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Die Spreewaldgurkenverschwörung von Moeller, Cathrin (eBook)

  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
6,49 €
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Die Spreewaldgurkenverschwörung

Schon immer stand Apothekenhelferin Helene im Schatten ihrer schönen und gnadenlos gemeinen Schwester, der Staatsanwältin Lisa. Bei jeder Gelegenheit wird sie von ihr in die Pfanne gehauen. Doch als Lisa sie nun wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft bringt, geht sie echt zu weit. Helene ist doch nur zufällig beim Medikamente ausliefern über diese Leiche gestolpert und dann hat sie halt dummerweise das Messer rausgezogen und dann war da überall Blut ... Da kann sie doch nix dafür! Frisch aus dem Gefängnis entlassen schwört sie Rache. Die Einladung zu einem Schwesternwochenende im Spreewald passt da perfekt. Jetzt wird abgerechnet! Doch irgendwas ist faul im Spreewald und das Chaos stets nur ein Gurkenglas entfernt ... In der Grundschule ließ Cathrin Moeller noch andere für sich schreiben: Ihre Mutter verfasste die verhassten Deutsch-Aufsätze. Erst später, in ihrem Beruf als Theaterpädagogin, entdeckte sie den Spaß am Schreiben. Seitdem schleicht sie sich täglich morgens um fünf Uhr ins Wohnzimmer und kuschelt sich mit dem Hund Giovanni aufs Sofa, wo sie ihre Geschichten erfindet. Ihr Debütroman 'Wolfgang muss weg!' landete mit Anhieb auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956499012
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 747 kBytes
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Die Spreewaldgurkenverschwörung

2. KAPITEL

W egen der unzähligen Baustellen und daraus folgender Umleitungen brauchte ich zwanzig Minuten, um die Adresse von Professor Albrecht am Halensee in Grunewald zu erreichen. Ich klingelte an dem kleinen Einfamilienhaus, das wie ein Relikt aus alter Zeit zwischen den modernen Stadtbungalows im Bauhausstil in einer ruhigen Seitenstraße hervorstach.

Niemand öffnete. Das Medikament einfach in den Briefkasten zu stecken war mir verboten. Fluchend stampfte ich auf. "Mann! Wieso ist niemand zu Hause? Wo treibt sich dieser Professor Albrecht herum? Ich denke, er ist krank? Selbst sein überaus schöner Neffe gehört eigentlich ins Bett." Bei der Vorstellung, wie ich ihm Brust und Rücken mit Pulmotin einrieb, musste ich kurz schmunzeln.

Der Typ spielt Champions League und du dritte Kreisklasse. Der guckt dich nicht mal mit den Hühneraugen an.

Ich stapfte zu meinem Twingo zurück, der von rostigen Flecken überwuchert war wie ein vernachlässigter Garten von Unkraut.

Wutschäumend riss ich die Tür auf, schmiss die Pillen auf den Beifahrersitz, klemmte mich hinters Lenkrad und jammerte die Frontscheibe an: "Jetzt muss ich noch einmal herfahren. Ich hab heute wirklich Wichtigeres zu tun. Hätte ich die Karteikarten mit den Formeln mit, könnte ich die Wartezeit wenigstens sinnvoll nutzen. Außerdem wollte ich heute einmal zeitig schlafen gehen!"

Innerlich machte ich mich auf eine weitere Nachtschicht mit meinem speziellen Freund Mathematik gefasst.

Und morgen hängen meine Gehirnzellen vor Erschöpfung in den Seilen. Ich werde alle Herleitungen verwechseln und durchfallen.

Mein Kopf war jetzt schon hohl wie ein ausgetrockneter Kürbis. Ich raufte mir die Haare. Alles weg!

Krampfhaft versuchte ich, mich wenigstens an eine der Formeln zu erinnern. Stattdessen fiel mir nur ein: dreißig Gramm Tausendguldenkraut auf 120 Milliliter Flüssigkeit ... Mit diesem Wissen konnte ich vielleicht dem Prüfer bei seinen Verdauungsproblemen helfen, aber zur Lösung der Mathematikaufgaben nützte es mir nichts. Ich bemühte mich, ruhig zu bleiben, und atmete so ganz bewusst: Mund aus, Nase ein, Mund aus ... was aber nichts nützte. Der Kerl namens Angst schlich sich ganz langsam mit seinen eiskalten Füßen meinen Rücken hinauf und ließ sich frech in meinem Nacken nieder.

"Ich schaffe das! Ich schaffe das! Ich schaffe das!", wiederholte ich laut. Aber das Mantra beeindruckte ihn wenig.

Bis an das andere Ende der Stadt nach Hause zu fahren lohnte sich nicht. Und nun?

Mein Magen knurrte. "Okay, dann hole ich eben die ausgefallene Mittagspause nach", sagte ich zu mir selbst und öffnete die Brotdose. Der Geruch erinnerte mich an die Biomülltonne in unserem Hof; die mit Sojamargarine bestrichenen Vollkornscheiben waren von den dazwischen drapierten Tomatenscheiben im Salatblatt längst durchgeweicht. Mit einem übertriebenen "Mmm!" machte ich mir Mut und biss herzhaft hinein ... nur um das Pausenbrot sofort wieder zurückzulegen. Angeekelt verzog ich das Gesicht. "Bäh! Dieses Zeug schmeckt wie aufgeweichte Dachpappe."

Glückshormone, ich brauch dringend Glückshormone. Ich aktivierte die App, die einem anzeigt, wo man das Produkt bekommt, nach dem es einem gelüstet, und tippte das Wort Schokolade ein. Drei Straßen weiter war ein Supermarkt, und ich düste sofort hin. Ohne Klimaanlage war es heiß. Ich schwitzte in meiner Strumpfhose. Als ich auf dem Parkplatz ausstieg, fühlten sich meine Beine regelrecht glitschig an. BH und T-Shirt klebten auf der Haut. Ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufstellten, kaum dass mich jemand schief anguckte.

Vor dem Eingang des Einkaufstempels durchwühlte ich meine Handtasche nach dem Chip für den Einkaufswagen.

Wieso kann ich mir einfach nicht angewöhnen, dieses kleine fiese Plastikteil nach Gebrauch wieder an Ort und Stelle in das Portemonnaie zu stecken? Mein Gott! I

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