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Die Sprache der Knochen von Reichs, Kathy (eBook)

  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Die Sprache der Knochen

Nur wer ihre Sprache versteht, kann die Geheimnisse der Knochen lüften.
In 'Die Sprache der Knochen' sieht sich die forensische Anthropologin Tempe Brennan vor einige Rätsel gestellt - darunter auch, was sie auf den Heiratsantrag von Detective Andrew Ryan antworten soll. Doch die Fragen zu ihrem Familienstand treten in den Hintergrund, als eine Hobbydetektivin behauptet, menschliche Überreste in Brennans Labor einer vermissten jugnen Frau zuordnen zu können. Tempe beschließt, die Hinweise ernst zu nehmen und die Spur weiter zu verfolgen, die auf einen Mord hinzudeuten scheint. Doch kaum in die Ermittlungen eingestiegen, zieht es Brennan in die düstere Welt einer fanatischen religösen Gemeinschaft. Deren streng gehütete Geheimnisse muss Brennan schnellstens aufdecken, will sie weitere Todesfälle verhindern.
Mit dem neuesten Fall für Tempe Brennan knüpft Kathy Reichs nahtlos an ihren letzten Erfolg, den SPIEGEL-Bestseller 'Knochen lügen nie', an und hilft ihrer weltweit millionenstarken Fangemeinde, die 'Sprache der Knochen' noch besser zu verstehen.

Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie und unter anderem als forensische Anthropologin für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Ihre Romane erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf internationalen und deutschen Bestsellerlisten und wurden in 30 Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641165901
    Verlag: Blessing
    Serie: Temperance Brennan Bd.18
    Originaltitel: Speaking in Bones
    Größe: 939 kBytes
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Die Sprache der Knochen

2

Die Knöchel der Frau wölbten sich bleich unter rissiger, spröder Haut. Mit knotigem Finger drückte sie einen Knopf auf dem Gerät in dem Ziploc-Beutel.

Es wurde still im Zimmer.

Ich saß reglos da, die Nackenhaare aufgestellt.

Die Augen der Frau starrten in meine. Sie waren grün mit gelben Einsprengseln, was mich an eine Katze denken ließ. Eine Katze, die den richtigen Augenblick abwarten und dann mit tödlicher Genauigkeit zuschlagen konnte.

Ich ließ das Schweigen gewähren. Nicht zuletzt, um meine Nerven zu beruhigen. Vor allem aber, um die Frau zu ermutigen, den Grund ihres Besuchs zu erläutern. In ein paar Stunden musste ich in einem Flugzeug sitzen. Und ich hatte noch so viel zu tun, bevor ich mich zum Flughafen aufmachte. Nach Montreal und zu Ryan. Ich brauchte das hier nicht. Aber ich wollte unbedingt wissen, was die entsetzlichen Geräusche bedeuteten, die ich eben gehört hatte.

Die Frau saß vornübergebeugt auf ihrem Stuhl. Angespannt. Voller Erwartung. Sie war groß, mindestens einsachtzig, und trug Stiefel, Jeans und ein Jeanshemd, das bis zu den Ellbogen aufgekrempelt war. Ihre Haare waren gefärbt und so rot wie der Aschebelag in Roland Garros. Sie hatte sie zu einem Dutt oben auf dem Kopf zusammengefasst.

Mein Blick löste sich von den Katzenaugen und wanderte zu der Wand hinter der Frau. Zu einer gerahmten Urkunde, die Temperance Brennan vom American Board of Forensic Anthropology auszeichnete. Die Prüfung war eine harte Nuss gewesen.

Ich war mit meiner Besucherin allein in den knapp elf Quadratmetern, die man der beratenden forensischen Anthropologin des Mecklenburg County Medical Examiner zugestand. Ich hatte die Tür offen gelassen. Wusste nicht so recht, warum. Normalerweise mache ich sie zu. Irgendetwas an der Frau bereitete mir Unbehagen.

Vertraute Arbeitsgeräusche drangen vom Gang herein. Das Klingeln eines Telefons. Die Kühlraumtür, die zischend auf- und mit einem Klicken wieder zuging. Eine Rolltrage mit Gummirädern, die zu einem Autopsiesaal geschoben wurde.

"Es tut mir leid." Ich war erleichtert, dass meine Stimme so ruhig klang. "Die Empfangsdame hat mir Ihren Namen genannt, aber ich habe meine Notiz verlegt."

"Strike. Hazel Strike."

Das ließ in meinem Hirn ein Glöckchen klingen. Was?

"Man nennt mich auch Lucky."

Ich sagte nichts.

"Aber ich verlasse mich nicht auf mein Glück. Ich arbeite hart." Obwohl ich Strike auf Anfang bis Mitte sechzig schätzte, war ihre Stimme noch kräftig wie die einer Mittzwanzigerin. Der Akzent ließ darauf schließen, dass sie aus der Gegend kam.

"Und was tun Sie genau, Ms. Strike?"

"Mrs. Mein Mann verstarb vor sechs Jahren."

"Mein Beileid."

"Er musste ja unbedingt rauchen." Sie hob leicht eine Schulter. "Und dann bezahlt man eben den Preis."

"Was tun Sie genau?", wiederholte ich, weil ich wollte, dass Strike zum Punkt kam.

"Die Toten nach Hause schicken."

"Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht ganz folgen."

"Ich ordne Leichen vermissten Personen zu."

"Das ist die Aufgabe der Ermittlungsbehörden in Zusammenarbeit mit Coroners und Medical Examiners", sagte ich.

"Und ihr Profis schafft es jedes Mal."

Ich verkniff mir eine schnippische Erwiderung. Strike hatte nicht ganz unrecht. Statistiken, die ich gelesen hatte, gaben die Anzahl der Vermissten in den Vereinigten Staaten mit etwa 90 000 an, und die Anzahl der nicht identifizierten Überreste der letzten fünfzig Jahre mit über 40 000. Die letzte Zählung, die ich las, nannte 115 nicht identifizierte Tote in North Carolina.

"Wie kann ich Ihnen helfen, Mrs. Strike?"

"Lucky."

"Lucky."

Strike legte den Ziploc-Beutel neben eine leuchtend gelbe Fallakte auf meiner Schreibunterlage. Darin steckte ein graues Plastikrechteck, ungefähr fünf Zentimeter breit, zehn Zentimeter lang und einen guten Zentimeter dick. Ein Metallring an e

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