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Die wankelmütige Meerjungfrau Ein Hänsel und Gretel Krimi von Brackston, Paula J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die wankelmütige Meerjungfrau

Immer häufiger treffen in Gesternstadt Berichte von mysteriösen Vorfällen an der Küste von Schleswig-Holstein ein. Seeleute verschwinden, Sirenen und Seeungeheuer werden gesichtet. Normalerweise beschränkt sich Gretels Interesse am Meer auf das, was essbar ist. Als der charismatische General Ferdinand von Ferdinand sie allerdings um Hilfe bei der Aufklärung bittet, übernimmt sie den Fall. Schließlich winkt ihr eine Kreuzfahrt in Begleitung Ferdinands. Romantisch wird es allerdings auch diesmal nicht - nur wieder mörderisch...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 14.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514793
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Fickle Mermaid
    Größe: 522 kBytes
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Die wankelmütige Meerjungfrau

2

D ie Bar an Bord der Arabella bestand aus einem Raum mit niedriger Decke und dem ganzen Charme und Liebreiz einer vergessenen Schenke am Wegesrand.

"Ah!", machte Hans. "Das gefällt mir schon besser. Genau, was ein ganzer Kerl braucht. Guter Mann", wandte er sich an den Barmann, "einen Krug von deinem besten Bier, wenn's genehm ist." Er glitt auf einen Barhocker und bewies dabei eine Gewandtheit, die in einem scharfen Kontrast zu seinen Ausmaßen stand. Gretel setzte sich vorsichtig auf die gegenüberliegende Seite. Die Hocker waren ausreichend hoch, dass ihr Besetzer, hatte er sie erst erklommen, unangenehm dicht unter der Decke klebte, und Gretel kam zu dem Schluss, dass dies nicht der Raum war, in dem sie ihre herrliche neue Perücke tragen würde. Das prachtvolle Stück, ein Geschenk, dass sie sich nach ihrem erschöpfenden Einsatz in Nürnberg gemacht hatte, lag behaglich in seiner Kiste in ihrer Kabine und wartete auf den Augenblick seines Debüts. Doch erforderte es ein gänzlich anderes Umfeld, als dieses Schiff es bisher dargeboten hatte, sodass Gretel schon fürchtete, sie würde vorerst keine Gelegenheit bekommen, die Perücke oder eines der feineren neuen Gewänder zu tragen, die sie allein wegen dieser Kreuzfahrt erstanden hatte.

"Hier, bitte, der Herr, und dies für Euch, Madame." Der Barmann stellte zwei hohe Biergläser vor ihnen ab. Er war ein schlanker Mann, präsentabel, gepflegt und aufmerksam. Die perfekte Kombination für einen Barmann.

Gretel prostete ihm zu. "Auf deine Gesundheit", sagte sie, ehe sie die Hälfte ihres Trunks in durstigen Schlucken herunterkippte und sich mit einem Spitzentaschentuch den Schaum von den Lippen tupfte. "Dein Akzent ... den zu bemerken ich nicht umhinkam ... ist er vielleicht englischer Herkunft?"

"Madame verfügen über ein scharfes Gehör! Ich stamme aus einem kleinen Küstenstädtchen namens Brighton, aber ich habe die Gestade meines guten alten Englands schon viele Jahre nicht mehr gesehen."

Hans leerte sein Glas und knallte es auf den Tresen. "Ah, höchst annehmbar! Noch eines, Kellner!", verlangte er und fügte zwecks Interpunktion einen herzhaften Rülpser hinzu.

Gretel runzelte die Stirn. "Verzeih meinem Bruder. Wir haben eine lange und staubige Reise hinter uns. Seine Manieren haben ein wenig gelitten."

"Denkt Euch nichts, Madame. Mein Zartgefühl hat eine harte Schale gewonnen, das kann ich Euch versichern." Er beugte sich zu ihr herüber, lugte an dem halb leeren Glas vorbei und beichtete: "Ich gestehe, als ich als Schiffskellner auf der Arabella angefangen habe, war ich schockiert. Oh!", er verdrehte die Augen zum Himmel, "Ihr würdet nicht glauben, welche Grobheiten und Obszönitäten ich erdulden musste!"

"Zweifelsfrei von der Mannschaft."

"Mannschaft, Passagiere, Kapitän." Bedeutungsvoll schlug er sein Handtuch wie eine Peitsche. "Dergleichen hatte ich noch niemals gehört. Ich schwöre, es ist, als setzte der Aufenthalt an Bord eines Schiffes den Menschen den Floh ins Ohr, es stünde ihnen frei, all die Feinheiten und die Vornehmheit fallen zu lassen, die dieses unkultivierte Leben, das wir alle durchlaufen müssen, erst erträglich machen. Auf mein Wort. Liebe Güte, ich kann Euch gar nicht sagen, wie das ist", verkündete er kopfschüttelnd, ergriff ein Glas und fing an, es voller Elan zu polieren.

"Wie wahr", stimmte Gretel ihm nickend zu. "Wie es heißt, verabsäumen jene, die zur Erholung außer Landes reisen, tendenziell, neben ihrem Gepäck auch ihr gewohntes Niveau und ihre Würde einzupacken."

"Madame, das ist die reine Wahrheit! Und sollten sie sie doch dabei haben, so habe ich noch keinen Beweis dafür gesehen. Würde? Hört meine Worte!"

Gretel und Hans sahen sich verstohlen unter den Gästen der Bar um. Sie alle wirkten gänzlich respektabel und dezent.

Der Barmann, der ihre Gedanken erriet, fügte hinzu: "Oh, i

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