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Die schweigende Welt des Nicholas Quinn Kriminalroman. Ein Fall für Inspector Morse 3 von Dexter, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.07.2018
  • Verlag: Unionsverlag
eBook (ePUB)
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Die schweigende Welt des Nicholas Quinn

Der fast taube Nicholas Quinn wird überraschend zum Mitglied des Verbands für Auslandsprüfungen der Oxford-Universität berufen. Quinn lebt sich schnell ein in die Welt der angesehenen Professoren, der Nachmittagssitzungen mit gutem Rotwein und der bequemen Ledersessel. Nur hat er kaum Gelegenheit, sich an seinem neuen Job zu erfreuen: Schon kurz nach seiner Ernennung wird Quinn vergiftet in seiner Wohnung aufgefunden. Ein Mord ohne die geringsten Anhaltspunkte - wie geschaffen für den brillanten Inspector Morse. Colin Dexter (1930-2017) studierte Klassische Altertumswissenschaft und war erst als Oberstufenlehrer und anschließend als Prüfer an der Oxford-Universität tätig. 1973 schrieb er Der letzte Bus nach Woodstock. Es folgten dreizehn weitere Fälle für Inspector Morse, die als Fernsehserie verfilmt wurden. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mehrmals mit dem CWA Gold Dagger. Für sein Lebenswerk wurde Dexter mit dem CWA Diamond Dagger und dem Order of the British Empire für Verdienste um die Literatur ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 23.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293310261
    Verlag: Unionsverlag
    Serie: Inspector Morse 3
    Originaltitel: The Silent World of Nicholas Quinn
    Größe: 2992 kBytes
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Die schweigende Welt des Nicholas Quinn

Prolog

T ja, was meinen Sie?" Der Präsident des Verbandes für Auslandsprüfungen wandte sich mit seiner Frage direkt an Cedric Voss, den Vorsitzenden des Geschichtsausschusses.

"Nein, nein, lassen Sie erst mal hören, was unser Geschäftsführer meint. Schließlich sind es ja die Hauptamtlichen, die in erster Linie mit dem Mann leben müssen." In nicht ganz so illustrer Gesellschaft hätte Voss hinzugefügt, dass es ihm herzlich egal war, welcher der Kandidaten den Job bekam. So aber rückte er sich nur in der für ihn typischen schläfrigen Pose wieder in dem bequemen blauen Ledersessel zurecht und hoffte von Herzen, dass man endlich zum Schluss kommen konnte. Die Sitzung dauerte schon fast drei Stunden.

Der Präsident wandte sich an seinen Nachbarn zur Linken, einen kleinen Mann von Mitte bis Ende fünfzig mit randloser Brille und einem knabenhaft verschmitzten Zwinkern. "Dann schießen Sie mal los, Dr. Bartlett."

Bartlett, Geschäftsführer des Verbandes für Auslandsprüfungen, warf einen freundlichen Blick in die Runde, ehe er sich seinen sauber geschriebenen Notizen zuwandte. Er war solche Sachen gewohnt. "Mir scheint, wir gehen - ganz allgemein gesprochen, alles in allem" (der Präsident und etliche der älteren Kollegen zuckten merklich zusammen) "und generell - darin einig, dass uns eine sehr gute Auswahlliste vorgelegen hat. Die Bewerber machten alle einen recht kompetenten Eindruck, die meisten verfügten über ausreichende Erfahrung für den Posten. Aber ..." Er zog wieder seine Notizen zurate. "Ja, also ganz ehrlich gesagt - ich würde mich nicht für eine der Frauen entscheiden. Die Bewerberin aus Cambridge war etwas - wie soll ich sagen - etwas schrill ..." Er sah die Mitglieder der Auswahlkommission erwartungsvoll an, einige nickten lebhaft zustimmend. "Die andere schien mir doch eine Spur unerfahren, und einige ihrer Antworten haben mich - äh - innerlich nicht hundertprozentig überzeugt." Auch jetzt war bei den schweigenden Zuhörern kein Zeichen von Widerspruch wahrzunehmen, und Bartlett streichelte recht zufrieden seinen runden Bauch.

"Kommen wir also zu den drei männlichen Bewerbern. Duckham? Ein bisschen vage, fand ich. Netter Junge, aber ich weiß nicht recht, ob er den Biss, das Durchsetzungsvermögen hat, das ich mir für unsere Geisteswissenschaften wünsche. Er steht in meiner Liste an dritter Stelle. Der Nächste wäre Quinn. Hat mir gefallen. Ehrlicher, intelligenter Bursche, entschiedene Ansichten, guter Kopf. Erfahrungen vielleicht nicht ganz ideal, und dann ... Ja, um ganz ehrlich zu sein: Meiner Ansicht nach wäre seine - äh - Behinderung doch etwas zu belastend bei uns. Telefongespräche, Sitzungen und dergleichen, Sie wissen schon ... Sehr bedauerlich, aber nicht wegzuleugnen. Ich habe ihn auf Platz zwei gesetzt. Bleibt Fielding. Vorbehaltlos mein Favorit. Verteufelt guter Lehrer, hervorragende Schülerleistungen, genau das richtige Alter, bescheiden, sympathisch. Historiker mit Einserexamen, Balliol. Glänzende Referenzen. Einen besseren Kandidaten könnten wir uns nicht wünschen, und ich spreche mich ohne Einschränkung für ihn aus, Herr Präsident."

Der Präsident schloss recht ostentativ die Mappe mit den Bewerbungsunterlagen, nickte zustimmend und registrierte befriedigt weiteres Kopfnicken. Der Vorstand des Verbandes war vollständig vertreten, ein Dutzend angesehener Professoren aus Colleges der Universität Oxford, die sich zweimal im Semester im Hause des Verbandes einfanden, um die offiziellen Examensrichtlinien festzulegen. Keiner von ihnen arbeitete hauptamtlich für den Verband, keiner kassierte - bis auf die Reisekosten - einen Penny für die Teilnahme an den Sitzungen. Doch die meisten arbeiteten aktiv in den verschiedenen Fachausschüssen mit, stellten sich im Hinblick auf die profitablen Prozeduren der landesweit einheitlichen Prüfungen auf einen Standpun

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