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Dorftheater Kriminalroman von Streng, Wildis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Dorftheater

Die Mitglieder der Altenmünsterer Theatertruppe proben für ihr diesjähriges Stück "Dorftheater". Der Star der Truppe, Bezirksschornsteinfeger Dominik Winter, trinkt auf der Bühne noch einen Schnaps. Am Morgen darauf ?ndet man ihn in den Kulissen - mausetot und mit einem Nagel im Hirn. Sofort nehmen die Kommissare die Schauspieler ins Visier, die allesamt verdächtig erscheinen. Als sich jedoch herausstellt, dass Dominik beruflich Dreck am Stecken hatte, wird klar, dass nicht nur seine Bühnenkollegen ein Motiv haben.

Wildis Streng ist in Crailsheim geboren und aufgewachsen. Nach einem längeren Exil in Karlsruhe, wo sie Germanistik und Malerei studiert und gearbeitet hat, lebt sie nun wieder in Hohenlohe. Sie ist als Gymnasiallehrerin in Crailsheim tätig. Wildis Streng hat im Gmeiner-Verlag bereits die Hohenlohe-Krimis "Ohrenzeugen", "Trauerweiden" und "Fischerkönig" veröffentlicht. Kurzgeschichten von ihr sind in zahlreichen Anthologien vertreten. Die Autorin hat sich ihrer Heimat stets sehr verbunden gefühlt und setzt ihrem geliebten Hohenlohe in ihren Krimis ein literarisches Denkmal. Wildis Streng ist außerdem als Malerin und Fotografin tätig. www.wildisstreng.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 313
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839247785
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2530kBytes
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Dorftheater

Montag,
07. Dezember

Am nächsten Morgen erwachte Stefanie aus einem tiefen Schlaf. Sie schreckte hoch und wusste, dass sie etwas Schlechtes geträumt hatte. Was es war, daran konnte sie sich allerdings partout nicht erinnern. Sie drehte sich auf die rechte Seite, um sich an ihren Mann zu schmiegen. Aber er war nicht da. Schlagartig setzte sie sich auf. Er war nicht da. Ihr Blick wanderte zum Leuchtwecker, es war schon halb sieben. Sie fasste neben sich und angelte ihr Handy, fahrig rief sie ihren Mann an. Mailbox, nur die Mailbox. Panik erfasste sie, jetzt wusste sie, dass etwas nicht stimmte, nicht stimmen konnte. Hätte sie doch gestern schon auf ihre innere Stimme gehört! Noch einmal versuchte sie es bei Else, hatte aber nur den Mann dran. "Herr Häußler", hörte sie sich atemlos ins Telefon sagen, und ihr Herz raste wie wild, "der Dominik ist nicht heimgekommen."

"Mach dr ko Soorcha, Maadle, der is bestimmt beim Saufa eigschloofa", beruhigte sie ihr Gesprächspartner mit freundlicher Stimme. "Waasch was, ii geh gschwind ind Halle und gugg noch, und no weck ii den und bring en dr hamm. Okay? Ii muss eh aufschließa, weil die ja heit widder proba wella."

Stefanie schluckte. Angst, latente, nagende Angst. Etwas in ihrem Inneren wusste, dass da was faul war. Obwohl das eine logische Erklärung war. Er war in der Halle beim Saufen eingeschlafen. Es würde schon nichts passiert sein. Bestimmt war alles in Ordnung. In diesem Moment begann die Kleine zu schreien. Sie brauchte ihr Frühstück.

"Den da!", meinte Lisa und zeigte mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf eine enorme Nordmanntanne. Heiko seufzte. Der OBI machte schon um halb acht auf, und Lisa hatte darauf bestanden, dass sie vor der Arbeit den Baum kauften, weil sie es nach Feierabend ja doch nicht machen würden. Seit er mit Lisa zusammengezogen war, hatte seine Freundin und Kollegin immer neue Ideen, wie sie ihr gemeinsames Zuhause dekorieren könnten. Dekorieren! So ein Quatsch. Das brauchte kein Mensch. Zeug zum Rumstellen und so, das widerstrebte der männlichen Hohenloher Natur. Und Heiko war ein überzeugter Hohenloher. Im Gegensatz zu Lisa, seiner Freundin, die aus dem westfälischen Wesel stammte und nun seit gut zwei Jahren in Crailsheim zusammen mit ihm auf dem Polizeirevier arbeitete. Sie beide waren Kommissare und hatten, seit Lisa vor zwei Jahren gekommen war, schon drei Mordfälle erfolgreich aufgeklärt. Und Morde waren in Hohenlohe natürlich selten, denn die Hohenloher waren eigentlich gute Menschen, auch, wenn sie etwas verschroben waren. Auch Lisa hatte die Hohenloher inzwischen kennen- und liebengelernt, speziell ihn, und seit drei Monaten wohnten sie jetzt zusammen in einem kleinen Einfamilienhaus in der alten Siedlung in Tiefenbach.

"Ich finde, wir brauchen überhaupt keinen Baum", brummte Heiko, aber Lisa zog missbilligend die Augenbrauen zusammen. "Du würdest am liebsten in einer Höhle im Wald wohnen, mein Bärchen. Ich hab es eben gern ein bisschen schön zu Hause." Heiko verzog das Gesicht und blickte sich suchend um, wie immer bei der öffentlichen Verwendung seines Kosenamens. "Wir sind doch an Weihnachten sowieso bei meinen Eltern. Wozu brauchen wir dann einen Baum?", versuchte er es dann noch einmal.

"Wir brauchen einen, und zwar den da", wiederholte Lisa unerbittlich und deutete erneut auf den ausgewählten Baum, sodass Heiko gar nichts anderes übrig blieb, als ihn in den schubkarrenartigen Einkaufswagen zu bugsieren. Und wie Heiko kurz darauf feststellte, brauchten sie nicht nur einen Baum, sondern auch eine Spitze, eine riesenhafte Plastikbox mit Glaskugeln, eine Girlande, nostalgische Glasvögel mit echten Marabufedern und Lametta, dazu noch zwei Packungen chinesische Strohsterne. Und abgesehen von den Strohsternen war alles lila, vielmehr fliederfarben, wie Lisa behauptete, weil sie in einer Zeitschrift gelesen hatte, dass Lila in diesem Jahr Trendfarbe war, vielmehr Flieder. Die

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