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Dorftratsch Kriminalroman von Feifar, Oskar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2012
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Dorftratsch

Niederösterreich 1971. In dem kleinen Ort Tratschen wird der Trainer der örtlichen Fußballmannschaft tot im Clubhaus aufgefunden. Verhaftet wird Manfred Sedlak, Platzwart des Vereins, der am Vorabend Streit mit dem Opfer hatte. Sofort kursieren im Dorf Gerüchte über das Motiv des angeblichen Mörders. Doch Postenkommandant Leopold Strobel hat Zweifel an der Schuld Sedlaks. Er findet heraus, dass mehrere Personen gute Gründe für den Mord gehabt hätten und stößt auf einen Sumpf aus Scheinheiligkeit, Neid und Korruption hinter der dörflichen Idylle.

Oskar Feifar, 1967 in Wien geboren, verbrachte die ersten 13 Jahre seines Lebens in der Großstadt, bevor er in die niederösterreichische Provinz zog. Heute arbeitet er bei der Kriminalpolizei und lebt mit seiner Lebensgefährtin in Salzburg. 'Dorftratsch' ist sein erster Kriminalroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 326
    Erscheinungsdatum: 13.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839237885
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1688 kBytes
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Dorftratsch

1. Kapitel

Bevor ich meine Geschichte erzähle, musst du wissen, dass es ein Irrglaube ist, dass in den kleinen Dörfern auf dem Land ein jeder alles über den anderen weiß. Jeder kennt einen jeden und kann irgendwas über ihn erzählen, aber die Wahrheit, und damit meine ich die richtige Wahrheit, die kennen die wenigsten. Weil, was hinter den verschlossenen Haustüren der Leute passiert, bleibt auch auf dem Land oft im Verborgenen. So und nicht anders war es damals auch bei uns in Tratschen. Ein kleines, abgelegenes Dorf, umgeben von Wiesen, Feldern und Weinbergen, wo die Leute in der Hauptsache von der Landwirtschaft gelebt haben. Der Ort hat fast ein bisschen verschlafen gewirkt damals. Ruhig und friedlich hat er ausgesehen. Das war er im Grunde auch. Vielleicht sogar ein bisschen zu ruhig. Rundherum hat es auch nicht wirklich was Nennenswertes gegeben. Nur sehr viel Gegend, wie man so sagt. Noch dazu war Tratschen fast schon das Ende der Welt. Zumindest an seiner nördlichsten Seite. Denn dort hat der sogenannte Eiserne Vorhang eine unüberwindliche Barriere in Form eines hässlichen Stacheldrahtzaunes gebildet. Das hast du aber, wenn du auf den Ort zugefahren bist, nicht bemerkt. Alles, was du zu sehen gekriegt hast, war Idylle pur.

Eingebettet in die leicht hügelige Landschaft ist der Ort dagelegen. Neben den paar schmalen Straßen sind so viele Kirschbäume gestanden, dass du das Gefühl gehabt hast, du kannst das ganze Land mit den Früchten versorgen. Das Meer von blühenden Sonnenblumen auf den Feldern hat das Bild abgerundet.

Der Ort selbst ist gewesen, wie viele andere auch. Unspektakulär, aber gepflegt. Die Häuser sind links und rechts von der Hauptstraße gestanden und waren so angeordnet, dass man das Gefühl bekommen hat, durch einen großen Schlauch zu fahren. Mit ihren großen Einfahrtstoren haben sie alle fast gleich ausgesehen. Nur die Fassadenfarben und eben diese Tore selbst haben sich voneinander unterschieden. Da hat es alle möglichen Farben, Muster und Materialien gegeben. Die einen haben viel darauf gehalten, ein schönes Tor zu haben, und deshalb jede Menge Geld dafür ausgegeben, es aus Holz machen zu lassen. Teilweise sogar mit netten Schnitzereien. Dann hat es Holztore der schlichten Art, die völlig schmucklos waren, gegeben. Die meisten Leute haben aber eher auf die praktische Seite gesetzt und funktionelle Tore aus Eisen machen lassen. Überhaupt war vielen Bewohnern die Präsentation ihrer Behausungen unheimlich wichtig, und sie haben jedes Frühjahr sehr viel Zeit darauf verwendet, ihre Vorgärten entsprechend herzurichten und Blumenkästen zu bepflanzen, um sie vor die Fenster zu hängen. Nur einige wenige haben offenbar nichts von schönen Toren und repräsentativen Häusern gehalten und sind deswegen als Ortsbildverschandeler ins Gerede gekommen. Zumindest diejenigen unter ihnen, die entlang der Hauptstraße gewohnt haben. Da ist es dann und wann schon einmal vorgekommen, dass der Herr Bürgermeister höchstpersönlich vorgesprochen und die Hausbesitzer mit hoch erhobenem Zeigefinger zur Herstellung einer dekorativen Garten- und Fensteroptik aufgefordert hat. Bei den Häusern abseits der Hauptstraße war es ihm und den anderen Saubermännern und -frauen im Ort allerdings egal.

Insgesamt war es sehr sauber entlang der Hauptstraße. Das war ja damals noch kein so großes Thema mit der Umweltverschmutzung und dem Klimawandel. Zumindest nicht in Tratschen. Dort haben die Menschen noch ein klein wenig umweltbewusster gelebt. Da hast du dich schief anschauen lassen müssen, wenn du ein Stück Papier oder einen Zigarettenstummel auf die Straße geworfen hast. Ja, sogar ein ausgespuckter Kaugummi war Anlass zum Kopfschütteln.

Auch der Straßenverkehr ist damals kein Thema gewesen. Der hat nämlich so gut wie gar nicht stattgefunden. Natürlich haben die Leute in Tratschen auch schon Autos gehabt, aber weil sie halt den ganzen Tag auf den Feldern gearbeitet haben, sind sie nic

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