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Die schwarzen Rosen von Cartagena Ein Spanien-Krimi von Brandt, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2018
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Die schwarzen Rosen von Cartagena

Unter Mordverdacht. Dolf Tschirner fühlt sich, gestrandet im spanischen Cartagena, eigentlich als Hahn im Korb. In einer Feriensiedlung lautet sein offizieller Titel 'Sicherheitschef'. Viel gibt es hier nichts zu tun - außer sich um Millionärswitwen zu kümmern. Dann wird eine Amerikanerin, mit der Dolf sich auf einer Party vergnügt hat, plötzlich ermordet. Und auf einmal ist er der erste Tatverdächtige. Doch Dolf weiß Rat: Er geht selbst auf Mörderjagd. Ein kauziger deutscher Ermittler im spanischen Cartagena - beste Spannungslektüre.

Ulrich Brandt, 1957 geboren, ist Drehbuchautor, Dramaturg und Produzent verschiedener erfolgreicher TV Serien sowie Autor von Kurzgeschichten und Übersetzer. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Köln. In Cartagena hält er sich jeden Sommer auf. Im Aufbau Taschenbuch liegt sein Kriminalroman "Iberische Hitze" vor. Mehr zum Autor unter www.ulrichbrandt.de Mehr zu den Schauplätzen unter www.cartagena-krimi.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214829
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Serie: Dolf Tschirner .3
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Die schwarzen Rosen von Cartagena

3

Das satte Wummern von Ghaanshas verstolperten Rhythmen konnte Dolf schon von Weitem hören. Als er in die Avenida B einbog, die Hauptstraße, an der Lynns Anwesen lag, sah er, dass inzwischen die Illumination eingeschaltet war. Die Vorderfassade der Villa wurde von Bodenstrahlern in grünes und blaues Licht getaucht, sie sah aus wie unter Wasser.

Trido lungerte vor dem Haus herum. Der Platz für die Stretchlimousine war frei. "Die sind unterwegs. Müssen jeden Augenblick ankommen."

"Alles klar. Ich hab jetzt Feierabend."

"Ganz wie du meinst, Boss." Trido grinste. Sie wussten beide, dass Dolf nicht sein Chef war. Trido erledigte alle möglichen Jobs für die Besitzer der Ferienhäuser, säuberte ihre Pools, mähte ihre Rasen, machte kleinere und größere Besorgungen aller Art. Jetzt hielt er Dolf sogar das Gittertor auf.

Dolf ging außen um den Bungalow herum, über den breiten Weg aus eingemauerten Steinplatten, der in mehreren Stufen zum Pool hinabführte. Das Becken war beleuchtet und wahrscheinlich auch beschallt, aber im Augenblick noch unberührt und reglos, blockiert von einem riesigen schwimmenden Bukett mit ausladender Dekoration aus Lotosblüten und schwarzen Rosen, den Lieblingsblumen der Gastgeberin.

Auf Liegestühlen räkelten sich zwei langbeinige Traumfrauen mit atemberaubenden Dekolletés und Frisuren, eine blond, eine mit dunklen Locken, die sich umflirteten wie die Weltmeister und ein wunderhübsches Paar abgaben. Nur Dolf und die Gastgeberin wussten, dass die beiden Transvestiten waren, seit langem eine lockere Beziehung führten und viel mehr in ihr eigenes Aussehen verliebt waren als ineinander. Optisch machten sie jedenfalls eine Menge her und wurden deshalb zu solchen Gelegenheiten gerne eingeladen. Gerade nahmen sie Norman Drench spielerisch in die Zange, ein unscheinbares graues Männchen, Typ britischer Sportsfreund - Bridge und Rasenkegeln -, der unter den handfesten Komplimenten der beiden Supermodels rot anlief bis hinter die Ohren. Norman wirkte nervös. Sichtlich erleichtert über die Ablenkung kam er auf Dolf zugeschossen. "Churner! Ich muss mit Ihnen reden!"

"Bitte sehr." Als Vorsitzender der Eigentümervereinigung war Drench tatsächlich Dolfs Vorgesetzter. Der Verein zahlte Dolfs Lohn.

"Die Bürgersteige vor X zweihundertsiebzehn, die sind völlig ruiniert."

Dolf kannte den Schaden. Ein paar Wochen zuvor hatte ein Bauunternehmer mit schwerem Gerät auf dem Grundstück hantiert und dabei Bordsteine und Gehwegplatten beschädigt. Das zu reparieren gehörte nicht zu Dolfs Job. "Muss der Bauunternehmer ran. Oder seine Versicherung." Auf das Thema war Dolf nicht gut zu sprechen.

"Weiß ich doch selbst. Aber ich brauche eine Schätzung, einen Kostenvoranschlag."

"Hat das Zeit bis morgen?" Dolf war kurz davor, patzig zu werden.

"Sicher. Selbstverständlich. Heute wollen wir uns doch amüsieren, was?" Drench schlug Dolf fröhlich auf die Schulter. Die Geste wirkte nur deshalb nicht herablassend, weil Drench fast einen Kopf kleiner war.

Dass Norman Drench sich jemals amüsierte, konnte sich Dolf beim besten Willen nicht vorstellen. Der Mann stellte einen pensionierten Postbeamten dar, ehemals Royal Mail, und genau so sah er auch aus. Wenn es die Witterung zuließ, trug er einen Strickpullunder unter seiner Cordjacke. Sonst karierte Kurzarmhemden und Pfadfinder-Shorts. Mit Bügelfalten.

Heute hatte Drench sich zur Feier des Tages in seinen abgewetzten schwarzen Anzug für Eigentümerversammlungen gezwängt. Er schien sich darin so wohl zu fühlen wie auf einer öffentlichen Toilette.

"Wir sehen uns." Dolf versuchte Land zu gewinnen. Die Musik schallte von der Tanzfläche herauf, die weiter unten am Hang aufgebaut war, ein Stück vor den Bougainvillea-Hecken an der Grenze des Anwesens. Im Dunkel dazwischen ragten gebündelte, schwarzverkohlte Röhren kniehoch auf, die von einem einsamen Feuerwerker bewacht wurd

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