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Die Tote vom Nordstrand Kriminalroman. von Reisdorf, Theodor J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Die Tote vom Nordstrand

Theodor J. Reisdorf, der Meister des Friesenkrimis, wie immer nordisch, spannend, originell. Kriminalrat Achtendorf will sich einmal so richtig von seiner Arbeit erholen, und eine Kur auf Norderney bietet dazu die allerbesten Voraussetzungen: Sonne, Seeluft, weite Strände. Aber dann tauchen die beiden Leichen auf, von denen in keinem Kurprospekt die Rede war. Ein Gast des Sanatoriums Theresenhöhe liegt - einen antiken Dolch in der Brust - tot in seinem Zimmer. Mit Lippenstift hat jemand 'Love Harry' auf seine Brust geschrieben. Und wenig später findet man am Nordstrand die Leiche einer jungen Frau, die ebenfalls ermordet wurde. Mit der Erholung ist es für Achtendorf natürlich vorbei...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 188
    Erscheinungsdatum: 13.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838754406
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1198kBytes
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Die Tote vom Nordstrand

1

Willy Achtendorf verließ den Speisesaal. Er war enttäuscht. Nur Zasimet, das türkische Mädchen, das sie bedient hatte, war der einzige Lichtblick in dieser steifen, gutbürgerlichen Umgebung gewesen.

Norderney enthielt ihm die Farben, die der Reiseprospekt versprochen hatte, vor. Er hatte sich den Beginn seiner Kur anders vorgestellt.

Auf seinem Zimmer kam er sich verlassen vor. Nachdem er ein Bier getrunken hatte, begab er sich zu dem einfachen Holzschrank. Er entschied sich für den warmen Wettermantel und verließ unzufrieden das Haus Theresenhöhe . Die Aufenthaltsräume waren leer. Auch die Leiterin, Frau Fortema, saß nicht in ihrem Büro, als er das Sanatorium verließ.

Nieselregen setzte ein.

Achtendorf zog den Mantelkragen hoch, schritt im Licht bunter Neonreklamen an vornehmen Hotels und Pensionen vorbei und näherte sich dem Geschäftsviertel. Die Moltkestraße lag seitlich von ihm. Einige Bäume spiegelten im Regen das Licht der Straßenleuchten. Er entdeckte eine Telefonzelle. Er konnte zu Hause anrufen. Sie war besetzt.

Vor dem Fenster einer Buchhandlung blieb er stehen.

Plötzlich vernahm er ein lautes Bersten. Glas zersplitterte. Erschrocken drehte er sich um und hastete in die Knyphausenstraße. Er suchte Schutz hinter einem Baum und beobachtete zwei Männer, die dabei waren, in aller Eile das Schaufenster eines Juwelierladens auszuräumen.

"Halt! Bleiben Sie stehen!", rief er und verließ die Dunkelheit seines Versteckes.

Die Räuber trugen Jeans und Lederjacken. Um ihre unteren Gesichtspartien hatten sie Tücher gebunden.

Für Sekunden stierten sie in seine Richtung. Während der eine sich um die Beute kümmerte, zog der andere eine Pistole.

Achtendorf erkannte die Gefahr und ließ sich auf den Boden fallen. Er sah das Aufblitzen des Mündungsfeuers. Das Geschoss zischte an ihm vorbei.

Die Ganoven flüchteten über die Beenkestraße in die Goetheallee.

Achtendorf sprang auf und folgte ihnen. Außer Atem beobachtete er, wie sie in einen Wagen stiegen und mit quietschenden Reifen losfuhren.

Es gelang ihm nicht, das Autokennzeichen zu entziffern. Niemand außer ihm schien den Vorfall bemerkt zu haben. Er ging zurück zur Telefonzelle, die immer noch besetzt war.

"Hängen Sie ein! Hier wurde ein Einbruch begangen!", schrie er.

Achtendorf benachrichtigte die Polizei und wartete geduldig vor dem Juweliergeschäft.

Mit dem Auftauchen des Blaulichtes erschienen auch die ersten Neugierigen. Achtendorf lieferte den Beamten einen druckreifen Zeugenbericht und verließ mit angegriffenen Nerven den Schauplatz.

"Scheiße", brummte er. Hastig kehrte er ins Sanatorium zurück. Ihm war alles zuwider.

Die schwachen Flurleuchten brannten. Niemand begegnete ihm.

Nur die Gräfin von Akazienhain starrte im Fernsehzimmer auf die Mattscheibe.

Sie nahm keine Notiz von ihm. Vor ihr stand ein geleerter Cognacschwenker.

Achtendorf ging in die Küche, er notierte seine Zimmernummer auf die Liste, entnahm dem Kühlschrank eine Flasche Bier, griff nach einem Glas und setzte sich zu der Gräfin.

Ohne den Blick vom Fernseher zu nehmen, sagte sie:

"Heilung unter Hypnose! Der Patient berichtet aus einem früheren Leben!"

Achtendorf hörte ihre Worte, doch sie glitten an ihm ab. Er suchte kein Gespräch; im Moment war er einfach froh darüber, dass jemand in seiner Nähe war. Er trank sein Bier und stierte vor sich hin.

Die Sendung hatte wohl das Ende erreicht. Gräfin von Akazienhain drückte die Taste der Fernbedienung. Wie ein junges Mädchen frohlockte sie:

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