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Die Toten von der Falkneralm von Nemec, Miroslav (eBook)

  • Verlag: Knaus
eBook (ePUB)

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Die Toten von der Falkneralm

Der erste Roman des beliebten Tatort-Kommissars

Miroslav Nemec, den viele als Ivo Batic aus dem Münchner 'Tatort' kennen, soll bei einem 'Mörderischen Wochenende' aus einem Krimi lesen und über 'Mord in Fiktion und Wirklichkeit' diskutieren. Und so fährt er an einem Freitag im August in das Berghotel 'Falkneralm', zu dem nur eine einsame Steilbahn führt. Doch das Wochenende wird alles andere als erfreulich: Nicht nur kommt ein gewaltiger Gewittersturm auf, plötzlich kommen nacheinander auch drei Gäste zu Tode. Unfall oder Mord? Eine Verkettung unglücklicher Umstände, wie die Berchtesgadener Polizei meint. Doch Nemec und ein anderer Gast, die Polizeimeisterin Bergending aus Augsburg, beginnen zu zweifeln, ob wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Und so muss der Kommissardarsteller Nemec selbst zum Ermittler werden und der Gefahr ins Auge blicken, sich so richtig lächerlich zu machen.

Miroslav Nemec, 1954 in Zagreb geboren, kam mit zwölf Jahren nach Deutschland und ist Schauspieler und zugleich ausgebildeter Fachlehrer für Musik. Von 1981 bis 1986 war er festes Ensemblemitglied am Münchner Residenztheater. Schon damals arbeitete er immer wieder fürs Fernsehen. Die großen Erfolge kamen allerdings erst mit den Krimiserien Tatort, Derrick und Der Alte. 1997 und 2001 wurden er und sein Kommissarkollege Udo Wachtveitl mit dem Goldenen Löwen und dem Bayerischen Filmpreis als beste Darsteller ausgezeichnet, 2011 erhielt Miroslav Nemec den Adolf-Grimme-Preis sowie den Bayerischen Verdienstorden.

Produktinformationen

    Größe: 863kBytes
    Reihe (Teil): Miroslav Nemec Bd.1
    Herausgeber: Knaus
    Untertitel: Mein erster Fall
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 256
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641179120
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Die Toten von der Falkneralm

1

An manchen Tagen meide ich den Umgang mit mir selbst. Auch diesmal, als ich im Flur stand und nicht mehr wusste, was ich eigentlich vorgehabt hatte. Ich hatte gerade geduscht und mich angezogen. Das Handy in meiner Jackentasche an der Garderobe klingelte und das Telefon im Wohnzimmer ebenfalls. Ich ging nicht ran. Ich war nicht da.

Ach ja. Ich wollte packen. Nein, ich wollte nicht, ich musste. Es war Freitag, kurz nach zwei, und ich sollte am Abend im Hotel Falkneralm, irgendwo weit hinten in den Berchtesgadener Alpen, sein, um an einem "Mörderischen Wochenende" teilzunehmen, bei dem ich am nächsten Vormittag aus einem Kriminalroman von Henning Mankell lesen und mich am Abend an einem Gespräch zum Thema "Mord und Totschlag in Fiktion und Wirklichkeit" beteiligen sollte. Der Nachtdreh von gestern steckte mir noch in den Knochen. Ich war erst bei Tagesanbruch nach Hause gekommen und hatte ein Bier zu viel als Betthupferl getrunken, um überhaupt schlafen zu können. Es musste schon fast sechs Uhr gewesen sein, als ich schließlich in unserem Gästezimmer weggedämmert war. Meine Frau wollte ich nicht wecken, und geweckt werden wollte ich auch nicht, wenn sie und unser Töchterchen gegen sieben aufstehen würden. Jetzt hatte ich das Gefühl, der Boden unter meinen Füßen sei irgendwie nicht wirklich hart genug.

Dummerweise war gestern nicht, wie ursprünglich geplant, der letzte Drehtag für den Tatort gewesen. Der gesamte Dreh war um ein paar Tage verschoben worden. Wir würden also noch zwei volle Studiotage benötigen. Vor mir lagen nicht nur dieses verdammte Wochenende, bei dem ich meiner Müdigkeit nicht würde nachgeben können, sondern auch zwei 14-Stunden-Tage am Montag und Dienstag, für die ich noch jede Menge Dialoge aufzufrischen hatte.

"Du hast keine Lust", sagte meine Frau, die mit unserer Tochter gerade zur Haustür hereinkam.

"Ich bin müde, mein Schatz, aber ich habe einen Vertrag und muss Geld verdienen", sagte ich.

Meine Frau lächelte.

Sie hatte Mila extra früher aus dem Kindergarten abgeholt, damit sie sich noch vom Papa richtig verabschieden konnte. Doch Mila nahm mich an der Hand und zog mich ins Wohnzimmer. Das macht sie besonders gern, wenn sie weiß, dass ich zum Arbeiten gehen muss.

"Komm, Papa, wir machen mein Puzzle fertig. Aber du sollst nur zuschauen."

Eine Kristallkugel existiert nicht in unserem Haushalt, und ich hätte auch kein Talent, damit umzugehen, ebenso wenig wie mit einer eventuellen Zeitkrümmung oder was auch immer Leuten wie Einstein oder Heisenberg als Handwerkszeug gedient haben mag: Ich kann nicht in die Zukunft sehen. Hätte ich es gekonnt und einen Blick auf die nächsten vierundzwanzig Stunden geworfen, dann wäre mir jedes Hindernis recht gewesen. Stimmbandzerrung, ein Anfall von Tourette, Nervenzusammenbruch, was auch immer. Ich wäre nicht gefahren.

Später, als meine Tasche schon im Kofferraum lag, lehnte ich noch kurz am Türrahmen und sah der Kleinen zu, wie sie in zügigem Tempo, ohne noch groß hinzusehen, die Puzzleteile aneinanderlegte, und mir wäre jede Ausrede recht gewesen, jetzt nicht wegzumüssen, aber ich küsste meine Tochter auf den Lockenkopf und meine Frau auf den Mund und erinnerte mich an den Spruch meines Kollegen Hans Stetter, mit dem ich am Residenztheater engagiert war: Ein Schauspieler macht es, oder er macht es doch.

Die Autos glänzten in der Sonne, als wären sie eben gerade aus der Fabrik abgeholt und vorher noch von Hand poliert worden. Eine Zeitlang versuchte ich Ausschau zu halten nach einem rostigen oder verbeulten oder wenigstens alten Auto, aber entweder schaute ich nicht richtig hin oder fuhr auf der für ein solches Vorhaben falschen Autobahn, denn nicht mal die wenigen Lieferwagen, die noch unterwegs waren, hatten nennenswert Jahre auf dem Buckel oder gar Dreck an den Radkappen, und die alten Autos, die ich sah, waren liebevoll und teuer restaurierte Schmuckstücke, die nur zum Wochen

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