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Die Töchter von Kain Kriminalroman. Ein Fall für Inspector Morse 11 von Dexter, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2019
  • Verlag: Unionsverlag
eBook (ePUB)
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Die Töchter von Kain

Die Ermittlungen zum Mord an einem Geschichtsprofessor der Oxford-Universität haben noch kaum Fortschritte gemacht, als Inspector Morse und Sergeant Lewis der Fall übertragen wird. Morse braucht nicht lange, um einen Verdächtigen zu identifizieren. Nur leider wird ebendieser kurz darauf mit derselben Mordwaffe erstochen wie der Professor. Viel zu viele Verdächtige tauchen nun auf, und zum ersten Mal scheint Morse ratlos. Bis ihn Catulls Liebesgedichte und das Kreuzworträtsel der Times auf eine entscheidende Idee bringen. Colin Dexter (1930-2017) studierte Klassische Altertumswissenschaft und war erst als Oberstufenlehrer und anschließend als Prüfer an der Oxford-Universität tätig. 1973 schrieb er Der letzte Bus nach Woodstock. Es folgten dreizehn weitere Fälle für Inspector Morse, die als Fernsehserie verfilmt wurden. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mehrmals mit dem CWA Gold Dagger. Für sein Lebenswerk wurde Dexter mit dem CWA Diamond Dagger und dem Order of the British Empire für Verdienste um die Literatur ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 07.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293310346
    Verlag: Unionsverlag
    Serie: UT 20842
    Originaltitel: The Daughter of Cain
    Größe: 2873 kBytes
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Die Töchter von Kain

3

Mit Eifer sucht' ich auf als junger Mann

Den Doktor und den Heiligen und hört' mir an

Der weisen Reden viel; der Reden für und für,

Doch ob ich kam, ob ging - stets war's dieselbe Tür.

Omar Khayyam, Rubaiyat

M it dem Verkauf der acht Luxusapartments des 1989 in der Daventry Avenue erbauten Daventry Court (so hatte Phillotson seine Ausführungen begonnen) hatte man sich schwergetan. Die Immobilienpreise waren während der Rezession Anfang der Neunzigerjahre immer weiter in den Keller gerutscht, sodass McClure, als er im Frühjahr 1993 die Wohnung gekauft hatte, mit einem Preis von 99500 Pfund ein echtes Schnäppchen gemacht hatte.

McClure, zur Zeit des Mordes fast siebenundsechzig, war (wie Morse sich in Kürze selbst würde überzeugen können) auf bestialische Art und Weise erstochen worden. Das Messer hatte nach den Feststellungen des Pathologen eine ungewöhnlich breite, mehr als 12 Zentimeter lange Klinge gehabt. Eine solche Waffe allerdings hatte sich nirgends gefunden. Blut? Ja, Blut war überall. Auch an der Person des Mörders? Ja, sicher.

Mit Sicherheit Blut an seinen Schuhen (Turnschuhen?), die Spuren - besonders des rechten Fußes - ließen sich mühelos vom Tatort zur Treppe und zum Ausgang verfolgen, von dort verloren sie sich auf dem gekiesten Vorplatz. Oder war der Mörder mit einem nah beim Ausgang geparkten Wagen weggefahren? Oder mit einem Fahrrad, das er an die nächstbeste Regenrinne gekettet hatte? (Vielleicht hat er ja auch die Schuhe ausgezogen, dachte Lewis.) Trotz intensiver Suche hatte man weder auf dem Vorplatz noch seitlich am oder hinter dem Wohnblock irgendwelche Hinweise gefunden. (Außer dem an sich schon aufschlussreichen Hinweis, dass es keine Spuren gibt, dachte Morse.)

Im Haus? Ja, auch davon würde Morse sich in Kürze selbst überzeugen können. Fremde Fingerabdrücke? Praktisch keine. Und nichts sprach dafür, dass der Täter durch ein Fenster im ersten Stock in die Wohnung eingedrungen war.

"Sehr ungewöhnliche Art des Zugangs, wie Sie wissen. Mit ziemlicher Sicherheit ist er durch dieselbe Tür hinausgegangen, durch die er hereingekommen ist."

"Wie bei Omar Khayyam", sagte Morse halblaut.

Phillotson guckte ratlos, der Name sagte ihm offenbar nichts.

Zugang von der Haustür aus, die eine Gegensprechanlage hat. McClure selbst muss den Besucher - oder die Besucherin - hereingelassen haben. Demnach jemand, den McClure kannte? Höchstwahrscheinlich.

Die Zeit? Auf jeden Fall am Sonntagmorgen nach halb neun, denn gegen acht hatte McClure in dem Zeitungsladen in Summertown, wo man ihn vom Sehen, wenn auch nicht dem Namen nach kannte, zwei Zeitungen gekauft, die News of the World und die Sunday Times, eine zur Befriedigung der niederen Instinkte, eine als Lektüre für den Kulturmenschen. Beide Blätter hatten - ohne Blutspuren - auf der Arbeitsfläche der "modernen Einbauküche" gelegen, wie es in den Immobilienanzeigen immer so schön heißt.

Später als halb neun also. Aber wann genau? Nach den vorläufigen oder vielmehr inzwischen gar nicht mehr so vorläufigen Feststellungen der Pathologin war McClure etwa zwanzig Stunden tot, als ihn am nächsten Morgen um 7.45 Uhr seine Putzfrau fand.

Demnach kam eine Tatzeit zwischen zehn und zwölf am Vortag infrage. Ungefähr. Im Ungefähren halten sich diese verflixten Pathologen ja bekanntlich am liebsten auf. (Morse dachte an Max und lächelte traurig, hier rannte Phillotson bei ihm offene Türen ein.)

Es gab noch einen Hinweis darauf, dass die Tat höchstwahrscheinlich vor zwölf Uhr mittags begangen worden war, nämlich die deutlich erkennbare - und klar erkannte - Tatsache, dass in Wohnung 6 keine Vorbereitungen für ein Mittagessen getroffen worden waren, weder Fleisch noch Gemüse herumlag. Allerdings war diese Fo

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