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Die seltsame Gräfin von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Die seltsame Gräfin

Als die junge Lois Reddle das Angebot bekommt, als Privatsekretärin für die Gräfin von Moron zu arbeiten, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge in dem Haus der Gräfin. Schließlich stürzt sogar ein Balkon in die Tiefe und in der Bibliothek passiert ein Mord. Ist eine der sehr merkwürdigen Personen im Umfeld der Gräfin der Mörder?

Richard Horatio Edgar Wallace (1875-1932) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er gehört heute noch zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 30.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958704619
    Verlag: Nexx
    Größe: 368kBytes
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Die seltsame Gräfin

1

Lois Margeritta Reddle saß auf der Kante ihres Bettes und hielt in der einen Hand eine große Tasse, in der anderen einen Brief. Die dicke Brotschnitte war zu dünn gestrichen, der Tee zu schwach aufgegossen und zu stark gezuckert, aber die Lektüre nahm Lois so in Anspruch, dass ihr diese kleinen Nachlässigkeiten ihrer Freundin Lizzy Smith nicht zum Bewusstsein kamen.

Eine goldene Krone schmückte den Briefbogen, und das starke, griffige Papier strömte einen leichten Duft aus.

307 Chester Square, London S.W. Die Gräfin von Moron hat mit Vergnügen die Nachricht erhalten, dass Miss Reddle ihre Stellung als Privatsekretärin am Montag, dem 17., antritt. Miss Reddle kann versichert sein, dass sie einen angenehmen Posten und viel freie Zeit zur Verfügung haben wird.

Die Tür wurde aufgestoßen, und Lizzys strahlend rotes Gesicht erschien im Rahmen.

"Das Bad ist fertig", sagte sie kurz. "Aber nimm vorsichtshalber deine eigene Seife mit - durch die dünne Scheibe, die noch da ist, kannst du durchgucken. Hier hast du ein frisches Handtuch, und hier ist ein halbnasses. Was steht in dem Brief?"

"Er ist von meiner Gräfin - ich fange am Montag bei ihr an."

Lizzy zog ein schiefes Gesicht.

"Du schläfst natürlich auch dort? Das heißt also, dass ich mir wieder jemand suchen muss, der hier bei mir wohnt. Die letzte, mit der ich vor dir zusammenhauste, schnarchte. Aber das gute Zeugnis kann ich dir wenigstens ausstellen, Lois, du hast nicht geschnarcht."

Lois' Augen blitzten schalkhaft auf, und um ihren ausdrucksvollen Mund spielte ein Lächeln.

"Du kannst dich jedenfalls nicht beklagen, dass ich dich nicht ordentlich versorgt hätte", sagte Lizzy selbstzufrieden. "Du siehst doch ein, wie gut ich unseren Haushalt geführt habe, besser als alle anderen, mit denen du früher einmal zusammenwohntest. Ich habe dir alle Haushaltssorgen abgenommen, alles besorgt, eingekauft, gekocht und geputzt - das gibst du doch zu?"

Lois legte ihren Arm um die Freundin und küsste ihr einfaches, gutmütiges Gesicht.

Ja - wir haben uns gut vertragen, und es tut mir sehr leid, dass ich fortgehen muss. Aber ich habe immer versucht vorwärtszukommen. Von der Schulbank in Leeds kam ich an das kleine Kassenpult bei Rooper und von dort zu einer Drogerie, dann zu der großen Rechtsanwaltsfirma ..."

"Groß?" unterbrach Lizzy sie ärgerlich. "Du willst den alten Shaddles doch nicht etwa groß nennen? Das Biest hat mir zu Weihnachten nicht einmal das Gehalt um zehn Shilling erhöht, und ich habe doch jetzt fünf Jahre lang die Schreibmaschine bei ihm geklopft! - Aber, mein Liebling, du wirst nun eine gute Partie machen, du wirst jemand aus der Gesellschaft heiraten. Die Gräfin ist sicher ein weiblicher Drache, aber sie ist reich, und du triffst vornehme Leute bei ihr. - Jetzt musst du aber gehen und dein Bad nehmen; ich mache inzwischen die Setzeier. Werden wir Regen bekommen?"

Lois rieb ihre weißen, wohlgerundeten Arme und fuhr leise mit der Hand über eine kleine, schwach rot schimmernde, sternförmige Narbe kurz über ihrem Ellenbogen. Lizzy glaubte fest daran, dass es Regen gebe, wenn Lois' Narbe sich dunkler färbte.

"Das Ding musst du dir elektrisch wegmachen lassen", sagte das frische, derbe Mädchen, aber Lois schüttelte leicht den Kopf. "Du kannst auch lange Ärmel tragen, sie sind in dieser Saison modern."

Lois hörte während des Bades ihre Freundin in der kleinen Küche herumwirtschaften. Während die Setzeier in der Pfanne brutzelten, pfiff Lizzy die Melodie des letzten Tanzschlagers.

Die beiden hatten zusammen das Obergeschoß eines Hauses in der Charlotte Street gemietet, seitdem Lois nach London gekommen war.

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