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Die Toten von Falein Die 25 besten Geschichten des Parc Ela-Krimiwettbewerbs

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Parc Ela
eBook (ePUB)
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Die Toten von Falein

Die 25 besten Geschichten des Parc Ela-Krimiwettbewerbs Im Herbst 2014 wurden bei Bauarbeiten auf einem Maiensäss im Parc Ela zwei menschliche Schädel und verschiedene Knochen gefunden. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Knochen 1200 Jahre alt sind. Die beiden Schädel weisen schwere Kopfverletzungen auf. Alles deutet auf ein Gewaltverbrechen im Frühmittelalter hin. Was aber um das Jahr 800 wirklich passiert ist und wie der Mann und die zwei Frauen gestorben sind, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Der Parc Ela-Krimiwettbewerb "Die Toten von Falein" rief deshalb im Frühling 2015 dazu auf, ausgehend von den archäologischen Befunden eine spannende Geschichte zu schreiben. Lesen Sie nun die 25 besten Geschichten zum rätselhaften Knochenfund. Im gleichnamigen Audio Book können Sie zudem die 8 prämierten Geschichten hören. Sie werden gelesen von den Bündner Schauspielern Gian Rupf und David Flepp sowie der Bündner Schauspielerin Felicitas Heyerick.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 59
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783952464809
    Verlag: Parc Ela
    Größe: 624kBytes
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Die Toten von Falein

Final-Geschichten

Die Toten von Falein

von Nicole Anderhalden

Glaubed Sie bloss ned alles was mer so verzellt.

Da war ich nun vor dem schönen Hotel in Filisur, nach zwei Stunden Fahrt. Ich nistete mich schon mal in meinem Zimmer ein und freute mich auf zwei spannende Tage. Wissen Sie, ich bin Hobbydetektiv und mir gefällt was anderen missfällt, jedenfalls das Ungelöste daran, Sie verstehen?

In der Zeitung hatte ich von diesem Knochenfund im Bündnerland gelesen und hatte es mir zur Aufgabe gemacht, das Rätsel um die Toten von Falein zu lösen. Als ich an diesem kühlen Herbsttag im Bündnerland ankam, kitzelte mein linker Fuss schon gewaltig. Ein Zeichen dafür, dass ich einem Abenteuer nah war.

Es isch doch schöner als es im Meteo gheisse hed.

Mit Cappuccinoschaum an der Lippe sass ich auf der Terrasse des Hotels und hatte eine wunderbare Sicht über das Dörfchen. Immer mal wieder schweifte mein Blick in die Ferne und ich sah ein Auto rasant Richtung Albulapass fahren. Den Piz Rignuz, etwas versteckt hinter sattgrünen Hügeln zu meiner linken gelegen, schien die Passstrasse zu verschlucken. Weit geradeaus, erstreckte sich ein dichtes Gespinst von Fichtenwäldern und weiter rechts, ohne dass ich es sehen konnte, Alvenau. Das heilende Schwefelwasser von dort roch ich jedoch beinahe. Ich machte mich schlau. Das Maiensäss auf Falein war zu Fuss etwa zweieinhalb Stunden entfernt. Die 1200 Jahre alten Knochen von zwei Frauen und einem Mann wurden dort neben einer Berghütte gefunden. Arbeiter hatten beim Bau einer Sickerleitung diese uralten Leutchen entdeckt. Waren sie vielleicht unterwegs nach Pnez gewesen? Ich hatte gelesen, dass es früher wohl eine Umgehungsroute Richtung Bergün gegeben haben musste. Da musste ich einfach hin, Sie verstehen?

Stotzige Chrache

Mit Blasen an den Füssen kam ich auf das Maiensäss. Ich setzte mich auf einen grossen Stein und ruhte mich aus. Es hatte schon etwas gespenstisch Schönes so weit oben. Wie aus dem Nichts klopfte mir etwas auf den Rücken. Ich brauche Ihnen ja nicht zu erklären, wie tief mein Herz in meine Hose gerutscht war. Da stand ein dürrer, alter Mann mit Pfeife vor mir. Seine Schuhe waren noch einiges dreckiger als meine. Ich grüsste ihn. Er war wohl von meinem zerzaust verschwitzten Äusseren so geschockt, dass er mir etwas Ziegenmilch zu trinken anbot. Ich liess mich nicht lange bitten. Natürlich befragte ich ihn, als ein Berggänger und Älpler, das nahm ich jedenfalls an, musste er doch über den Knochenfund Bescheid wissen. Das erste was er mir völlig selbstverständlich zur Antwort gab war:

Teufelskraut.

Er fing an zu erzählen:

Es gab da einen Burschen, er schaute zu seinen Ziegen. Die Ziegen waren mager, gaben fast nichts her, wenig Milch, daraus noch weniger Käse. Der Vater war gestorben, Mutter und Schwester haushalteten, während der bereits erwachsene Sohn versuchte, die Ziegenmilch zu verkaufen. Doch es half nichts, er sah sich gezwungen bald einige Tiere zu schlachten. So behielt er die drei Schwächsten draussen vor dem Stall. Er zückte sein Messer und wollte gerad die Kehle der ersten durchschneiden, da bäumte sich diese auf und stand nun auf ihre zwei Hinterläufe. Der Bursche erschrak und wusste nicht wie ihm geschah. Die Ziege verbeugte sich und gebärdete ihm, keine Angst zu haben. Sie sei zwar nur eine magere Ziege und doch wisse sie Sie sprach weiter, wenn er sie am Leben liesse, würde es sich lohnen. Sie sprach weiter, wenn er sie am Leben liesse, würde es sich lohnen. Der Bursche fürchtete um seinen Verstand und Gottesglauben, das Letzte, was ihm noch geblieben war. Was sie ihm denn geben könnte, gab er zur Antwort und die Ziege fuhr fort. Er solle bei Sonnenaufgang in den Wald gehen, bis seine Füsse im Morast stecken blieben, er solle dort auf einem grossen Stein Platz nehmen und auf die ersten Sonnenstrahlen warten. Er würde dann etwas aus dem Wald nach Hause bringen, e

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