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Doppelgott Dritter Teil der Alpsteinkrimi-Trilogie von Burk, Walter (eBook)

  • Verlag: Gmeiner
eBook (PDF)
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Doppelgott

Im Alpstein machen sich fundamentalistische Kräfte für den Erhalt ihrer Traditionen stark und bekämpfen alles Fremde. Doch was haben die Drohung gegen das Berggasthaus "Bollenwees", der Unfall eines Deltaseglers, der Mord an einer jungen Frau und der Absturz eines erfahrenen Berggängers damit zu tun? Bruno Fässler, Chef der Kriminalpolizei Appenzell Innerrhoden, kommt in seinen Ermittlungen erst weiter, als sich der passionierte Wanderer und Krimiautor Roger Marty einschaltet.

Walter Burk wurde in Horgen geboren und lebte 35 Jahre in der Ostschweiz, bevor er nach Chur zog. Nach über 30 Jahren beruflicher Tätigkeit in der Bildung und vielfältigen Engagements im Sport ist er nun Leiter des Studiengangs "Sport Management" an der HTW Chur. Als ehemaliger Journalist und Autor einer Biografie blieb er bis heute seiner Schreibleidenschaft treu. Wie in den ersten beiden Teilen der Alpsteinkrimi-Trilogie ist auch in "Doppelgott" seine Verbundenheit zum Alpstein, sein Interesse an philosophischen Themen sowie seine Freude an der Vermischung von Realität und Fiktion und am Spiel mit der Sprache deutlich zu spüren. Die Basis für seine Romane bilden aktuelle gesellschaftspolitische Themen und existenzielle Fragen des Lebens.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 278
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839249536
    Verlag: Gmeiner
    Größe: 2806kBytes
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Doppelgott

Furgglenhöhle

Mehrere kleine Lichtpunkte bewegen sich im Dunkeln von der Alp Furgglen in Richtung Rainhütte, folgen zuerst dem Weg, um dann nach gut 500 Metern diesen zu verlassen, und steigen über das offene und steile Gelände Richtung Furgglenfirst hinauf. Die Punkte, deren unruhige Bewegungen auf Stirnlampen hinweisen, scheinen nicht zusammenzugehören, aber alle das gleiche Ziel anzusteuern. Sie bewegen sich in kleinen Gruppen von zwei bis fünf Personen, in verschiedenen Abständen und nach dem Verlassen des Weges auf nur geringfügig verschiedenen Routen.

Die Alp Furgglen, auf dem Weg zwischen Rainhütte und Bollenwees und nur rund 700 Meter Luftlinie vom Berggasthaus entfernt, besteht aus zwei kleinen Alphütten und dem 2014 neu erbauten Laufstall. Über 20 Milchkühe und rund 100 Rinder sowie einige Ziegen werden hier gesömmert. Auf der Nachbarsalp wird die Milch zu Käse verarbeitet, die anfallende Schotte und die Buttermilch werden den rund 30 Schweinen verfüttert. 1903 hatte eine Alpgenossenschaft die drei Furgglen Alpen vom verstorbenen Innerrhoder Kantonsrichter Broger übernommen, um einen außerkantonalen Verkauf, dem bereits der Rheintaler Sämtis mit dem Verkauf ins St. Galler Rheintal zum Opfer gefallen war, zu verhindern.

Doch nicht die Alp selbst, sondern eine Öffnung in der Felswand, die 1907 entdeckte "Furgglenhöhle", scheint das Ziel der Lichtpunkte zu sein. Ein Ort, wo sich vor allem in der Ferienzeit und während der Winterzeit tagsüber immer wieder Gruppen von kleinen und großen Höhlenforschern tummeln. Der Einstieg in die Höhle ist dank eines geräumigen Hauptganges mit nur einer kurzen Engstelle, durch welche sich die Besucher einzeln zwängen müssen, und einigen Felsstufen nicht allzu schwierig und lässt sie ohne Probleme in den "Sayonaradom", in eine der größeren Hallen, vordringen.

Und dort trifft nun auch die altersmäßig durchmischte Gruppe im Licht ihrer Stirnlampen zusammen und gruppiert sich um einen älteren groß gewachsenen Mann mit beinahe schulterlangem grauen Haar und einem mächtigen, grauweißen Bart, der schweigend wartet, bis sich die Ankömmlinge im Halbkreis um ihn postiert haben. Trotz seines schwarzen Umhangs ist er im Licht der zahlreichen Stirnlampen vor dem feucht glitzernden Felsen gut zu erkennen - nicht zuletzt auch dank der Tatsache, dass er seine Lampe gelöscht hat, um seine Zuhörer nicht zu blenden.

Langsam hebt er seine Arme seitlich in die Höhe und begrüßt die nächtlichen Wanderer mit einem eindringlichen: "Friede sei mit euch!"

"Friede sei mit dir", murmeln einige der Besucher, verstummen aber sofort, als der Mann vor ihnen seine Stimme wieder erhebt.

"Danke, dass ihr hier seid. Dass so viele gekommen sind, um diese Zeit, an diesen abgelegenen Ort, zeigt, wie wichtig auch euch unsere gemeinsame Sache ist. Diesen Ort habe ich bewusst gewählt, ein Kraftort, ein Ort der Ruhe, der uns durch die zahlreichen Höhlenforscheraktivitäten eine gute Tarnung bietet und von dem kein Wort nach außen dringt. Und der uns ermöglicht, nach unseren Treffen noch in der 'Bollenwees' einzukehren und den Eindruck zu erwecken, dass wir deswegen hier oben sind."

Die Zuhörer bestätigen seine Aussage mit einem kurzen Lachen.

"Doch lasst uns zu dem kommen, weswegen wir hier sind", fährt der Redner fort. "Wir alle wissen, welche Kraft hier in dieser Höhle heute zusammengekommen ist - eine Kraft, die gottgegeben ist und die einigen Auserwählten, die heute dabei sind, verliehen wurde. Eine Kraft, die diese für Gutes einsetzen, um Menschen und Tieren zu helfen. Und alle anderen, die nicht zu diesen Auserwählten gehören und trotzdem hier sind, wissen um die Bedeutung dieser Menschen, die ihre Tätigkeit im Stillen, von der Öffentlichkeit unbemerkt, ausüben.

Doch heute werden dem Gebetsheilen, das Teil unserer Geschichte und Kultur ist, immer mehr Misstrauen und Vorbehalte entgegenge

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