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Die Trauer trägt Schwarz Ein Inspektor-Jury-Roman 17 von Grimes, Martha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Trauer trägt Schwarz

Inspektor Jury und ein mysteriöser Mord im Herzen von London.
Mickey Haggerty, ein alter Kollege von Inspektor Jury, hat es sich in den Kopf gesetzt, eine Tragödie aufzuklären, die sich vor mehr als fünfzig Jahren innerhalb der reichen Londoner Brauerei-Familie Tynedale abgespielt hat - und er benötigt dringend Jurys Hilfe. Doch noch bevor Jury mit seinen Ermittlungen beginnen kann, ereignet sich ein mysteriöser Mord: Simon Croft, ein enger Freund der Tynedales, wird erschossen aufgefunden. Jury ahnt, dass er einen verborgenen Gegenspieler hat, der alles daran setzt, die Vergangenheit für immer ruhen zu lassen ...

Martha Grimes zählt zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen unserer Zeit. Lange Zeit unterrichtete sie kreatives Schreiben an der Johns-Hopkins-University. Durch ihre Serien um Inspektor Richard Jury und die 12-jährige Ermittlerin Emma Graham wurde sie weltbekannt. Die "Mystery Writers of America" kürten sie 2012 für ihr Lebenswerk zum "Grand Master", und ihre Inspektor-Jury-Reihe wurde nun auch fürs deutsche Fernsehen entdeckt und erfolgreich verfilmt. Martha Grimes lebt heute abwechselnd in Washington, D.C., und in Santa Fe, New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 02.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641188351
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1315kBytes
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Die Trauer trägt Schwarz

2

In der City von London hatte an Wochenenden noch nie geschäftiges Treiben geherrscht. Hier, im Herzen der Londoner Finanzwelt, war alles wie ausgestorben.

Jury verließ die Untergrundstation Tower Hill, blieb stehen und sah zur Lower Thames Street hinüber. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal vor dem Tower von London gestanden hatte. Die Touristen knipsten Fotos, ein paar hatten Wegwerfkameras, andere etwas anspruchsvollere Apparate. Vor Weihnachten waren immer besonders viele Touristen in der Stadt. In der Fenchurch Street kam er an einem indischen Restaurant vorbei, und wenn das geschlossen war, konnte er eigentlich wetten, dass alles andere ebenfalls zu war.

Bis auf die Polizeistation Snow Hill natürlich. Ein unglücklich dreinblickender Constable hatte hinter dem Auskunftsschalter Dienst und schien beinahe dankbar, dass Jury nichts weiter wollte als die Wegbeschreibung zu Haggertys Büro. Detective Chief Inspector Haggerty? Hier durch, da entlang, dort ist seine Tür. Jury dankte ihm.

Haggerty saß an seinem Schreibtisch und betrachtete Polizeifotos, als Jury hereinkam. Mickey Haggerty stand auf und kam um den Schreibtisch herum, um Jury die Hand zu schütteln und ihn ein paarmal freundschaftlich an die Schulter zu knuffen. Es war mehr als ein Handschlag und weniger als eine Umarmung. Jury hatte Mickey Haggerty und dessen Frau Liza seit Jahren nicht mehr gesehen. Er hatte ein schlechtes Gewissen, weil er sich schon so lange nicht mehr bei seinem alten Kollegen gemeldet hatte. Aber das lag ja wohl nicht nur an ihm, oder? Mickey hatte es sich zum Teil selbst zuzuschreiben.

Kein Polizist (dachte Jury) war bei der Arbeit so in seinem Element wie Mickey Haggerty. Er passte so kantengenau hinein wie ein Pflasterstein auf einem frisch verlegten Gehweg. "Hallo, Mickey. Lange nicht gesehen."

"Verdammt viel zu lang", bekräftigte Mickey und deutete auf einen Stuhl für Jury, bevor er sich selbst wieder hinsetzte. "Wie läuft's denn so, Rich?"

"Gut." Diese Art von Wortwechsel hätte zwischen den meisten Leuten recht banal geklungen, doch bei Mickey steckte aufrichtiges Interesse dahinter. Sie unterhielten sich eine Weile über Liza und die Kinder, dann schob Jury ihm die mitgebrachte Akte über den Tisch. "Sieht nach einer Ausgrabung aus. Ist das ein Fall, an dem Sie gerade arbeiten? Erwarten Sie jetzt eine aufschlussreiche Antwort von mir? Mit forensischer Anthropologie kenne ich mich nicht so gut -"

Mickey schüttelte den Kopf. "Ich wollte bloß, dass Sie sich die Akte mal ansehen, damit Sie sich besser vorstellen können, wovon ich rede. Ja, es ist ein Fall, an dem ich gerade arbeite. Ich ganz persönlich. Sagen wir mal, es handelt sich um eine inoffizielle Angelegenheit. Oder sagen wir, ich will eigentlich gar nicht, dass sonst noch jemand davon erfährt. Es ist was Privates." Er drehte ein Foto herum. Inmitten der Trümmer lagen zwei Skelette.

Wenigstens meinte Jury, zwei erkennen zu können. "Was ist das, Mickey?"

"Skelette, die man aus einem Ruinengrundstück geborgen hat."

"Ruinengrundstück? Wo?"

"Hier. In der City. In der Nähe von Ludgate Circus. Wenn Sie es sich anschauen wollen, es ist nicht weit von St. Paul's Cathedral, die Straße heißt Blackfriars Lane." Mickey skizzierte einen kleinen Plan und reichte ihn ihm herüber. "Die letzte Kriegsruine in London."

Fragend wanderten Jurys Augenbrauen ein Stückchen höher.

"Sie wissen schon, vom Zweiten Weltkrieg?"

Jurys Lächeln reichte nicht bis zu seinen Augen. "Ja, habe ich schon davon gehört."

Mickey nahm die Zigarre, die in einem großen blauen Aschenbecher zu seiner Rechten vor sich hin geglommen hatte. Als er den Rauch ausstieß, sah Jury sehnsüchtig hinterher. Obwohl er seit fast zwei Jahren keine Zigarette angerührt hatte, war sein Verlangen danach nicht geschwunden. Das machte ihn ganz wütend. Er lächelte. "Also, weiter."

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