text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Dinge, die mir gehören Thriller von Kärger, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2018
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Dinge, die mir gehören

Ein gesuchter Entführer wird auf einem abgelegenen Hof am Stadtrand Münchens aufgefunden - an den Füßen aufgehängt und mit durchgeschnittener Kehle. Doch bevor Kriminalhauptkommissar Paul Simon die Spur des Killers aufnehmen kann, schlägt dieser erneut brutal zu. Die blutige Mordserie versetzt die Stadt in Angst und raubt dem Kommissar den Schlaf. Denn an den Tatorten findet er Gegenstände, die ihm gehören. Das kann nur bedeuten, dass der Täter in seiner Wohnung gewesen sein muss. Paul Simon setzt alles daran, den Killer zu stoppen. Eine gnadenlose Jagd durch die eiskalte, verschneite Stadt beginnt ...

Christian Kärger, aufgewachsen im Allgäu, studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film und arbeitete 30 Jahre als Drehbuchautor in München. Über hundert seiner Drehbücher wurden für Kino und TV verfilmt. Der Autor lebt heute in Memmingen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 09.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641204556
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Paul Simon .1
Weiterlesen weniger lesen

Dinge, die mir gehören

ZWEI

Mit beinahe lautlosen, geschmeidigen Bewegungen lief der Mann im Lichtstrahl seiner Minitaschenlampe die Treppen hoch. Im obersten Stock angekommen, verharrte er vor der Wohnungstür, die das Schild mit der Aufschrift "Fam. Simon" trug, und lauschte. Sein Puls und sein Atem gingen ruhig und gleichmäßig, der schnelle Aufstieg hatte ihn nicht im Mindesten angestrengt.

Außer dem gelegentlichen Rütteln des heulenden Windes an irgendwelchen Rollläden und dem Rauschen der Baumkronen im Hinterhof des Hauses war nichts zu hören.

Er setzte den Dietrich am Schloss der Wohnungstür an, es klickte leise, dann drückte er die Tür auf, aber nur einen kleinen Spalt, sodass er an die von innen eingehängte Sicherheitskette kam, die er geschickt mit einem Spezialhaken aushebelte. Dann schob er die Tür weiter auf und stand in der Wohnung.

Nachdem er die Wohnungstür wieder sanft ins Schloss gedrückt hatte, blieb er stehen und lauschte. Er wusste, dass die Familie Simon keinen Hund besaß, oft genug hatte er auf der Lauer gelegen und die Angewohnheiten der Familienmitglieder studiert. Nichts hatte er dem Zufall überlassen, nachdem er sie erst einmal aufgespürt und sich gründlich über sie informiert hatte. Das Internet und die sozialen Netzwerke hatten sich dabei als äußerst nützlich erwiesen.

Die Simons waren zu dritt. Paul Simon war achtundvierzig und Kriminalhauptkommissar bei der Münchner Mordkommission. Seine Frau Dr. Amelie Simon arbeitete als Stationsärztin in der Pränatalabteilung der nahe gelegenen Rotkreuzklinik, und die gemeinsame Tochter Magdalena ging seit diesem Schuljahr aufs Wittelsbacher-Gymnasium. In ein paar Wochen würde sie ihren elften Geburtstag feiern. Wie er in Erfahrung gebracht hatte, wurde sie von allen nur Lena genannt, außer von ihrem Vater, der sie stets mit ihrem vollen Vornamen ansprach.

Der Mann griff in seinen Rucksack und entnahm ihm ein Gerät, das wie ein Helm mit zwei Okularen aussah. Mit einer routinierten Bewegung stülpte er es sich über den Kopf und schaltete es ein. Nun ähnelte er einem bizarren Insekt in Menschengestalt. Mithilfe des Nachtsichtgeräts aus alten NVA -Militärbeständen konnte er all das sehen, was für normale Augen in der Dunkelheit unsichtbar war. Für ihn war die Wohnung nun wie in künstliches grünes Licht getaucht, alle Konturen zeichneten sich deutlich ab.

Er nahm Witterung auf wie ein Jagdhund und registrierte den spezifischen Geruch der Wohnung. Es roch schwach nach Essen, genauer nach Bratenduft und einer Spur Knoblauch. Paul Simon war leidenschaftlicher Koch, der Frau und Tochter gern mit einem aufwendigen Abendessen überraschte - falls es ihm sein Dienstplan und seine zahlreichen sportlichen Aktivitäten erlaubten.

Vorsichtig bewegte er seinen Kopf in alle Richtungen, um sich zu orientieren, dann tastete er sich wie in Zeitlupe die Diele entlang. Es war eine großzügig geschnittene Altbauwohnung mit Parkettboden, geschmackvoll und teuer renoviert, aber manche der Holzbohlen knarzten, so sehr er sich auch bemühte, sanft aufzutreten.

Behutsam öffnete er die erste Tür und gelangte ins Bad. Ihm direkt gegenüber stand ein grünlich schimmernder Insektenmann wie aus einem Science-Fiction-Film und starrte ihn an. Es war sein Ebenbild im Badezimmerspiegel. Er fand, dass sein Zwilling hinter dem Glas nichts Menschliches mehr an sich hatte, und so war ihm bei seinem eigenen Anblick auch zumute. Abrupt wandte er sich ab und ließ die Badezimmertür angelehnt, um kein unnötiges Geräusch zu verursachen.

Aus einem Zimmer am Ende des Ganges drang ein Lichtschimmer. Durch den Restlichtverstärker erschien er in seinen Augen gleißend hell. Dort musste es sein, das Zimmer, dem er zuerst einen Besuch abstatten wollte. Er schaltete das Gerät ab und die Kamerafunktion seines Smartphones ein. Zunächst filmte er den Namen " MAGDALENA ", der mit bunten Holzbuchstaben an die Tür geklebt war. Er drückte sie gan

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen