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Die schöne Tote von Barfleur Ein Kriminalroman aus der Normandie von Dries, Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die schöne Tote von Barfleur

So mörderisch ist die Normandie. Ein Mann stürzt in die Gendarmerie von Barfleur, um seine Frau Maryline als vermisst zu melden. Am selben Tag macht eine Pilzsammlerin eine grauenvolle Entdeckung. Ein weiblicher Fuß ragt aus dem Unterholz. Rasch ist klar, dass Maryline ermordet wurde. Die Polizei steht vor einem Rätsel - und man bittet Commissaire Philippe Lagarde um Hilfe, obschon der eigentlich seinen Ruhestand genießen wollte. Denn der Ehemann der Toten, der sofort in Verdacht gerät, ist ein Freund des einzigen Polizisten von Barfleur. Der zweite Roman mit Commissaire Lagarde - Spannung mit echt französischem Flair. Maria Dries wurde in Erlangen geboren und hat Sozialpädagogik und Betriebswirtschaftslehre studiert. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Fränkischen Schweiz. Schon seit vielen Jahren verbringt sie die Sommer in der Normandie. Im Aufbau Taschenbuch sind bisher ihre Krimis "Der Kommissar von Barfleur", "Die schöne Tote von Barfleur", "Der Kommissar und der Orden von Mont-Saint-Michel", "Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague" zuletzt "Der Kommissar und der Tote von Gonneville", "Der Kommissar und die Morde von Verdon", "Der Kommissar und die verschwundenen Frauen von Barneville", "Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse" und "Der Kommissar und das Biest von Marcouf" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841209092
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2923 kBytes
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Die schöne Tote von Barfleur

La Basilique de Trinité
Die Basilika der Dreifaltigkeit
Zweiter Tag

U m Punkt sechs Uhr klingelte der Wecker von Roselin Dumas. Das schrille Geräusch riss ihn aus wirren Träumen. Am Vorabend hatte er lange Zeit nicht einschlafen können und sich unruhig im Bett umhergewälzt. Die beängstigenden Geschehnisse, die sich gestern zugetragen hatten, verfolgten ihn. Unausgeschlafen verließ er sein Bett und blickte aus dem Fenster. Grauschwarze Wolken jagten über den Himmel, der Wind rüttelte an den Fensterläden, und Regentropfen prasselten gegen die Glasscheibe. Blätter der Trauerweide wirbelten durch den Garten. Im Teich war kein einziger Goldfisch mehr zu sehen. Sie hatten unter Seerosenblättern Schutz gesucht. Von seinem Haus aus konnte man das Meer nicht sehen, aber er wusste, dass wilde ungestüme Wellen, getrieben von der herannahenden Flut, gegen die Hafenmole schlugen.

Der Gendarm fuhr sich durch seinen ergrauten Haarkranz und gähnte ausgiebig. Er fand, dass das Wetter gut zu seiner Stimmung passte. Seit dem Fund der Frauenleiche war er niedergeschlagen und verstört. Eine Bestie war in die idyllische heile Welt der Halbinsel Cotentin eingedrungen. Die Bewohner würden verunsichert und verängstigt sein und eine rasche Aufklärung fordern. Provinzpolitiker und Tourismusmanager würden um den guten Ruf des Urlaubsparadieses fürchten. Roselin versuchte sich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass die Kripo von Cherbourg hervorragende Arbeit leistete. Sie würde den Mörder bald überführen.

Er lauschte. Aus der Küche drangen Geräusche. War Brigitte schon aufgestanden? Er folgte dem Kaffeeduft.

Seine Tochter lief geschäftig hin und her und war mit den Frühstücksvorbereitungen beschäftigt. Sie trug ihre blaue Arbeitshose, das war ein gutes Zeichen. Ihre langen Haare hatte sie zu zwei Zöpfen geflochten, die Wangen glühten vor Eifer. Sie sah aus wie ein Kind. Der Gendarm liebte sein Nesthäkchen über alles.

"Bonjour, mein Liebes, hast du gut geschlafen?"

Sie fiel ihm um den Hals und gab ihm einen dicken Kuss.

"Ja, sehr gut. Bonjour, Papa. Ich habe Frühstück für dich gemacht. Spiegeleier mit Speck, die magst du doch so gerne."

Sie griff nach der Pfanne auf dem Herd und ließ das köstlich duftende Gericht auf einen Teller gleiten. Monsieur Maurice, der auf der Fensterbank saß, stellte das Putzen seines Felles ein und heftete den Blick begehrlich auf die Speckscheiben.

"Wunderbar. Ich danke dir. So fängt ein Tag gut an", lobte er sie. "Und was ist mit dir? Frühstückst du nicht mit?"

Es war nur für eine Person gedeckt.

"Keine Zeit, Papa. Ich muss um sieben Uhr auf dem Reiterhof sein", erklärte sie mit der größten Selbstverständlichkeit.

"Ich fahre dich hin. Es schüttet wie aus Kübeln."

"Nicht nötig. Iss du deine Eier. Ich habe schon alles geregelt. Tommi, einer der Stallarbeiter, nimmt mich mit. Er ist ein netter Kollege und hat denselben Weg."

Im Flur schlüpfte sie in ihre Regenjacke.

"Ich muss los, Papa. Bis heute Abend."

Er bekam noch einen Kuss, dann war sie weg.

Nach dem Frühstück fuhr Roselin Dumas zur Polizeistation. Die Scheibenwischer seines Wagens konnten die vom Himmel stürzenden Wassermassen kaum bewältigen. Er kannte die Strecke im Schlaf. Seine Gedanken wanderten zu seiner Tochter. Er war so erleichtert, dass sie wieder fröhlich und voller Tatendrang war und sich auf die Arbeit auf dem Reiterhof freute. Hoffentlich war die Krise vorbei, was auch immer dahintergesteckt hatte.

Auf der Hafenpromenade waren nur wenige Menschen unterwegs. Windböen zerrten an ihren Schirmen. Die Markisen vor den Restaurants waren eingerollt, die Stühle gekippt und an die Tische gelehnt. Das Bistro "Im Wind der Inseln" war hell erleuchtet. Einige Männer tranken noch schnell einen kleinen Kaffee, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit machten. Im Hafenbecken tanzten Boote auf der bewegten Wasseroberfläche.

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