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Die schwarze Schlange von Brack, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2015
  • Verlag: Midnight
eBook (ePUB)
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Die schwarze Schlange

Der dritte Fall für den Reeperbahn-Kommissar Heinrich Hansen
Hamburg 1941: Seit Kriegsbeginn herrscht Verdunklungszwang, Swing tanzende Jugendliche bekommen Schwierigkeiten. Heinrich Hansen, Leiter der Polizeiwache Davidstraße in St. Pauli, soll einen aussichtslosen Mordfall bearbeiten: Ein Chinese wurde in Hamburgs Chinatown erstochen. Wenig später wird auch ein Deutscher tot aufgefunden, der wie der Chinese die Tätowierung einer schwarzen Schlange trägt. Heinrich Hansen ahnt, dass es sich nicht um gewöhnliche Mordfälle handelt. Und bald gerät auch sein Leben in Gefahr ... St. Pauli zur Zeit des Nazi-Regimes
Von Robert Brack sind bei Midnight in der 'Heinrich-Hansen-Krimi'-Reihe erschienen:
Die rote Katze
Der gestreifte Affe
Die schwarze Schlange

Robert Brack, geboren 1959, lebt seit 1981 in Hamburg. Er arbeitet als Übersetzer und freier Schriftsteller. Für seine historischen und politischen Kriminalromane wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 06.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958190252
    Verlag: Midnight
    Größe: 4812 kBytes
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Die schwarze Schlange

PROLOG

Nacht

"Du lachst, Heinrich?", fragte Oberwachtmeister Schenk.

Kriminalkommissar Hansen versuchte, ein Prusten zu unterdrücken. Er schaute aus seinem Dienstzimmer im zweiten Stock auf den Parkplatz vor der Davidwache und konnte sich kaum beherrschen. Hauptwachtmeister Kelling, wie immer in vorbildlich gebügelter grüner Uniform, hatte sich gerade nach vorn gebeugt, um die frisch angelieferten schwarzen Hauben über die Scheinwerfer des DKW-Dienstwagens zu stülpen. Dabei war ihm sein Tschako vom Kopf gerutscht, auf die Erde gefallen und unter das Auto gerollt. Nun kniete er auf dem Pflaster und fischte verzweifelt nach seiner Kopfbedeckung.

"Was gibt's denn da zu lachen?", brummte Schenk.

"Er hat ein fliehendes Kinn", sagte Hansen grinsend, "und deshalb rollt ihm der Helm davon."

"Deinen Humor möcht ich haben", sagte Schenk, aber auch er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Es war bekannt, dass Kelling Probleme hatte, den Riemen seines Tschakos korrekt festzuzurren.

Die Männer von der Kripo machten sich gern mal über Hauptwachtmeister Kelling lustig, der vor fünf Jahren die Leitung der Ordnungspolizei übernommen hatte, als das Revier Nr. 13 in Revier Nr. 36 umbenannt worden war. Damit war er zu Hansens Stellvertreter aufgestiegen. Dem Kommissar wäre es lieber gewesen, die Herren im Stadthaus hätten den gemütlichen Schenk auf diesen Posten gesetzt. Der war aber erst 1933 in die Partei eingetreten und nicht so strebsam wie Kelling.

"Warum macht er das eigentlich selbst?", fragte Schenk.

"Du kennst ihn doch", sagte Hansen. "Er muss immer erst mal selbst Hand anlegen. Das hilft bei der anschließenden Besserwisserei."

"Ist auch nur ein Mensch", stellte Schenk fest.

Sie beobachteten, wie Kelling in die Wache eilte und mit einem Gummiknüppel zurückkam. Damit gelang es ihm endlich, den Helm unter dem Auto hervorzuholen. Er setzte ihn wieder auf und zupfte an den Stoffmützen mit den schmalen Schlitzen herum, bis sie seiner Ansicht nach richtig auf den Scheinwerfern saßen. Dann ging er zurück ins Polizeigebäude.

"Er könnte sich auch noch um die Dinger hier kümmern", sagte Hansen und deutete auf das schwarze Rollo, das über dem Fenster angebracht worden war.

"Wieso? Das hängt doch schon."

"Zieh mal runter."

Schenk zog das Rollo nach unten. Nach zwei Dritteln der Strecke klemmte es. "Gottverdammt", fluchte er.

"Im ersten Stock funktionieren die alle einwandfrei", sagte Hansen. "Ich werde mal Kelling fragen, wie sie das hingekriegt haben. Muss sowieso los."

Wachtmeister Schenk blickte nach draußen. Das goldene Licht der untergehenden Herbstsonne, das sich eben noch über den Spielbudenplatz ergossen hatte, war verblasst. Ein Mann im Overall mit einer großen Umhängetasche ging von Baum zu Baum, legte Folienstreifen um die Stämme und nagelte sie fest.

"Dann soll er aber gleich mal jemanden hochschicken, es wird nämlich Zeit", sagte Schenk.

"Also, dann bis später." Hansen wandte sich um und nahm den Trenchcoat vom Garderobenhaken.

"Nee, nee!", rief Schenk ihm hinterher, als er durch die Tür ins Treppenhaus verschwand. "Ich mach mich gleich auf die Socken. Ich hab' nämlich Feierabend."

"Jawohl, Herr Kommissar. Werde mich darum kümmern. Heil Hitler!", sagte Kelling zum Abschied, nachdem Hansen ihn im Eingang der Wache abgefangen hatte.

Na, dann wird ja bald alles in Ordnung sein, dachte Hansen befriedigt, als er die Davidstraße überquerte. Eine Straßenbahn rumpelte aufgeregt klingelnd über die Kreuzung, Automobile hupten kampflustig, Motorräder knatterten nörgelnd vorbei. Feierabend. Bald wird es auf der Straße ganz ruhig werden, dachte Hansen. Und wie wir heute Nacht zu Fuß hier klarkommen sollen, weiß der Himmel. Seine Hand schloss sich um die Taschenlampe, die er vorsorglich schon am Nachmittag in die Manteltasche gesteckt hatte. Wenn nur die Birne nicht d

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