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Die Saat des Killers Thriller von Cleave, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Saat des Killers

Für Joshua bricht eine Welt zusammen, als sein Vater Mitchell bei einem Einsatz getötet wird. Doch der Polizist hinterlässt seinem Sohn etwas, das dessen Leben für immer verändern wird: seine Augen. Die Transplantation gelingt, und Joshua kann wieder sehen. Aber seitdem träumt er von einer einsamen Hütte, von Frauen in Todesangst, von entstellten Leichen. Joshua wird klar, dass bei dem Eingriff ein verheerender Fehler passiert ist. Eines der transplantierten Augen stammt von dem Serienmörder, der seinen Vater ermordet hat. Ohne es zu wollen, ist Joshua dem Erbe des unheimlichen Killers auf der Spur ... und gleichzeitig mit ihm verbunden ...

Paul Cleave wurde am 10. Dezember 1974 in Christchurch, Neuseeland geboren, dem Ort, wo auch seine Romane spielen. Dem Fan von Stephen King und Lee Child gelang mit seinem Debütroman Der siebte Tod auf Anhieb ein internationaler Erfolg, der in Deutschland monatelang auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten stand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221331
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: A Killer Harvest
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Die Saat des Killers

KAPITEL 1

Das Büro der Baufirma war früher ein alter Frachtcontainer, die zerkratzten, eingedellten und angerosteten Wände wurden grau übertüncht, um ihm einen offiziellen Charakter zu geben. Auf Reisen geht es heutzutage nur noch auf der Ladefläche eines Lkw, ein bis zwei Mal im Jahr, quer durchs Land. Eine der beiden langen Wände wurde ausgetauscht, um für eine Tür und ein Fenster Platz zu machen, das im Lauf der Jahre einen Ausblick auf wechselnde Baugrundstücke bot sowie auf die Wohn- oder Bürokomplexe, die darauf Stockwerk für Stockwerk aus dem Boden schossen. Gegenwärtig blickt man durch das Fenster auf einen siebenstöckigen Rohbau. Einige Etagen sind noch nicht über die Stahlträger und Betonplatten hinausgekommen, der gesamte Bau steckt in einem von Anstrichfarbe, Dreck und Schweiß verfleckten Gerüst.

Irgendwie zieht das Containerbüro im Innern Spinnweben an und stößt Wärme ab, sodass Detective Inspector Mitchell Logan an diesem strahlenden Morgen im spätsommerlichen Christchurch fröstelt. An den verputzten Wänden hängen Übersichtskarten, Konzeptskizzen, Blaupausen und Fotografien. Auf einem Wandregal neben der Tür liegt ein halbes Dutzend Schutzhelme bereit, darunter prangt ein Schild mit dem sinnigen Spruch: Besser einen Helm auf die Birne als einen Stein. Der Schmutzfilm an der Fensterscheibe kommt einer Doppelverglasung gleich. Auf einem Schreibtisch stapeln sich Papiere, hinter denen ein Polier namens Simon Bower sitzt und verärgert dreinblickt. Bower hat zurückgegeltes braunes Haar, dazu einen Bart, den Mitchell bis vor Kurzem als Unabomber-Bart bezeichnet hätte, der aber, wie er von seiner Frau gelernt hat, als Hipster-Bart salonfähig geworden ist. Davon abgesehen, ist Bower ein gut aussehender Mann Anfang bis Mitte dreißig, sportlich, sonnengebräunt und, so wie er unentwegt auf die Uhr guckt, ziemlich ungeduldig.

Mitchell schielt zu seinem Partner - Detective Inspector Ben Kirk - hinüber, um zu sehen, ob sein Freund genauso friert wie er. Offenbar nicht.

"Was für Fragen?", will Bower wissen, während er erneut auf seine Uhr sieht, als traue er ihr nicht ganz über den Weg.

"Reine Routine", sagt Mitchell - was natürlich nicht stimmt. Mit Routine hat das hier herzlich wenig zu tun. Mitchell ist vierzig Jahre alt und der Tag nicht mehr fern, an dem er schon sein halbes Leben lang bei der Polizei ist. Lange genug also, um zu wissen: Je abwegiger die Lüge, desto mehr gibt es zu verbergen. Wie in diesem Fall. Der Mann, den sie sprechen wollen, wird behaupten, er sei am anderen Ende der Welt gewesen, um seine Mutter im Krankenhaus zu besuchen. Oder habe in einem Boot mitten auf dem Pazifik Delfine gerettet. Oder auch den Mond umkreist. Wo auch immer er gewesen sein will: Hauptsache nicht da, wo er tatsächlich war - in Andrea Walshs Wagen. Und wo ist Andrea Walsh? Das wissen sie nicht. Doch die blutige Motorsäge, die sie in der Nähe ihres Wagens gefunden haben, deutet darauf hin, dass man sie an allen möglichen Stellen finden wird - und zwar überall zugleich. Nicht nur Blut haben sie an der Säge gesichert, sondern auch Haar, Knochen und Fetzen von Fleisch - darunter, wie sie gestern von der Gerichtsmedizin erfahren haben, ein ganzes Fingerglied. Das verlassene Fahrzeug wurde, dank dem Hinweis eines Autofahrers, der dem Wagen mit knapper Not ausweichen konnte, vor zwei Tagen nachts mit leerem Tank in der Nähe der Autobahn gefunden. Nachdem der Halter nicht zu erreichen war, hatte die Polizei am folgenden Tag die Umgebung abgesucht. Die blutige Säge - mitsamt dem unter dem Bügel festhängenden Fingerglied - fand sich in einem Graben etwa fünfzig Meter von der Straße entfernt.

Natürlich war es ein Fehler, die Säge so nahe beim Wagen wegzuwerfen. Doch Mitchell ist sich sicher, dass derjenige es vorgezogen hat, sie auf diese Weise zu entsorgen, statt mit dem Ding in der Hand die Autobahn entlangzulaufen. Die Säge hatte

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