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Die Totenfrau von Edinburgh Ein Fall für Frey und McGray 5 von Muriel, Oscar de (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2020
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Totenfrau von Edinburgh

Madame Katerina, Hellseherin und Inspector McGrays enge Vertraute, hält eine Séance mit sechs Mitgliedern von Edinburghs reichster Familie ab. Am nächsten Morgen sind alle Teilnehmer tot, nur Madame Katerina selbst hat überlebt. Sie beteuert, dass der herbeigerufene Geist die Opfer aus Rache tötete. McGray glaubt ihr jedes Wort, muss aber eine weltliche Erklärung finden, um sie vor dem Galgen zu bewahren. Verzweifelt bittet er Ian Frey um Hilfe, der sich nach der grausamen Ermordung seines geliebten Onkels zurückgezogen hat. Doch in diesem mysteriösen Fall fällt es selbst dem vernunftbegabten Engländer schwer, nicht an Geister zu glauben ...


Oscar de Muriel wurde in Mexico City geboren und zog nach England, um seinen Doktor zu machen. Er ist Chemiker, Übersetzer und Violinist und lebt heute in Cheshire. Mit seiner viktorianischen Krimireihe um das brillante Ermittlerduo Frey und McGray feiert er in seiner neuen Heimat und darüber hinaus große Erfolge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 21.12.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641263270
    Verlag: Goldmann
    Serie: Frey & McGray 5
    Originaltitel: The Darker Arts
    Größe: 2115 kBytes
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Die Totenfrau von Edinburgh

2. Juli

Öffentliche Anhörung vor dem Sheriff's Court Dundee nach dem Tod von Mr James McGray und seiner Gattin Amina McGray (geborene Duncan)

Die Schritte, mit denen Doktor Clouston zögerlich vortrat, wirkten ohrenbetäubend in der Totenstille, die im Gerichtssaal herrschte. Seine Hände zitterten, und er musste sie zu Fäusten ballen, um seine Beklemmung zu verbergen. Aller Augen waren auf ihn gerichtet, alle Blicke feindselig, so als wäre er es gewesen, der die Morde begangen hatte.

Er nahm im Zeugenstand Platz, hob das Kinn, legte den Eid ab und wartete, bis der Staatsanwalt auf ihn zutrat.

Der glatzköpfige Mann, dessen Kopfhaut so glatt und bleich war wie polierter Marmor, ließ sich Zeit. Er sortierte Dokumente und las dabei einige von ihnen noch einmal durch, während die Spannung im Raum mit Händen zu greifen war und alle still verharrten.

Clouston blickte den jungen Adolphus McGray an, der soeben seine Aussage gemacht hatte. Der Fünfundzwanzigjährige ragte aus den Reihen der Sitzenden heraus, da er größer war als die meisten anderen und breite Schultern und rabenschwarzes Haar hatte. Außerdem war sein Gesicht bleicher als das aller anderen, während er auf seine bandagierte Hand hinabstarrte, die er sich gegen die Brust gepresst hielt. Die Wunde war noch nicht gänzlich verheilt.

»Doktor Thomas Clouston«, stieß der Staatsanwalt unvermittelt aus, worauf der eine oder andere im Gerichtssaal zusammenfuhr. »Von der Königlichen Irrenanstalt Edinburgh.«

Während er aus der Personalakte vorlas, trat er, spöttisch grinsend, näher. Cloustons Blick blieb an einem Bleizahn hängen.

»Das ist korrekt«, bestätigte der Arzt, der augenblicklich eine Abneigung gegen den Mann verspürte.

»Können Sie uns schildern, was an jenem Abend geschehen ist?«

»Ich bin ausschließlich hier, um über den Geisteszustand von Miss McGray Zeugnis abzulegen.«

»Oh, seien Sie doch so nett, Doktor.«

Murrend kam Clouston der Aufforderung nach. »Ich erhielt ein Telegramm, in dem mir mitgeteilt wurde, dass Mr McGray und seine Gattin angegriffen worden seien. Dass sie bedauerlicherweise verschieden waren. Dass ihr Sohn verletzt worden sei und ihre Tochter in ihr Zimmer habe gesperrt werden müssen. Als ich eintraf ...«

»Nein, nein, Doktor«, unterbrach ihn der Staatsanwalt. »Vorher. Ich möchte wissen, was vorher an diesem Tag geschehen ist.«

Clouston schnaubte. »Ich kann nur berichten, was ich von Mr McGrays Sohn und den Bediensteten gehört habe. Ich sehe nicht, inwiefern die Aussage eines Dritten ...«

»Bitte«, schaltete sich nun der Sheriff von seiner erhöhten Position aus ein, »beantworten Sie die Frage des Staatsanwalts.« Sein »Bitte« klang eher wie ein Knurren.

Clouston räusperte sich. Je rascher er seiner Pflicht nachkam, desto schneller würde er es hinter sich haben.

»Nach dem, was mir erzählt wurde, verließen Adolphus und Amy, der Sohn und die Tochter von Mr McGray, am frühen Abend das Haus. Sie unternahmen einen Ausritt, da es trotz der fortgeschrittenen Tageszeit draußen noch freundlich war. Um ihren Pferden eine Rast zu gönnen, legten sie nach einer Weile eine Pause ein und setzten sich an den kleinen See, der an das Grundstück der Familie angrenzt. Sie plauderten eine Weile miteinander, bis Miss McGray dann sagte, sie sei unpässlich, und ...«

»Inwiefern unpässlich?«

»Auch hier kann ich nur wiederholen, was ...«

»Inwiefern?«

Ungeduldig zwirbelte Clouston seinen Schnurrbart. »Ihr Bruder sagte, sie habe über Kopfschmerzen und Atemnot geklagt. Sie beschloss, die Rückkehr zum ...«

»Allein?«

»Ja.«

»Um wie viel Uhr war das?«

»Ich gehe fest davon aus, dass es vor der Abenddämmerung war.«

»Sie sagten, die beiden seien am frühen Abend aufgebrochen. Glauben Sie, sie könnten so lange geritten sein, dass die Pferde eine Ruhepause benötigten, und dana

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