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Die sieben Weisen von Bern Ein Fall für Müller & Himmel von Lascaux, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Die sieben Weisen von Bern

Eine Frau namens ¯Venus® wird tot im Berner Rosengarten aufgefunden. Kurz darauf wird ein Mann, der sich ¯Saturn® nannte, von der Polizei erschossen. ¯Venus® und ¯Saturn® - ist in Bern astrologische Magie im Spiel? Die Staatsanwaltschaft erkennt die Auáergew"hnlichkeit der F"lle und bittet die Detektei M ller & Himmel um ihre Mitarbeit. Diese findet Spuren, die bis ins 18. Jahrhundert f hren, als Casanova in Bern weilte. Doch was hat der gr"áte Verf hrer der Menschheit mit den Verbrechen von heute zu tun? Paul Lascaux ist das Pseudonym des Schweizer Autors Paul Ott. Der 1955 geborene, studierte Germanist und Kunsthistoriker ist am Bodensee aufgewachsen und lebt in Bern. In den letzten 30 Jahren hat er neben zahllosen journalistischen Arbeiten mehrere literarische Ver"ffentlichungen realisiert, vor allem Kriminalromane und kriminelle Geschichten. Als Herausgeber von Krimi-Anthologien und Initiator des Schweizer Krimifestivals Mordstage hat er sich einen Namen gemacht. ¯Die sieben Weisen von Bern® ist bereits der zehnte Krimi um die Detektei M ller & Himmel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 247
    Erscheinungsdatum: 11.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839255988
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2333 kBytes
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Die sieben Weisen von Bern

2. Kapitel

Heinrich Müller war endlich in einen tiefen Schlaf gesunken, als plötzlich diese Außerirdischen auftauchten und begannen, ihn in eine klebrige Substanz einzuwickeln, die ihn beinahe bewegungsunfähig machte. Mit einem letzten Kraftakt befreite er sich.

Es war aber nur Mathilda, die auf seinem Rücken saß und ihn mit Milchtritten traktierte. Wahrscheinlich schnurrte sie noch, als er sie mit seinem Arm wegbugsierte. Dann wachte er auf.

Die Katze sprang von der Bettdecke und verschwand in der Nacht. Schade. Von Außerirdischen verstand sie nicht die Bohne!

Der Wecker zeigte vier Uhr in der Früh. Heinrich sackte wieder auf das Kissen und schlummerte weg.

Blitze knisterten in der Dunkelheit, Donner hallte durch den Himmel, mal knallte es vernehmlich lauter, mal wie von Watte gedämpft. Dann kam der Regen. Aber es war kein Regen, der Heinrich Müller in seinen Aufwachträumen inspiriert und ihn der Lösung eines Rätsels einen Schritt weitergebracht hätte. Dafür war er zu sanft, plätscherte zu wenig laut, klopfte nicht an die Rollläden des Schlafzimmers.

Als der Detektiv endlich aufstand, strich der Wind noch die letzten Tropfen aus den Bäumen und Sträuchern, der Garten hatte die Feuchtigkeit bereits aufgesogen. Die Goldruten streckten ihre goldgelben Blüten den Bienen entgegen, die bereits verblühten Nachtkerzen waren wasserwund eingeknickt, die schwarzen Holunderbeeren reiften weiter, das Hortensienblassrosa konkurrierte mit dem Dunkellila der beinahe obszönen Blütenstände des Hibiskus.

Mathilda hatte sich unter dem Partyzelt versteckt und schlief im schwarzen Liegestuhl.

Als er endlich zum Frühstück in den Gastraum des "Schwarzen Katers" hinuntergestiegen war, hatten sich die drei Grazien bereits in ihre Stühle gefläzt. Melinda Käsbleich, Phoebe Helbling und Gwendolin Rauch fühlten sich der Detektei Müller & Himmel zugehörig, seit sie an ihrem letzten Fall derart Anteil genommen hatten.

Heinrichs Partnerin, Nicole Himmel, putzte hinter dem Tresen und machte dem leicht zerknitterten Mann einen kräftigen Kaffee.

Heinrich Müller hatte erfahren, dass man Leute wie ihn einen Sitzriesen nannte. Und er blickte wirklich, obwohl er im Alltag zur Durchschnittsgröße neigte, auf einem Stuhl sitzend über die meisten anderen hinweg. Dafür stieß er in beinahe jedem Auto mit dem Kopf gegen das Dach.

"I try not to stare at the sun", sang eine brüchige, dunkle Stimme, begleitet von einer kargen Gitarre und einem Trash-Beat. Ein bisschen nervös, dachte er noch und betrachtete die Lautsprecher an der Decke.

Laut sagte er: "Zwei Takte zu schnell für mein Alter, aber schöne Stimme."

"Eleanor Friedberger", erklärte Gwendolin. "30 Jahre zu jung für dich."

Er brummte nur, als er sich an seinen Tisch setzte, und gab keine Antwort. Die Sache mit der Katze hatte ihn schon genug mitgenommen, als dass er sich auch noch mit den drei jungen Damen anlegen wollte.

So plätscherte der Morgen vor sich hin. Jeder war mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt. Frau Friedberger hatte inzwischen damit aufgehört, nicht in die Sonne zu starren. Der "Schwarze Kater" ähnelte eher einer Großküche in einer Wohngemeinschaft, denn der Zustrom an Kundschaft erwies sich als sehr bescheiden, wenn nicht gerade ein spezieller Event angesagt war.

Dennoch öffnete sich gegen Mittag die Tür. Durch einen schmalen Schlitz beleuchtete ein Sonnenstrahl den Staub vor dem Tresen, der durch den Luftzug aufgewirbelt wurde.

"Guckt mal, wer da kommt", sagte Melinda, die kurz Zeit gefunden hatte, von ihrem Smartphone hochzublicken.

Die Frau im bordeauxroten Überwurfmantel schaute sich um, schien etwas zu suchen.

"Ist das nicht die Tourismustante aus dem Wallis?", fragte Phoebe mit missbilligendem Ton in der Stimme.

Magdalena Im Ager - sie war es tatsächlich - trat zwei Schritte näher an den Tisch der

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