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Die Weihnachtskatze Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Weihnachtskatze

Kurz vor Heiligabend besucht die unternehmungslustige Harry Haristeen die Bruderschaft der Barmherzigkeit, um dort ihren Weihnachtsbaum zu kaufen. Zwischen den Tannen stolpert sie über einen toten Mönch. Das Entsetzen in der Bruderschaft ist groß, doch Harry findet die Mönche verdächtig und beginnt zu recherchieren. Und dann wird ein zweiter Mönch ermordet. Gemeinsam mit Mrs. Murphy macht Harry Jagd auf den Täter. Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 10.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843709712
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3796 kBytes
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Die Weihnachtskatze

2

E ine Kette aus roten und grünen Glühlampen leuchtete um den quadratischen Platz mit den Reihen frisch geschlagener Christbäume. Die Brüder in Liebe gingen sehr sparsam mit ihren Finanzen um. Es war unnötig, Geld für eine Festbeleuchtung oder gar eine Krippe zu verschwenden. Die Christbaumschule verschaffte den Brüdern ihr halbes Jahreseinkommen.

Die Reihen mit Waldkiefern wogten, ihre Wurzelballen steckten in großen Töpfen. Andere Bäume, noch in der Erde, würden ausgegraben werden, wenn der Käufer einen ausgesucht hatte. Ein Gabelstapler hob die frisch ausgegrabenen Bäume auf offene Ladeflächen. Einen eingetopften Baum in einen Transporter zu schieben, erwies sich als schwieriger, weil die Wurzelballen recht schwer waren, doch nach zehn Jahren Praxis hatten die Brüder den Bogen raus.

Die Leute kamen in Scharen zu der Baumschule, weil die Bäume gleichmäßig gewachsen und die Preise reell waren. Überdies verließ man das Gelände mit dem befriedigenden Gefühl, Gutes getan zu haben, weil der Erlös dem Unterhalt des Hospizes diente. In den frühen 1980er Jahren, als sogar manche Angestellte von Arztpraxen und Krankenhäusern Aids patienten nicht anfassen wollten, weil die Übertragungs wege der Krankheit noch nicht geklärt waren, hatten sich die Brüder zusammengetan, um die Kranken zu pflegen und die Sterbenden zu trösten. Ihre Hingabe an alle Patienten, einerlei, welche Krankheit sie hatten, trug ihnen Achtung und Unterstützung ein. Die Ordensbrüder trugen Mönchskutten, die mit einem schwarzen Strick gegürtet waren. Solch äußere Zurschaustellung ihrer Gelübde in diesen profanen Zeiten stieß einige Leute ab. Andere eilten zu ihnen, begierig, ihre Sünden zu bekennen. Die Gründung des Hospizes war vielleicht auch dem Wunsch der Brüder entsprungen, sich vor dieser Monotonie zu retten. Jeder Bruder erkannte mit der Zeit, dass es so etwas wie eine Erbsünde nicht gibt.

Harry Haristeen ging zwischen den Bäumen außerhalb des Vierecks entlang. Mrs. Murphy und Pewter begleiteten sie. Behende stiegen sie über Girlanden und Kränze, die zur Seite gelegt und an denen VERKAUFT-Schilder hingen.

Alex Corbett, der Chef der Immobilienfirma Corbett Realty, trat aus einer Baumgasse hinter dem kleinen Hauptplatz.

"Schon einen Baum gefunden, Harry?"

"Noch nicht. Du?"

"Einen großen. Ich brauche ein imposantes Exemplar für die jährliche Betriebsfeier."

"Am selben Abend wie die Feier von St. Lukas. Schlechtes Timing." Sie lächelte.

"Ach Harry, die Leute feiern Tag und Nacht durch. Die Hälfte der Leute von St. Lukas kommt anschließend zum Keswick Club. Ich zähle darauf, dass du und Fair an der Feier teilnehmt."

"Alex, wir würden ja gerne, aber ich muss aufräumen helfen."

Sein rotblonder Schnurrbart zuckte aufwärts. "Schön, dann sehen wir uns in Spring Fling." Er winkte zum Abschied, ging zu seinem neuen Range Rover und fuhr los.

Harry sagte zu ihren Tieren: "Im Immobiliengeschäft kriselt es seit zwei Jahren, trotzdem schwimmt der Mann in Geld. Ich wollte, ich hätte seinen Grips für Kohle."

"Dein Grips ist super", schmeichelte Tucker ihr.

Da es zwei Uhr nachmittags am 15. Dezember war, hatte sie, als Alex sich verabschiedet hatte, die ganze Baumschule für sich allein. Der große Käuferansturm würde nach Arbeitsschluss einsetzen. Die anderen Frauen von der Arbeitsgruppe hatten ihre Bäume schon aufgestellt, aber Harry hielt es wie ihre Mutter und wartete bis zehn Tage vor Weihnachten.

Tucker untersuchte geduldig jeden Baum. Er musste den richtigen Geruch haben.

"Nadelbäume", Pewter schnupperte, "riechen doch alle gleich."

"Gar nicht wahr", widersprach der robuste Hund.

"Ich will nichts von deiner Supernase hören. Mein Geruchssinn ist genauso gut wie deiner."

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