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Die Strömung Kriminalroman von Börjlind, Rolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.03.2016
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Die Strömung

Ein neuer Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton.
In den Wäldern von Schonen im südlichen Schweden kommt es zu einem entsetzlichen Verbrechen. Ein kleines Mädchen wird ermordet, als es friedlich spielend im Sandkasten sitzt. Ein familiärer Hintergrund? Doch zwei Tage später der zweite Kindermord, diesmal in der Nähe von Stockholm. Was verbindet die beiden Fälle? Schnell fällt der Verdacht auf eine rassistische Gruppierung, die beide Elternpaare zuvor offen bedroht hat. Aber ist es wirklich so einfach? Und warum tauchen gerade jetzt Hinweise auf einen alten, nie geklärten Mord an einer hochschwangeren Edelprostituierten auf? Olivia Rönning, eine junge ehrgeizige Polizistin, und Tom Stilton, ein einst berühmter Kommissar, sind aus jeweils ganz persönlichen Gründen an der Aufklärung dieser Verbrechen interessiert. Sie kommen einer Geschichte aus auf die Spur, wie sie verquerer und abscheulicher nicht sein könnte...

Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. 'Die Springflut' ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 08.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641158910
    Verlag: btb
    Serie: Rönning & Stilton Bd.3
    Originaltitel: Svart gryning
    Größe: 1084 kBytes
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Die Strömung

Höganäs, Schonen, 2013

S ie fuhr mit dem Rad immer denselben Weg: vom Rand der Nyhamnsläge hinauf zum Naturschutzgebiet Östra Kullaberg und dann weiter zur Dorfstraße von Björkröd. Am Ende der Dorfstraße hielt sie an. An zähen Tagen machte sie eine kurze Pause, trank einen Schluck Wasser und radelte dann wieder zurück. An guten Tagen lief sie eine Runde durch den Wald.

Das wollte Olivia Rönning auch an diesem Morgen tun.

Ohne Eile fuhr sie die Hauptstraße entlang. Es war kurz nach sieben, ihr Dienst würde nicht vor zehn Uhr anfangen. Sie sah zum grauen Himmel hinauf, Regen hing in der Luft, doch so war es immer zu dieser Jahreszeit, kein Grund, seine Pläne zu ändern. Sie warf einen Blick auf den Straßengraben und ließ sich von ihren Gedanken treiben. Das war fast das Schönste an den frühen Radtouren: Sie stimulierten das Gehirn. Die Kombination aus Sauerstoff und Bewegung brachte in Schwung, was sonst brachliegen würde, und machte Platz für Gedanken, die nicht nur die Arbeit betrafen. Gerade kam ihr Ove Gardman in den Sinn. Er war der Grund dafür gewesen, dass sie hier gelandet war: als Streifenpolizistin in Höganäs. Sie hatte sich in Strömstad beworben, um näher bei Ove zu sein, der auf Nordkoster lebte, doch dort hatte sie keine Stelle bekommen. Dies hier war die Alternative gewesen. "Na, zumindest bist du jetzt auf der richtigen Seite Schwedens", hatte Ove gesagt. Sie hatte einen Sechsmonatsvertrag unterschrieben. Die ersten zwei Monate hatte sie gerade hinter sich gebracht, und jetzt wurde Ove eine Forschungsstelle in Costa Rica angeboten, die er nicht ablehnen konnte.

Nun saß sie hier, in Höganäs, und das noch für weitere vier Monate.

Nicht gerade ihr Lebenstraum, eher im Gegenteil. Abgesehen von den neuen Kollegen - oberflächliche und anstrengende Kontakte - hatte sie bislang niemanden aus der näheren Umgebung kennengelernt. Auf dem Revier arbeiteten fast nur Männer, und der Jargon war dementsprechend.

Schwer verdaulich.

Besonders für sie.

Olivia war es nicht gewohnt, sich derart zurückzuhalten. In der ersten Zeit hatte sie mehr Energie darauf verwendet, Vorurteile gegenüber Migranten abzubauen, als auf die eigentliche Polizeiarbeit. Was zwangsläufig zur Isolierung geführt hatte. Nicht dass sie bei der Arbeit ausgegrenzt würde. Aber wenn es darum ging, nach der Schicht ein Bier zu trinken, wurde sie gar nicht erst gefragt. Was für sie aber in Ordnung war. Sie konnte sich lebhaft vorstellen, wie der Alkohol die Ressentiments gegenüber denen, "die nicht so sind wie wir", beeinflusste - eine gängige Beschreibung im Übrigen, wenn man nicht unverblümt sagen wollte, was man dachte und meinte.

Von der Kockenhusallee bog sie auf die Dorfstraße ab. Hier standen die Häuser nicht mehr ganz so dicht beieinander. Auf den paar größeren Bauernhöfen war kein Mensch zu sehen. Als sie das Ende des Wegs erreicht hatte, stieg sie ab und lehnte das Fahrrad an eine dicke Kiefer. Ein zügiger Spaziergang war jetzt genau das Richtige. Sie zog das grüne Haargummi heraus und schüttelte ihr langes schwarzes Haar aus, schob das Gummi über den Lenker und betrat den Wald.

Sie war schon oft hier gewesen und kannte verschiedene Wege. Die meisten war sie mindestens schon einmal gegangen. Diesmal entschied sie sich, nach rechts abzubiegen, zwischen die Kiefern. Diesen Weg nahm sie gerne, er führte durch abwechslungsreiches Terrain, dichten Wald, unterbrochen von felsigen Hügelketten, eine schöne Mischung aus Hängen und ebenem Gelände. Hin und wieder waren hier auch andere Spaziergänger unterwegs.

Heute nicht.

Vielleicht liegt es am Wetter, dachte sie. Immerhin war Regen vorhergesagt. Oder an der Uhrzeit? Ihr Atem ging regelmäßig, der Weg war nicht sonderlich schwer zu gehen, und sie erreichte den Punkt, an dem er sich teilte, schneller als sonst. Hier blieb sie kurz stehen. Geradeaus ging es zu einem steilen Felshang, rechts zur Küst

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