text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Vermissten Psychothriller von Eriksson, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2016
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Vermissten

In neuer Ausstattung! Das grünschwarze Wasser leuchtet geheimnisvoll in der untergehenden Sommersonne. Der Abend könnte nicht schöner sein, als Greta, Alex und Tochter Smilla mit dem Boot zur kleinen Insel in der Mitte des Sees fahren. Greta bleibt am Ufer, während die anderen beiden auf Entdeckungstour gehen. Aber sie kommen nicht mehr zurück. Beunruhigt macht sich Greta auf die Suche - doch von Alex und Smilla fehlt jede Spur. In ihrer wachsenden Verzweiflung wendet sie sich an die Polizei. Schnell wird klar, dass Gretas eigene Geschichte ebenso große Rätsel aufwirft wie das Verschwinden ihrer Lieben. Und die Frage: Hat sie etwas damit zu tun? Caroline Eriksson, 1976 geboren, hat Sozialpsychologie studiert und als Personalberaterin gearbeitet. Der Thriller 'Die Vermissten' hat ihr den internationalen Durchbruch eingebracht. Er erscheint weltweit in über 25 Ländern und wurde in Schweden zum Überraschungsbestseller des Jahres. Caroline Eriksson lebt mit ihrer Familie in Stockholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 08.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641199463
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10378
    Originaltitel: De Försvunna
    Größe: 1055 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Vermissten

1

Das kleine Motorboot teilt das grünschwarze Wasser mit der Präzision eines Messers. Die Sonne steht tief, der Spätsommerabend neigt sich dem Ende zu. Ich sitze im Bug, schließe die Augen wegen der Wassertropfen, die mir ins Gesicht sprühen, und bekämpfe die Übelkeit, die im Rhythmus der Bootsbewegungen in meinem Körper mitwogt. Wenn er nur ein bisschen langsamer fahren würde, denke ich. Und als könnte er meine Gedanken lesen, drosselt Alex das Tempo. Langsam drehe ich mich zu ihm um. Er sitzt im Bootsheck und lässt die Hand auf der Ruderpinne des Außenbordmotors ruhen. Seine ganze Erscheinung strahlt Maskulinität und Kontrolle aus. Der rasierte Schädel, die markante Kieferpartie und die konzentrierte Falte über der Nasenwurzel. Normalerweise nennt man einen Mann nicht "schön", aber Alex ist es einfach. Das fand ich schon immer. Und das finde ich heute noch.

Ohne Vorwarnung stellt er den Motor ganz aus. Das Boot sinkt in einer bogenförmigen Bewegung zurück ins Wasser. Smilla gerät auf der Ruderbank zwischen uns ins Schwanken, und ich beuge mich vor und fange sie auf, halte sie am Rücken fest, bis sie das Gleichgewicht wiedergefunden hat. Instinktiv ergreift sie mit ihren kleinen Fingern meine Hand, und mich durchflutet eine warme Welle. Jetzt, da die Luft nicht mehr vom knatternden Motorengeräusch erfüllt ist, bleibt nur noch die Stille. Smillas dünnes flachsblondes Haar kringelt sich im Nacken, keine Handbreit von meinem Gesicht entfernt. Gerade will ich mich vorbeugen und die Nase in den weichen Strähnen vergraben, da streckt Alex die Hände nach den Rudern aus.

"Willst du's mal versuchen?"

Sofort lässt Smilla mich los und steht eifrig auf.

"Na, komm schon", meint Alex lächelnd, "dann zeigt dir der Papa, wie man rudert."

Er hält ihr die Hand hin und stützt sie auf dem kurzen Weg zum Heck des Bootes. Sie setzt sich auf seinen Schoß und streicht ihm zufrieden über die Knie. Alex erklärt ihr, wie sie die Ruder halten muss, dann legt er seine eigenen Hände über ihre und beginnt mit langsamen Bewegungen zu rudern. Smilla gluckst so vergnügt, wie nur sie es kann. Ich starre das kleine Lachgrübchen auf ihrer linken Wange an, bis mein Blick verschwimmt. Da drehe ich mich um zum See und verliere mich in seiner Weite.

Alex behauptet, dass er "sicher einen offiziellen Namen hat, irgendwo in einem Register", dass ihn hier in der Gegend aber niemand anders nennt als Maran - den Nachtmahr. Doch bei dieser Auskunft belässt er es nicht. Er erzählt Geschichten über den See, eine schlimmer als die andere, und wozu dieses Gewässer angeblich fähig sein soll. Schauermärchen, dass das Wasser seit Langem verhext sei und dass seine Bösartigkeit in die Menschen sickere, ihre Sinne verwirre und sie schreckliche Taten begehen lasse. Erwachsene und Kinder sind in dieser Gegend schon spurlos verschwunden, Blut ist vergossen worden. Das behaupten zumindest die Sagen. Ein klagendes, unheimliches Echo hallt übers Wasser und reißt mich aus meinen Überlegungen. Ich wende mich in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen ist, und ahne aus dem Augenwinkel, dass Alex und Smilla dasselbe tun. Da erklingt es wieder. Ein tiefer, knarrender Laut, der sich zu einem heiser heulenden Schrei steigert. Irgendetwas flattert, und ein Stückchen vor uns bewegt sich ein dunkler Schatten auf die Wasseroberfläche zu. Im nächsten Augenblick ist er verschwunden, offenbar vom See verschluckt. Ohne das geringste Platschen oder Wasserkräuseln. Alex legt einen Arm um Smilla und deutet mit dem anderen auf die Stelle.

"Das war ein Seetaucher", erklärt er. "Ein Vogel aus der Urzeit, sagen manche Leute. Wahrscheinlich wegen diesem Geräusch, das finden viele unheimlich."

Er wendet sich zu mir, aber ich sehe Smilla an und weiche seinem Blick aus. Lange und konzentriert späht Smilla zu der Stelle, wo der Seetaucher verschwunden ist. Schließlich dreht sie sich zu Alex um und fragt besorgt, ob der Vogel nic

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen