text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Schande der Lebenden von Billingham, Mark (eBook)

  • Verlag: Atrium Verlag AG Zürich
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Schande der Lebenden

Fünf Menschen, die sich zufällig begegnen, bilden einen Kreis. Jeder von ihnen hat ein dunkles Geheimnis. Doch eines davon ist schwarz wie die Nacht.Fünf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versammeln sich jeden Montag im selben Haus. Sie alle sind Verlorene, die in ihrem Leben Schande auf sich geladen haben und sich nun auf der Suche nach Hilfe zufällig begegnet sind. In ihrer Mitte sitzt der Therapeut Tony De Silva, der eine ganz eigene Vergangenheit hat. In ihrem Kreis offenbaren sich die fünf gegenseitig ihre dunkelsten Geheimnisse. Dabei gibt es nur eine Regel: Nichts von dem, was zwischen ihnen besprochen wird, darf jemals nach außen dringen. Selbst als einer der fünf ermordet aufgefunden wird, bricht keiner sein Schweigen. Und doch ist nichts mehr wie zuvor. Denn zum Kreis gehört nun auch ein Mörder - der alles über die anderen weiß.

Mark Billingham, 1961 in Birmingham geboren, ist einer der international erfolgreichsten britischen Krimiautoren, seine Bücher erscheinen in über zwanzig Sprachen. Einem großen deutschen Publikum wurde er erstmals mit seinem Thriller ?Die Lügen der Anderen? bekannt, der 2014 bei Atrium erschien und zum Bestseller wurde. Zuletzt erschien ?Die Schande der Lebenden? (Atrium, 2016). Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Norden Londons und in Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037920855
    Verlag: Atrium Verlag AG Zürich
    Größe: 1316 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Schande der Lebenden

Zweiter Teil Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Der erste Besuch Er sitzt schon einige Minuten hier, als sein Besuch endlich eintrifft. Er sieht, wie der Wachmann ihn in der Menge der Häftlinge entdeckt, die an den Nachbartischen schon in gedämpfte Gespräche mit Ehefrauen, Müttern, Kindern vertieft sind. Er streckt sich und zupft an dem grünen Überwurf, den er über dem Gefängnis-Sweatshirt trägt.

"Danke, dass Sie sich bereit erklärt haben, mit mir zu sprechen." Sein Gegenüber nimmt ein Notizbuch und einen Stift aus der Tasche.

"Also, dann erzählen Sie doch mal, um was es bei diesem Projekt eigentlich geht", sagt der Häftling und hält den Brief hoch, den er zwei Wochen zuvor bekommen hat. "Für mich klingt das alles ziemlich bescheuert."

Ein Lächeln. "Ich schreibe an einer Diplomarbeit über fragwürdige Verhaftungen."

"Was ist daran fragwürdig?"

"Richtig, in Ihrem Fall beunruhigt mich eher das Verbrechen selbst. Die Umstände, die dazu führten."

Er betrachtet sein Gegenüber eingehend. "Sind Sie nicht etwas zu alt für die Uni?"

"Ich war schon etwas älter, als ich mich für das Studium entschieden habe. Und bin jetzt im letzten Jahr meines Jurastudiums."

"Na dann." Er greift nach einer verbeulten Tabakdose, öffnet sie und fängt an, sich eine zu drehen.

"Also ... natürlich habe ich das Protokoll der Verhandlung gelesen, und die Beweise wirken ziemlich erdrückend. Jede Menge Zeugen, die Mordwaffe wurde am Tatort gefunden, und Sie haben sich offenbar unwidersprochen schuldig bekannt."

"Unwidersprochen?"

"Sie haben nie bestritten, dass Sie es waren."

"Hätte keinen Sinn gehabt. Wie Sie sagten, jede Menge Zeugen."

"Sie hatten im Pub Streit mit dem Opfer."

Er nickt, leckt am Zigarettenpapier.

"Und worum ging es? Ich habe nirgends etwas darüber gefunden."

"Daran konnte ich mich nicht erinnern. Kann ich immer noch nicht."

Ein skeptischer Blick. "Man hat Sie angeklagt, jemanden nach einem Streit ermordet zu haben, und Sie können sich nicht erinnern, worum es dabei ging?"

"Ich hab einfach rot gesehen." Er wendet sich ab, sieht einen Häftling neben sich, der über den Tisch nach der Hand einer jungen Frau greift. "Ich war wütend, kapiert?"

Ein Nicken. "Ich glaube, das war es, was überhaupt erst mein Interesse geweckt hat. Ihr Verteidiger hat ständig betont, wie ungewöhnlich es war, dass Sie völlig die Beherrschung verloren haben. Das war mehr oder weniger die ganze Verteidigung. Er betonte immer wieder, dass Sie vorher noch nie in so etwas verwickelt waren. Er hat Sie dargestellt, als könnten Sie keiner Fliege etwas zuleide tun." Eine Pause. "Auch Ihre Freunde und Ihre Familie sagen das."

"Mit wem haben Sie gesprochen?

"Nur ein paar Hintergrundrecherchen, mehr nicht. Ein paar Telefonate ..."

Er betrachtet wieder den Brief, liest, formt die Worte lautlos mit den Lippen. "Sind Sie von der Presse oder so?"

"Ich bin nicht von der Presse." Ein Nicken in Richtung Brief. "Es ist ein persönliches Projekt, ich schwöre es."

Er legt die zu Ende gedrehte Zigarette in die Dose und schließt den Deckel. "Wir hatten Streit, ich habe ihm eine reingehauen. Das war's."

"Ist er Ihnen vorher schon mal begegnet?"

"Nein." Schnell und einfach, weil er die Wahrheit sagt.

"Hatten Sie seinen Namen vorher schon einmal gehört?"

Er blinzelt und lässt die Tabakdose unter dem Überwurf verschwinden.

"Ich weiß, die Polizei hat Sie das schon gefragt, also sorry, dass ich noch mal nachhake, aber wenn Sie nur im Pub waren, um in Ruhe was zu trinken, und den Mann nicht kannten, mit dem Sie Streit hatten, warum hatten Sie dann eine Eisenstange in der Manteltasche?"

Er schüttelt den Kopf und sieht auf die Uhr.

"Sie kommen bald raus ... in ein paar Monaten, oder? Sie hätten vermutlich schon frühe

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen