins Ermordung geben. Aber als Mann ohne Glauben bleibt mir nur, alles meinem Vater anzulasten. Meine Mutter meint, Caitlin hätte ihren Tod selbst auf sich gebracht und hätte das auch dann getan, wenn mein Vater nicht vorher unser aller Leben völlig auf den Kopf gestellt hätte. Ich habe nicht die Kraft zu widersprechen. Mom will einfach nur, dass ich Dad zumindest genug verzeihe, um ihn im Gefängnis zu besuchen. Aber dazu kann ich mich nicht durchringen. Also sitze ich draußen im Auto oder gehe in ein Wendy's Restaurant ein wenig die Straße hinunter, während Mom und Annie im Gefängnis ihre Rituale durchlaufen und Mia sich um Annie kümmert, solange Mom Zeit allein mit Dad verbringt.

Meistens sitze ich nur da und denke über die Kette von Ereignissen nach, die mich hierhergebracht hat. Es stimmt, dass Caitlin sich von ihrem Ehrgeiz an einen verfluchten Ort hat locken lassen, zu dem sie niemals allein hätte gehen sollen. Aber hätte mein Vater nicht die Wahrheit darüber verschwiegen, was sich in der Nacht von Viola Turners Tod ereignet hat, wäre Caitlin nie so besessen von Henry Sextons Mission gewesen und hätte auch seine Fackel nicht weitergetragen, nachdem er sein Martyrium auf sich genommen hatte, um uns zu retten. Sie wäre auch nicht der blutigen Spur zu dem Knochenbaum gefolgt.

Dann würde sie heute noch leben.

Wir würden zusammen mit Annie im Haus Edelweiß wohnen, unserem Traumhaus mit Blick auf den Fluss, und wir wären auf dem besten Weg, Annie einen Bruder zu schenken. Der Gedanke verfolgt mich wahrscheinlich mehr, als er sollte. In der Nacht, bevor Caitlin umgebracht wurde, haben wir uns zum ersten und letzten Mal in diesem Haus geliebt: ein verzweifelter Versuch ihr

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