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Die schwarze Frau Roman von St. James, Simone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die schwarze Frau

Vermont 1950. Idlewild Hall ist ein Ort für Mädchen, die keinen anderen Platz in der Gesellschaft haben. Abends erzählen sich die Schülerinnen Schauergeschichten von der "schwarzen Mary". Doch als eines Nachts eine von ihnen unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, wird der Schrecken real. 2014 ist das Internat eine Ruine, aber die Journalistin Fiona Sheridan kann nicht von Idlewild Hall lassen: Hier wurde vor 20 Jahren ihre Schwester ermordet. Als man bei Renovierungsarbeiten eine weitere Mädchenleiche findet, beginnt Fiona zu recherchieren. Dabei rührt sie an dunkle Geheimnisse, die besser für immer verborgen geblieben wären ... Simone St. James schrieb schon in der Highschool ihre erste Geistergeschichte. Später war sie 20 Jahre in der Filmbranche tätig, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Spannungsromanen widmete. Mit ihrem Mann und ihrer verwöhnten Katze lebt sie in der Nähe von Toronto, Kanada.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 18.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641234355
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Broken Girls
    Größe: 1621 kBytes
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Die schwarze Frau

Kapitel 1

Barrons, Vermont

November 2014

Das Klingeln ihres Handys riss Fiona aus dem Schlaf. Sie fuhr hoch und umklammerte das Lenkrad ihres Autos, starrte durch die Windschutzscheibe in die Dunkelheit.

Blinzelnd versuchte sie, ihre Gedanken zu ordnen. Hatte sie etwa geschlafen? Sie hatte auf dem gekiesten Randstreifen der Old Barrons Road angehalten, daran erinnerte sie sich noch, um in Ruhe dasitzen und nachdenken zu können. Dabei musste sie eingenickt sein.

Das Mobiltelefon klingelte erneut. Sie hatte es auf den Beifahrersitz geworfen. Schnell warf sie einen Blick da rauf. Das Display leuchtete in der Dunkelheit. Jamies Name und die Uhrzeit: drei Uhr morgens. Heute war der Tag, an dem Debbie vierzig geworden wäre, wenn sie noch leben würde.

Sie griff nach dem Telefon und nahm den Anruf an. "Jamie", sagte sie.

Seine Stimme am anderen Ende der Leitung war nur ein leises Murmeln, verschlafen und vorwurfsvoll. "Ich bin aufgewacht, und du warst weg."

"Ich konnte nicht schlafen."

"Und deshalb bist du gegangen? Um Himmels willen, Fee, wo bist du?"

Sie öffnete die Wagentür und schwang die Beine hinaus in die kühle Luft. Er würde wütend sein, aber sie konnte es nicht ändern. "Ich bin an der Old Barrons Road. Unten am Hügel. Ich habe auf dem Seitenstreifen geparkt."

Jamie schwieg einen Augenblick, und sie wusste, dass er überlegte, welches Datum heute war. Debs Geburtstag. "Fee."

"Ich wollte gerade nach Hause fahren. Wirklich." Sie stieg aus dem Auto, richtete sich auf und spürte, wie ihre steifen Beine protestierten. Die kalte Luft machte sie schlagartig hellwach, und der Wind fuhr ihr in die Haare. Sie ging zum Straßenrand und blickte nach links und rechts, währe nd sie die freie Hand in die Tasche ihrer Windjacke st eckte. In der Richtung, aus der sie gekommen war, sah sie ein Straßenschild - dreißig Meilen bis nach Burlington - und die verschwommenen Lichter der Nachttankstelle oben auf dem Hügel. Dahinter, und nicht mehr in Sichtweite, kreuzte sich die Straße mit der North Road, wo sich jede Menge Fastfood-Restaurants, noch mehr Tankstellen und ein paar Geschäfte befanden. In der anderen Richtung, hinter der Motorhaube ihres Wagens, war nur noch Dunkelheit - als würde die Barrons Road ins Nichts führen.

"Du musst nicht nach Hause fahren", sagte Jamie gerade.

"Ich weiß", antwortete Fiona. "Aber ich war unruhig, und ich wollte dich nicht wecken. Deshalb bin ich losgefahren, und dann habe ich angefangen nachzudenken."

Er seufzte. Sie konnte ihn vor sich sehen, wie er in einem alten T-Shirt und Boxershorts dasaß, an die Kissen gelehnt, und sich die Augen rieb. Seine Schicht begann um halb sieben; sie hatte sich wirklich Mühe gegeben, ihn nicht zu wecken. "Über was nachzudenken?"

"Ich habe mich gefragt, wie viel Verkehr mitten in der Nacht auf der Old Barrons Road herrscht. Wie lange es dauern würde, bis jemand vorbeifährt und ein Auto bemerkt, das hier geparkt ist. Die Cops haben immer gesagt, es sei nicht möglich, dass Tim Christopher sein Auto so lange hier stehen gelassen hat, ohne dass es jemandem aufgefallen ist. Aber sie haben es auch nie überprüft, oder?"

Und da war sie wieder: diese hässliche Sache, die wie ein Dämon an die Oberfläche kam, sobald man darüber sprach. Das, was sie inzwischen so gut verdrängen konnte. In den letzten Tagen, während Debs Geburtstag näher gerückt war, hatte dieser Gedanke die ganze Zeit an ihr genagt. Sie hatte versucht, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, aber heute Nacht, schlaflos in ihrem Bett, war sie nicht mehr dagegen angekommen. "Das tut dir nicht gut", sagte Jamie. "Das weißt du. Ich weiß, dass du viel an deine Schwester denkst. Ich weiß, dass du um sie trauerst. Aber einfach nach Idlewild zu fahren ... das ist etwas vollkommen anderes, Fee."

"Ich weiß", sagte Fiona. "Ich weiß, dass wir das schon hinter uns

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