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Dinner mit Mord Ein Teutoburger-Wald-Krimi von Voehl, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.08.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Dinner mit Mord

Nach dem Kurkonzert in Bad Lippspringe wird eine alte Frau tot auf ihrem Platz gefunden. Die herbeigerufene Polizei entdeckt bei der Toten eine Playmobilfigur: einen Clown. Kurz darauf taucht die zweite Leiche auf. Auch bei ihr findet man eine Clownsfigur. Spätestens jetzt ist klar, dass es sich um einen Serientäter handeln muss.

Morgenstern und Dickens stürzen sich in die Ermittlungen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 334
    Erscheinungsdatum: 15.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838754079
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1847 kBytes
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Dinner mit Mord

2.

Der nächste Tag begann sonnig. Aber das Thermometer war gesunken.

Luna schlug knurrend an, und als ich in den Hof hinunterschaute, erblickte ich eine seltsame Bagage, die aus einem VW-Bus kletterte. Zwei Frauen und drei Männer. Ich fragte mich, was die in aller Herrgottsfrühe hier zu suchen hatten. Da sah ich Irene Nachtigall auf sie zueilen. Sie trug ein graues Wollkleid. Im Gegensatz zu gestern, als sie die unförmige Jacke getragen hatte, konnte ich ihre Figur betrachten. Was ich sah, gefiel mir.

Irene Nachtigall begrüßte die Neuankömmlinge mit Küsschen und Drücken. Wahrscheinlich war das so üblich unter Fernsehleuten. Sie wirkten alle sehr gut gelaunt. Kein Wunder, wenn ich an die Kaution dachte.

Luna knurrte noch immer, während Irene Nachtigall die Leute ins Haus führte. Zum Glück nicht in meinen Trakt.

"Scheint so, Luna, als müssten wir uns mit denen noch eine Weile abgeben", murmelte ich.

Als hätte sie mich gehört, drehte Irene Nachtigall sich um und schaute zu mir hoch. Sie lächelte fröhlich und winkte mir zu. Ich wandte mich ab, um Luna etwas zu fressen zu geben.

Danach hatte ich es eilig. Trotz meines Vorsatzes, die Gräfin zunächst schmoren zu lassen, bis sie zur Vernunft käme, musste ich wissen, was die Typen weiter vorhatten. Ich konnte die Gräfin und Ollie nicht im Stich lassen. Ihnen stand das Wasser schon bis zum Hals.

Also zog ich ein Sakko über, denn schließlich will man vor Fernsehleuten ja nicht aussehen wie ein Bauer, und schlenderte hinüber. Die Tür hatten die Banausen offen stehen lassen. Vielleicht hatte Duffy auch vergessen, sie zu schließen.

Ich trat ein. Es roch verführerisch nach gebratenem Speck. Mein Magen knurrte vernehmlich.

Ich folgte dem Geruch und traf sie alle am runden Tisch in der Küche an. Bei der lautstarken Unterhaltung bekam keiner mit, dass ich die Küche betrat. Duffy stand vor dem großen Gasherd und hantierte mit diversen Pfannen. Er war in seinem Element.

Ich nahm auf dem einzigen freien Stuhl neben zwei mir unbekannten Personen Platz. Der Mann war Mitte dreißig, hatte einen ungepflegten Dreitagebart und trug seine fettigen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden.

"Hi, ich bin Gregory", wandte er sich mir zu. "Und wer bist du?"

Ich mag keine Leute, die sich gleich mit mir verbrüdern. Also sagte ich: "Schön, Sie kennenzulernen, Herr Gregory. Mein Name ist Morgenstern."

"Ach so einer sind Sie. Und was machen Sie hier?"

"Das wollte ich gerade Sie fragen."

Die Frau, die zu meiner Linken saß, schaltete sich ein. "Gregory ist der Kameramann. Und ich bin die Kameradame. Petra Kowalsky heiße ich."

Sie streckte mir die Hand hin, und ich drückte sie. Vielmehr drückte sie meine. Es war ein echter Männergriff. Ich war froh, als sie wieder losließ.

Bevor sie mir dieselbe Frage stellen konnte, die Gregory mir gestellt hatte, sagte die Gräfin: "Schön, dass Sie auch gekommen sind, mein lieber Moritz. Dann sind Sie gleich im Bilde."

Die Gräfin saß mir gegenüber. Mir fiel auf, dass sie sich an diesem Morgen besonders aufgetakelt hatte. Sie trug eine missglückte Hochsteckfrisur. Außerdem hatte sie offensichtlich versucht, sich die grauen Haare zu färben. Ich glaubte einen violetten Stich darin zu erkennen. Das Kleid, das sie anhatte, mochte in den Siebzigern Haute Couture gewesen sein, doch jetzt wirkten die Farben einfach nur schrill. Ich überlegte, ob ich überhaupt befugt war, ihr gegenüber den Geschmackspapst zu geben. Aber irgendeiner musste es ihr sagen. Und zwar, bevor es zu spät war. Sprich:

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